Anschlag auf Döner-Imbiss in Hofheim - Glastüren und Fenster zerstört
Ein lauter Knall hat am frühen Montagmorgen gegen 3.45 Uhr im Zentrum von Hofheim (Main-Taunus) einige Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Im Eingangsbereich vor einem Döner-Imbiss gab es eine Explosion, dichte Rauchwolken zogen durch die Hattersheimer Straße.
Durch die Explosion wurde laut Polizei niemand verletzt. Der Schaden am Gebäude ist allerdings erheblich: Glastüren an dem Kebabhaus wurden herausgerissen und Fenster gingen zu Bruch - auch im oberen Stockwerk des Gebäudes. Die Detonation war so heftig, dass auch Blumenkübel im Außenbereich des Gastrobetriebs weggeschleudert wurden.
Noch sind die genauen Umstände nicht geklärt, die Polizei geht aber von einer "vorsätzlichen Beschädigung" aus, wie eine Sprecherin am Morgen sagte. Die Hattersheimer Straße war zeitweise gesperrt. Sprengstoffermittler und Spurensicherung waren am Vormittag noch vor Ort.
Erneuter Fall von "Violence as a Service"?
In den vergangenen Wochen hatte es im Rhein-Main-Gebiet mehrere Explosionen vor Geschäften gegeben. Bei den bisherigen Fällen in Frankfurt und Offenbach gehen die Ermittler bisher von dem Phänomen "Violence as a Service" aus. Dabei werben kriminelle Netzwerke häufig jugendliche Täter für "Dienstleistungsgewalttaten" an. Ob es einen Zusammenhang zu dem Fall in Hofheim gibt, ist allerdings noch völlig unklar.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte nach den Explosionen im September von "einer neuen Dimension innerhalb der organisierten Kriminalität" gesprochen. Der Anstieg der Taten betreffe nicht nur Hessen, sondern auch andere Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen.