Anliegen soll ihm nicht gefallen haben: Putin sagte Treffen mit CIA
Russlands Machthaber Wladimir Putin soll sich für den Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe extra Zeit in seinem Terminkalender gemacht haben. Als er aber erfuhr, worüber der US-Amerikaner in Moskau reden wollte, habe der Kremlchef ein Treffen aber abgelehnt, berichtet das unabhängige russische Medium „Agentstvo“ unter Berufung auf eine kremlnahe Quelle.
Nach einem unangekündigten Trip des CIA-Chefs am 25. August nach Moskau hatten Medien weltweit über den Zweck der Reise und mögliche Gesprächsinhalte spekuliert. In US-Medien hieß es, dass Ratcliffe Russland vor einer hybriden oder militärischen Attacke auf einen der Nato-Staaten gewarnt haben soll.
Wie die „New York Times“ berichtet, nutzte er den Besuch auch, um dem Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Alexander V. Bortnikow, „unter vier Augen“ zu einem Friedensabkommen mit der Ukraine zu raten. Letzteres habe die Quelle gegenüber „Agentstvo“ bestätigt. Deren Journalisten arbeiten aus dem Exil und gelten als kritisch gegenüber dem Kreml.
Der CIA-Direktor argumentierte demnach, dass sich Russlands militärische und wirtschaftliche Lage verschlechtere und es für Moskau vorteilhafter sei, jetzt eine Vereinbarung zu schließen, als eine weitere Schwächung abzuwarten. Nachdem Putin über die Absichten Ratcliffes informiert worden war, sei ein persönliches Treffen abgelehnt worden.
Für vergangenen Dienstag – am Tag des Ratcliffe-Besuchs – sei eine „sehr groß angelegte Veranstaltung“ mit Putin geplant gewesen, schrieb der Kreml-nahe Journalist Alexander Yunashev vergangene Woche auf Telegram. „Hunderte Menschen waren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Doch vor ein paar Tagen wurde sie verschoben“, schrieb Yunashev. Durch den Besuch des CIA-Direktors „können wir nun vermuten, wegen welches Treffens der Terminkalender des Präsidenten geändert wurde“.
Einen Tag später bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow den Besuch des CIA-Chefs in Moskau. Er sagte jedoch auch, dass es kein Treffen Putins mit Ratcliffe gegeben habe. Zu den Inhalten der Gespräche machte Peskow demnach keine Angaben. Putin sei jedoch umgehend informiert worden.
Ratcliffes ️Botschaft „klang so, als stünde (der ukrainische Präsident Wolodymyr) Selenskyj bereits auf dem Poklonnaja-Hügel und würde den Kreml durch ein Fernglas betrachten. Jedem ist klar, dass das nicht der Fall ist“, zitiert „Agentstvo“ seine kremlnahe Quelle. Der Hügel ist eine der höchsten natürlichen Erhebungen Moskaus und liegt wenige Kilometer von Putins Amtssitz entfernt.
Der CIA-Chef sei in Moskau mit Forderungen nach einem Kriegsende an der falschen Adresse, heißt es weiter. ️„Es scheint, als hätte Ratcliffe die Adresse verwechselt.“ Vielmehr ist es aber Russland, das von seinen Maximalforderungen an ein Kriegsende – die einer Kapitulation der Ukraine gleichkämen – nicht abrückt.