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Anhalt: „Bitte?!“ – Kritik nach Hallervorden

Nation

Audioplayer wird geladen Anzeige Die CDU Sachsen-Anhalt setzt ihre Tour mit Dieter Hallervorden in Dessau fort. Unter dem Slogan „Hallervorden & Schulze – Kunst braucht Freiheit“ veranstaltete die Partei am Montag in Dessau ihren dritten gemeinsamen Abend mit dem Komiker. Erneut nahm dieser dabei den Bundeskanzler ins Visier. „Tagchen, Friedrich Merz. Ich wollte Ihnen schreiben, doch lass’ ich’s lieber bleiben und sag’s, dass es alle hören: Kriegstüchtig sollen wir sein, so wie vor 90 Jahren. Zur Hölle sollen sie fahren, die das von uns verlangen“, sang der 90-Jährige. Im Hintergrund erschienen Aufnahmen von Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), die mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen marschierender Soldaten zusammengeschnitten worden waren. Anzeige Nach Hallervordens Auftritt in Magdeburg vergangene Woche hatte die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann den Wahlkampf der CDU Sachsen-Anhalt gegenüber „Bild“ deutlich kritisiert. „Wir stehen für Freiheit und wollen uns verteidigen können, damit wir es nicht müssen. Daran wird sich nichts ändern. Wir stehen zur Meinungs- und Kunstfreiheit, doch auch hier gibt es Grenzen – mindestens aber muss die Kunst mit deutlichem Widerspruch leben.“ Lesen Sie auch Hallervorden schoss sich im Folgenden auf die CDU-Politikerin ein. „Selbst, wenn ich Pantomime machen würde, würde die bestimmt noch ein unzulässiges Wort entdecken“, sagte er Montag mit Bezug auf Hoppermann. „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist.“ Anzeige Auch in der „Völkermordfrage“ sei „vielleicht ein kleiner Nachhilfeunterricht für Frau Hoppermann nötig – zum Beispiel beim spanischen Ministerpräsidenten Sánchez“. Zwar stehe das Existenzrecht Israels außer Frage, doch hätten sich mittlerweile über 30 Staaten der Klage Südafrikas von Dezember 2023 beim Internationalen Gerichtshof angeschlossen, wonach Israel mit dem Krieg in Gaza gegen seine Verpflichtungen aus der Völkermordkonvention verstoße. Lesen Sie auch „Irgendwas muss da doch dran sein“, erklärte Hallervorden. Im Hinblick auf die unterschiedliche Rezeption der russischen Invasion in der Ukraine und der Lage in Nahost beanstandete er: „Man darf völkerrechtswidriges Verhalten nicht mit zweierlei Maß messen.“ Lesen Sie auch Thorsten Alsleben, CDU-Mitglied und Geschäftsführer der Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, war bereits nach dem zweiten Abend mit Hallervorden auf Distanz zu seiner Partei gegangen. Nun ging er erneut hart mit ihr ins Gericht. „Ich bin ziemlich sicher, dass das als eine der verunglücktesten Wahlkampagnen in die Parteiengeschichte eingehen wird“, kommentierte der Wirtschaftslobbyist auf X. „Offener Konflikt mit der Bundespartei mit mehreren Themen (Sicherheitspolitik, Israel, Rente mit 63), die der eigene Spitzenkandidat, wenn er gewählt wird, gar nicht umsetzen kann.“ „Bitte?! Hallervorden vergleicht da die Bundesrepublik und den Bundeskanzler in der Bemühung, verteidigungsfähig zu werden, mit dem Deutschen Reich samt Führer in 1936?!“, schrieb wiederum CDU-Mitglied und Kommunikationsberater Daniel Eck auf derselben Plattform. „Nichts davon ist mit der heutigen Situation vergleichbar. Hallervorden unterstellt also der Bundesregierung auf einer CDU-Veranstaltung die Vorbereitung eines Angriffskrieges?!“ Lesen Sie auch Journalist Julius Betschka aus dem Politik-Ressort des „Stern“ bewertete die gemeinsame Tour des Ministerpräsidenten mit dem Komiker dagegen als „klugen Move“. „Wird ihm nützen – und den geringen Schaden überstrahlen“, urteilte der Journalist auf X. „Hallervorden ist sicher kein Aussätziger. So viel Provokation wird man aushalten müssen in der neuen Welt.“ Die CDU Sachsen-Anhalt setzt unterdessen ihre Reihe am 7. August fort. Dann kann sich das Publikum in Naumburg an der Saale laut der Werbung „auf einen besonderen Abend mit persönlichen Geschichten, klugen Impulsen, feinem Humor und einem offenen Austausch“ einstellen. doli

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