Anhalt: „Manche Dinge halte ich für grundfalsch“ – Schulze rechtfertigt Auftritte mit Hallervorden
Audioplayer wird geladen Anzeige Sven Schulze rechtfertigt sich. Nach der parteiübergreifenden Kritik an seiner Wahlkampf-Tour mit Schauspieler Dieter Hallervorden hat sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt mit einem Instagram-Post zu Wort gemeldet. Es sei viel über die Auftritte geschrieben worden, schilderte er einleitend. „Da stand ein Künstler, der Dinge gesagt und gesungen hat, die ich für falsch halte – manche davon halte ich sogar für grundfalsch“, räumte der CDU-Politiker ein. „Ich habe ihm widersprochen, aber danach, da standen wir trotzdem auf derselben Bühne.“ Anzeige Er habe es abgelehnt, die Veranstaltung abzusagen oder zu zensieren. Immerhin habe der Abend unter dem Titel „Kunst braucht Freiheit“ stattgefunden und nicht etwa unter „Kunst braucht Zustimmung“. Er traue der Bevölkerung zu, mündig zu sein. „Sie brauchen niemanden, der sie vor Meinungen beschützt“, betonte er vertrauensvoll. Lesen Sie auch Hallervorden hatte bei den drei bisherigen Abenden mit Schulze die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, den Verteidigungsminister Boris Pistorius und Bundeskanzler Friedrich Merz wiederholt scharf angegriffen. „Tagchen, Friedrich Merz. Ich wollte Ihnen schreiben, doch lass’ ich’s lieber bleiben und sag’s, dass es alle hören: Kriegstüchtig sollen wir sein, so wie vor 90 Jahren. Zur Hölle sollen sie fahren, die das von uns verlangen“, hatte er zuletzt etwa in Dessau gesungen. Anzeige Auf Instagram pochte Schulze auf sein Versprechen an Sachsen-Anhalt, dass sich die Menschen dort widersprechen und eine eigene Meinung bilden dürfen. „Deshalb ist es hier auch kein Zeichen gegen Berlin, kein Contra gegen meine Partei – so gerne das auch gerade geschrieben wird“, erläuterte er. Aus der Union setzt sich unterdessen die Kritik an den Veranstaltungen fort. „Es bleibt eine offene Frage, wie sinnvoll es ist, mit den zum Teil kruden Thesen von Herrn Hallervorden als CDU zu werben“, sagte Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering dem „Tagesspiegel“. Es sei wichtig, dass Hoppermann klargestellt habe, wo die CDU bei „Grundsätzen“ stehe. „Es gibt darüber keine Debatte“, sagte er. Lesen Sie auch Schulze verteidigte hingegen auf Instagram: „Ein Ministerpräsident, der nur hören will, was ihm selbst gefällt, der hat das Land doch schon verloren.“ An unterschiedlichen Meinungen werde die Freiheit erst erkennbar. „Am 6. September, da entscheiden Sie ganz allein – ohne dass Ihnen da jemand reinredet.“ doli