Anschlagsplan auf britische Militärbasis?: Verdächtige sind wieder auf freiem Fuß - mögliche Verbindung zum Iran
In Großbritannien sind fünf Briten vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt worden, die am Sonntag wegen eines möglicherweise geplanten Anschlags auf einen Luftwaffenstützpunkt festgenommen worden waren. Die fünf Männer seien „nach umfangreichen Befragungen und Ermittlungen“ unter Auflagen freigelassen worden, erklärte Laurence Taylor von der Anti-Terror-Polizei am Montag.
Das bedeute nicht, dass die Ermittlungen beendet seien, fügte Taylor hinzu. Die fünf Männer unterlägen weiterhin „strengen Auflagen“ zu ihrem Aufenthaltsort und „ihren Kontakten zu anderen Personen“. Die Polizei verfolge mehrere Spuren – unter anderem prüfe sie, ob die Männer „im Auftrag eines anderen Staates“ gehandelt haben könnten.
Die Verdächtigen zwischen 23 und 25 Jahren waren am Sonntagmorgen unter anderem wegen des „Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags“ festgenommen worden.
Verdächtige sind Briten
Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Polizei um britische Staatsbürger aus London. Ein örtlicher Landwirt hatte die Behörden alarmiert, nachdem er maskierte Männer und drei weiße Transporter in Richtung des Flugplatzes im Westen Englands beobachtet hatte.
Auf dem Stützpunkt RAF Fairford sind US-Bomber stationiert, die für Einsätze gegen den Iran genutzt werden. Die britische Regierung hatte den USA die Erlaubnis erteilt, von dort aus Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu fliegen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten den Stützpunkt im Juli deshalb als legitimes Ziel bezeichnet.
US-Präsident Donald Trump hatte erklärt: „Sie werden sehr bald davon hören. Wir haben sie geschnappt.“ Die Verdächtigen „wollten unserer Basis schweren Schaden zufügen“.
Britische Medien berichteten am Montag, die Anti-Terror-Polizei prüfe eine mögliche Verbindung zum Iran. Die iranische Botschaft wies eine Verwicklung wenig später „aufs Schärfste“ zurück und sprach von „böswilligen Spekulationen“. London hatte dem Iran und Russland in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, auf Mittelsmänner zurückzugreifen, um kriminelle Aktivitäten auf britischem Territorium auszuführen.
Der britische Premierminister Andy Burnham kündigte eine Krisensitzung im Zusammenhang mit dem Vorfall an. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting sagte der BBC, er wolle sich während der laufenden Ermittlungen nicht an Spekulationen beteiligen. Er wies jedoch darauf hin, dass Großbritannien einer generellen Bedrohung durch den Iran ausgesetzt sei.
Die USA rieten ihren Bürgern in Großbritannien zur Vorsicht, da Einrichtungen mit US-Bezug einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein könnten. Großbritannien hatte die Terrorwarnstufe im April auf die zweithöchste Stufe „ernst“ angehoben. (AFP, Reuters)