Annalena Baerbock dankt Angela Merkel vor Abschied aus UN
Audioplayer wird geladen Anzeige Annalena Baerbock wünscht sich eine Frau als Nachfolgerin von UN-Generalsekretär António Guterres. Die scheidende Präsidentin der UN-Generalversammlung sagte der „Süddeutschen Zeitung“ in einem am Dienstag online veröffentlichten Interview: „Die Hälfte der Menschheit sind Frauen und Mädchen. Wie möchte eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertritt und seit 80 Jahren für Menschenrechte einsteht, erklären können, dass sie auch nach acht Jahrzehnten erneut keine Frau an ihrer Spitze finden kann?“ Nach den ungeschriebenen Rotationsregeln in den Vereinten Nationen sei Lateinamerika dran. „Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region“, sagte die ehemalige deutsche Außenministerin Baerbock, die ihr Amt als Präsidentin der Generalversammlung im September an Khalilur Rahman aus Bangladesch abgibt. Anzeige Kritik an der Art ihres Wechsels nach New York wies sie zurück. Baerbock hatte sich vor einem Jahr selbst für die für den Posten vorgesehene Diplomatin Helga Schmid eingewechselt. „Personalwechsel bei Regierungswechseln sind absolut normal, aber dazu kann natürlich jeder eine persönliche Meinung haben“, sagte Baerbock dazu. Dass Deutschland mit seiner Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat auch wegen Baerbocks Vorgehen gescheitert sei, wies die 45-Jährige zurück. Lesen Sie auch Konstruktive Kritik nehme sie an, sagte Baerbock, für Frauen gebe es aber eine weitere Angriffsfläche, sagte sie. „Dann ist plötzlich die Stimme zu hoch oder die High Heels. Bei Social Media gerne noch mit dem Zusatz: ‚Nutte‘ oder ‚F*tze‘. Solche Kommentare gibt’s bei Robert Habeck oder Friedrich Merz einfach nicht“, sagte Baerbock. „Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen sind für manche Männer weiterhin keine Selbstverständlichkeit, sondern offensichtlich der schlimmste Trigger.“ Sie werde sich aber nicht dafür entschuldigen, selbstbewusst zu sein, zumal ihr ihr Job Spaß mache. Anzeige Baerbock zählt Angela Merkel zu den Frauen, die ihr eine Tür geöffnet haben. „Ohne Angela Merkel als Kanzlerin wäre ich wahrscheinlich niemals erste weibliche Außenministerin geworden“, sagte sie und ergänzte: „Und die Kämpfe, die ich geführt habe, ermöglichen wiederum Frauen nach mir, dass sie in Talkshows niemals mehr gefragt werden, ob man eigentlich mit 40 und zwei kleinen Kindern für eines der höchsten politischen Ämter der Bundesrepublik kandidieren kann.“ Lesen Sie auch Weltplus ArtikelBericht veröffentlicht Was Baerbock selbst für die Zeit nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt plant, ließ sie offen: „Ein neues Lebenskapitel aufschlagen“, sagte die 45 Jahre alte Grünen-Politikerin. Offen ließ sie auch, ob sie in New York bleiben oder nach Deutschland zurückkehren werde. „Ich liebe natürlich mein Heimatland. Zugleich habe ich hier ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit zurückgewonnen“, sagte Baerbock. Dauerhaft im Scheinwerferlicht zu stehen sei für eine Mutter und ihre Kinder alles andere als schön. sebe mit epd