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Anhalt: Schulze lässt Hallervorden über Merz und „Kriegsminister“ Pistorius singen

Unterhaltung

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Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt setzt Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) auf ungewöhnliche Wahlkampfhilfe. Gemeinsam mit dem umstrittenen Kabarettisten Dieter Hallervorden tourt er unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit“ durch Halle, Magdeburg, Dessau und Naumburg.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die CDU als Garant für freie Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu präsentieren – und den Vorsprung der AfD zu verkürzen, die aktuell laut Umfragen bei 41 Prozent liegt.

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Die offenkundige Taktik von Ministerpräsident Schulze: Die CDU Sachsen-Anhalt weit von der Bundes-CDU abzugrenzen. Die Diskussionen rund um die Personalrochade in Berlin habe seinen Wahlkampf beeinträchtigt, sagte Schulze auf einer Bootstour vor Journalisten.

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Schulzes prominenter Wahlkampfhelfer übt während der gemeinsamen Veranstaltungen deshalb nicht nur Kritik an der AfD, sondern auch an CDU und SPD. In einem Lied wandte sich Hallervorden auf der CDU-Bühne im ausverkauften OLi-Kino in Magdeburg direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). „Wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch dort, wo keiner wohnt. Kämpft gefälligst auf dem Mond!“, sang der 90-Jährige unter anderem. Der Kabarettist erklärte dem Publikum auch direkt: „Ich würde, wenn das hier Bundesebene wäre, für Friedrich Merz keine Reklame machen, das ist hier bei Sven anders.“

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Wie auf Videos zu sehen ist, wurden während der Gesangseinlage auf der großen Leinwand hinter Hallervorden Bundeskanzler Merz, Verteidigungsminister Pistorius und Panzer von Rheinmetall gezeigt, dazwischen Explosionen und fallende Bomben. „Hallo, Herr Kriegsminister. Sie haben meinen Sohn gebeten, im Krieg für Sie zu töten. Marschieren Sie eigentlich selber mit?“, fragte Hallervorden in dem Lied. Während hinter ihm zerstörte Städte eingeblendet wurden, hieß es weiter: „Was nützen Kampfmaschinen, Zerstörung und Ruinen? Nur denen, die verdienen an Schlachten, Lärm und Tod. Am Ende geht’s um Kohle, das ist der größte Treiber, ums Leben geht’s nie, leider.“

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Dann nutzte Hallervorden die ihm von Schulze gebotene CDU-Bühne, um die Position der Bundesregierung im Gaza-Krieg zu kritisieren: „Und nenne ich euch Täter, gelt ich schnell als Verräter. Und früher oder später gehört man dann zum Feind.“ Während er dies sang, wurde unter anderem ein Video von einer pro-palästinensischen Demonstration eingeblendet, auf der der Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu lesen war.

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Hallervorden fiel in der Vergangenheit bereits mit scharfer Israel-Kritik auf, wobei sich der Kabarettist auch Propaganda der Hamas bediente. Im Zusammenhang mit Israels Politik sprach er zudem wiederholt von Apartheid und Völkermord.

Als Hallervorden sein Lied beendet, gibt es leisen Applaus

Als Hallervorden sein Lied beendete, war im Publikum vereinzelter Applaus zu hören. Schulze hatte dem Kabarettisten offenbar im Vorfeld sein Einverständnis für die deutliche Kritik an der Bundesregierung und seiner eigenen Partei gegeben, wie er gegenüber „Focus online“ erzählte. „Natürlich sind wir nicht bei jedem Thema einer Meinung. Dieter Hallervorden hat gesagt: ‚Ich will dich gern unterstützen.’ Er hat gesagt, er lässt sich aber nicht vorschreiben, was er hier vorträgt. Und ich habe gesagt: ‚Ich werde natürlich nicht reinreden, was du vorträgst’“, sagte Schulze nach der Veranstaltung.

Einiges an dem Abend sei „schon ein bisschen an der Grenze dessen, was man in der CDU wahrscheinlich erwarten könnte auf so einer Bühne“. Ein „ordentlicher Schlagabtausch“ zwischen ihm und Hallervorden sei „nicht das Ziel des Abends gewesen“, so Schulze. Das Gegenteil galt offenbar für die Kritik an seinem eigenen Bundeskanzler.

saha, mit dpa

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