Anhalt: Ein Kilometer in Magdeburg trennt zwei Welten
Am Tag vor dem alles entscheidenden Tag ist das gern gemütliche Magdeburg an allen Stellen laut. Schon am Hauptbahnhof macht Sachsen-Anhalts Hauptstadt mit Trillerpfeifen, Polizeisirenen und Sprechchören klar: Hier geht es für viele um nicht weniger als alles – die wichtigste Wahl des Jahres, die womöglich erste Regierung von Rechtspopulisten mit rechtsextremen Verwurzelungen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg, vielleicht sogar um die Demokratie, wie wir sie bisher kennen.
„Ich habe Angst, dass hier aus Frust heraus die falschen Leute an die Macht kommen“, sagt Nancy aus Magdeburg, bevor sie sich mit ihrer alten Schulfreundin Isabel unter das Demovolk mischt.
Im Protestzug des Bündnisses „Sachsen-Anhalt weltoffen“ ziehen die beiden durch die Straßen ihrer Heimatstadt – auch weil sie Angst haben um ihre Kinder und ihre Freiheiten. „Früher in der DDR wurden die Leute verpetzt“, sagt Nancy. „Mit einer Bürgerwehr, wie die AfD sie will, würde das wieder passieren.“ Ihre Freundin Isabel, die im städtischen Klinikum arbeitet, sagt: „Wir wollen nicht, dass Deutschland uns abschreibt als undankbare Ossis.“
Ein Volksfest in AfD-Blau