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Anhalt: AfD baut Vorsprung aus, auch SPD und Grüne legen laut Umfrage zu

Nation

In knapp zwei Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt, laut einer neuen Umfrage hat die AfD ihren Vorsprung auf die CDU weiter ausgebaut.

In der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die im Land als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei auf 42 Prozent – das ist ein Prozentpunkt mehr als im Juli. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt bei 22 Prozent, sie verliert im Vergleich zur letzten Befragung Ende Juli zwei Prozentpunkte.

In der Umfrage folgen die Linke mit elf Prozent (minus zwei), die SPD mit acht Prozent (plus eins) und die Grünen mit sechs Prozent (plus eins). Das BSW würde mit vier Prozent ebenso wie die FDP mit drei Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf vier Prozent.

Jeder Zehnte könnte Wahlpräferenz noch ändern

In Sachsen-Anhalt regiert die CDU derzeit mit SPD und FDP, die Landtagswahl ist am 6. September. Infratest dimap befragte knapp mehr als 1500 wahlberechtigte Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter am 24. und 25. August telefonisch und online. Etwa jeder zehnte Wahlberechtigte (elf Prozent) gibt demnach an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte.

Bei einem solchen Wahlausgang würde die AfD ihr Ziel einer Alleinregierung nicht erreichen. Eine CDU-geführte Minderheitsregierung mit SPD und Grünen wäre gegebenenfalls auf Unterstützung der Linken angewiesen. Laut der Umfrage sind die Anhängerinnen und Anhänger der Union geteilter Meinung (jeweils 47 Prozent), ob eine CDU-geführte Landesregierung von der Linken unterstützt werden sollte.

Knapp ein Fünftel tendiert der Befragung zufolge dazu, nicht zu wählen, oder ist noch unentschlossen.

Bei Direktwahl wäre Schulze knapp vor Siegmund

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

Könnte man den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt direkt wählen, würden sich 41 Prozent für Schulze und 39 Prozent für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund entscheiden. 20 Prozent antworteten mit »weiß nicht« oder machten keine Angabe.

Selten haben Demoskopen sich so verschätzt wie bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt. Wie zuverlässig die Umfragen sind und was das für die Wahlen im September bedeutet – lesen Sie hier die SPIEGEL-Datenanalyse.

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