DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,60 % 53.407,54 Pkt 18:26:45 S&P 500 -1,02 % 7.706,00 Pkt 18:26:45 Nasdaq -1,39 % 26.357,10 Pkt 18:26:44 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,10 % 4.422,00 USD 18:16:44 Silber -3,09 % 64,08 USD 18:16:44 Brent +0,72 % 91,52 USD 18:16:37 WTI -0,04 % 84,47 USD 18:16:39 Bitcoin +0,27 % 64.683,39 USD 18:26:37 EUR/USD +0,11 % 1,15870 USD 18:25:55 EUR/GBP +0,08 % 0,85510 GBP 18:26:44 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 18:26:42 EUR/JPY +0,30 % 184,834 JPY 18:26:44

Anleihen/Börse: Diese ETFs werden jetzt zur MSCI

Wirtschaft

Seit seinem Hoch im Jahr 2022 befindet sich der US-Dollar in einem übergeordneten Abwärtstrend. Die erste Jahreshälfte 2026 schien dieser Entwicklung zu widersprechen: Angetrieben von einem kräftigen Inflationsschub und steigenden Ölpreisen legte die US-Währung zu. Doch die Verschnaufpause scheint vorbei. Ein sich abschwächendes US-Wachstum und die prekäre Schuldensituation rücken in den Fokus der Marktteilnehmer. Diese Entwicklung spielt den Schwellenländern in die Karten, da eine schwächere US-Währung ihnen finanziellen Spielraum verschafft. Zugleich lenkt diese Schwäche den Blick auf eine Anlageklasse, die in den vergangenen Jahren wiederholt überzeugen konnte: die Staatsanleihen der Schwellenländer. Wer in Anleihen investiert, sollte zunächst deren grundlegende Eigenschaften verstehen. Im Kern ist eine Anleihe nichts anderes als ein Kredit. Wer sie kauft, leiht einem Staat oder Unternehmen für eine feste Laufzeit Geld und erhält dafür einen vorab vereinbarten Zins – im Fachjargon Kupon genannt – sowie am Laufzeitende den vollen Nennwert zurück. Anders als bei einer Aktie erhält man dadurch kein Eigentum, sondern eine Forderung gegenüber dem Emittenten – dem Unternehmen oder Staat. Der Reiz dieser Anlageklasse kann in der Planbarkeit liegen, denn solange der Schuldner zahlungsfähig bleibt, steht der laufende Ertrag von Beginn an fest. Das gilt zumindest, solange der Emittent nicht in Zahlungsnot zu geraten droht. Wer Anleihen in fremder Währung kauft, für den entscheidet deren Wechselkurs über einen Teil der Rendite. Hinzu kommt das Kursrisiko: Je nach Restlaufzeit und Kuponhöhe können selbst Anleihen deutlich schwanken. Wer ein Beispiel dazu sehen möchte, schaue sich deutsche Staatsanleihen im Jahr 2022 an. Bei Staatsanleihen der Schwellenländer – etwa aus Brasilien, Mexiko oder Indonesien – treffen diese Eigenschaften auf ein vergleichsweise hohes Zinsniveau. Während höhere Renditen in der Regel mit höheren Risiken einhergehen, scheint dieser Markt nicht unbedingt riskanter als die oft als mündelsicher geltenden Staatsanleihen der Eurozone. Zum Vergleich: Während Euro-Staatsanleihen aktuell rund 3,4 Prozent abwerfen, US-Staatsanleihen 4,4 Prozent und japanische 3,1 Prozent, rentieren Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung bei über sechs Prozent. Die Verschuldung dagegen fällt im Schnitt niedriger aus. Mit 77 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt die Staatsverschuldung der Schwellenländer klar unter jener der USA mit 126 Prozent oder Japans, das mit 234 Prozent gut das Dreifache erreicht. Dennoch gelten Schwellenländer häufig als besonders riskante Alternative. Attraktives Profil Schon im vergangenen Jahr zeigte sich ein aufschlussreiches Bild. Schwellenländer-Staatsanleihen in Landeswährung warfen in Euro gerechnet gut viereinhalb Prozent Rendite ab, während Euro-Staatsanleihen bei 0,6 Prozent und US-Staatsanleihen bei minus 4,3 Prozent schlossen. Rechnet man die bisherige Entwicklung des Jahres 2026 hinzu, wird das Bild sogar noch deutlicher. Gleichzeitig schwankten die Schwellenländer-Papiere in den vergangenen Jahren nur marginal mehr als Euro-Staatsanleihen und klar weniger als US-Papiere. Höhere Rendite bei kaum höherem Risiko – ein Muster, das sich Jahr für Jahr zu bestätigen scheint. Hinzu könnte nun erneut Rückenwind durch einen schwächelnden Dollar kommen. Für Schwellenländer würde dieser wie ein Konjunkturprogramm wirken. Viele dieser Staaten weisen hohe Schulden in US-Dollar auf – wertet der Dollar ab, sinkt die Schuldenlast in heimischer Währung, und es bleibt mehr finanzieller Spielraum für Investitionen im eigenen Land. Für ein Euro-Depot kommt es nun darauf an, diesen Rückenwind auch einzufangen. Ein breit gestreuter Korb aus Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung