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Ann Widdecombe: Mordermittlungen nach mysteriösem Tod von Brexit

Welt

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Im mutmaßlichen Mordfall um die britische Brexit-Politikerin Ann Widdecombe gibt es eine überraschende Wende. Ein 26 Jahre alter Mann, der zunächst wegen Mordverdachts festgenommen wurde, sei inzwischen wieder auf freiem Fuß, teilte die Polizei laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Der Brite sei nicht mehr Teil der Ermittlungen.

Der rätselhafte Fall hält derzeit Großbritannien in Atem. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und beinharte Brexit-Befürworterin Widdecombe war am Donnerstag in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Nach der Freilassung des zunächst verdächtigten Mannes lagen jedoch zunächst keine Informationen über eine neue heiße Spur vor.

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Von einem terroristischen Hintergrund werde nicht ausgegangen, hatte Police Assistant Chief Constable Matt Longman von der Devon and Cornwall Police bei einer Pressekonferenz am Freitagabend gesagt. Es gebe keine Hinweise, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handle. Ob sich diese Einschätzung inzwischen verändert hat, war nicht klar.

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Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus.

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Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.

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Widdecombe sei eine „außergewöhnliche Frau“ gewesen, „die sich hinstellte und für das kämpfte, woran sie glaubte“, sagte Farage in einer Videobotschaft auf X. „Zweifellos“ habe es sich bei ihr um „die bekannteste Politikerin Großbritanniens seit Margaret Thatcher“ gehandelt. Der umstrittene rechtspopulistische Politiker führt derzeit mit Reform UK die Umfragen an und will sich nach Niederlegung seines Unterhaus-Mandats im Wahlkreis Clacton bei einer Nachwahl wieder ins Parlament wählen lassen.

Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete den Tod der ehemaligen Abgeordneten als „äußerst erschütternd“. „Das Innenministerium ist bereit, bei den laufenden Ermittlungen jede erforderliche Unterstützung zu leisten“, schrieb die Labour-Politikerin in einem X-Beitrag. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, Spekulationen zu vermeiden.

Auch der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich bestürzt und sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge von einer „sehr schockierenden Nachricht“.

doli mit dpa

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