wird von der Abwertung des US-Dollars nicht negativ getroffen. Wer dagegen zu Anleihen greift, die in US-Dollar lauten, meidet zwar das Wechselkursrisiko der einzelnen Länder, trägt dafür aber das volle Dollar-Risiko. Eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Das wirksamste Engagement, um den Markt abzubilden, dürfte jedoch durch die Variante in lokaler Währung erzielbar sein. Unabhängig von der Währung der Anleihen besteht innerhalb des gesamten Marktes ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Im Fachjargon spricht man hier von einer niedrigen Korrelation. Heißt: Die einzelnen Schwellenländer folgen häufig ihrem eigenen Zyklus. Während Brasilien und Mexiko ihre Leitzinsen senken, hält Indien still, einzelne Länder heben die Zinsen sogar an. Für ein Portfolio kann das von Vorteil sein: Voneinander unabhängige Zinszyklen können Ausschläge in einzelnen Märkten ausgleichen. So gesehen bekommt man für sein Geld eine breite Streuung innerhalb der Anlageklasse – was ein Grund für die verhältnismäßig moderate Schwankung der letzten Jahre sein dürfte. Wer breit gestreut und unkompliziert ein Engagement in dem Markt aufbauen möchte, kommt heute kaum noch an ETFs vorbei. Vaneck J.P. Morgan EM Local Currency Bond UCITS ETF: Der Standardweg Der Vaneck J.P. Morgan EM Local Currency Bond UCITS ETF bildet den breiten Markt für Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung ab. Mit rund 440 Anleihen ist er breit über die Schwellenländer gestreut: China (10,1 Prozent), Indien (9,9 Prozent), Mexiko (8,6 Prozent), Malaysia und Indonesien (je über sieben Prozent) bilden die größten Länderpositionen. Die gehaltenen Papiere lauten auf die jeweilige Landeswährung – genau jene Variante, die von einer Abwertung des US-Dollars profitieren kann: Die Schwellenländer-Währungen gewinnen dann relativ an Wert, und anders als bei Dollar-Anleihen schmälert die Dollar-Schwäche die Rendite für Euro-Anleger nicht. Bei einer Rückzahlungsrendite von 6,3 Prozent liegt die laufende Verzinsung deutlich über jener der Industriestaaten, während die hohen Kupons das Zinsänderungsrisiko dämpfen. Das Fremdwährungsrisiko der Schwellenländer-Währungen wirkt in beide Richtungen. Zur Beimischung. JPM Emerging Markets Local Currency Bond Active ETF USD: Lokale Währung Der JPMorgan Emerging Markets Local Currency Bond Active UCITS ETF investiert ebenfalls in Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung, verfolgt aber einen aktiven Ansatz. Statt einen Index exakt nachzubilden, gewichtet das Fondsmanagement einzelne Länder und Währungen gezielt über oder unter. So können schwächere Währungen gezielt vermieden und teure Märkte umgangen werden. Zugleich können die Portfoliomanager dort zugreifen, wo das Chance-Risiko-Verhältnis am attraktivsten erscheint. Mit rund 90 Anleihen fällt das Portfolio konzentrierter aus als ein passives Produkt auf denselben Markt. Auch dieser Fonds profitiert von einer möglichen Aufwertung der Schwellenländer-Währungen gegenüber dem US-Dollar. Der aktive Ansatz hat allerdings seinen Preis: Mit 0,45 Prozent pro Jahr fallen die Kosten höher aus, und der erst im März 2025 aufgelegte ETF verfügt nur über eine kurze Historie. Die Rückzahlungsrendite liegt mit 8,3 Prozent jedoch merklich über der passiven Variante. Vanguard USD Emerging Markets Gov. Bond ETF Acc: Alternative Der Vanguard-ETF bietet Zugang zu Staatsanleihen der Schwellenländer, die in US-Dollar begeben wurden. Abgebildet wird der Bloomberg EM USD Sovereign + Quasi-Sov Index mit rund 1450 Anleihen; die größten Länder sind Saudi-Arabien (11,7 Prozent), Mexiko (9,0 Prozent) und die Vereinigten Arabischen Emirate (7,7 Prozent). China macht lediglich 5,1 Prozent des Index aus, da das Land im Verhältnis zu anderen Staaten weniger Anleihen in US-Dollar emittiert. Die Verzinsung der Anleihen in US-Dollar richtet sich zudem nach dem US-Zinsniveau. Entsprechend können die Renditeerwartungen von jenen des Lokalwährungsmarktes merklich abweichen. In der Regel erhält man über diesen ETF mindestens das Niveau von US-Staatsanleihen zuzüglich eines Aufschlags für das Ausfallrisiko des jeweiligen Landes. Aktuell beträgt die Rückzahlungsrendite 5,9 Prozent – höher als in den USA, jedoch fast 0,5 Prozentpunkte unter den Schwellenländern in Lokalwährung. Zur Startseite

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