Ansicht von US-Flugzeugträger überrascht Beobachter
USS Abraham Lincoln
Zustand von US-Flugzeugträger beunruhigt Beobachter
Von t-online, wan
Aktualisiert am 04.09.2026 - 03:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach langem Einsatz macht die "USS Abraham Lincoln" in Thailand Halt. Die Reise hat offensichtliche Spuren hinterlassen.
Nach 286 Tagen im Einsatz ist der amerikanische Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in einen Hafen in Thailand eingelaufen. Die Besatzung soll sich einige Tage erholen. Doch als das 330 Meter lange Kriegsschiff an der Küste auftauchte, staunten Beobachter: Der Rumpf war mit Roststellen übersät.
Noch im Dezember hatte es Aufnahmen gegeben, die die "USS Abraham Lincoln" in tadellosem Zustand zeigten, zumindest was den Rumpf betraf. Doch offenbar haben die Monate auf See ihre Spuren hinterlassen.
Das atomgetriebene Schiff war im November 2025 aus der US-Westküstenstadt San Diego ausgelaufen – zunächst für einen Einsatz im Pazifik. Infolge des Kriegs mit dem Iran wurde der Flugzeugträger dann aber in den Nahen Osten verlegt.
Experten sagten dem US-Sender CNN, dass dies aber zu erwarten gewesen sei. "Rost an der Wasserlinie ist bei einem Schiff, das 60 Tage oder länger ununterbrochen auf See im Einsatz war, nichts Ungewöhnliches", sagte Carl Schuster, ein ehemaliger Kapitän der US-Marine, der drei Einsätze auf Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse wie der "Lincoln" absolvierte.
Der Rost könne nicht einfach entfernt werden. Soldaten müssten herabgelassen werden und den Rost abkratzen. Dann müssten sie zwei Schichten Lack auftragen. "Das dauert mindestens 30 Tage", so Schuster. In laufenden Einsätzen sei eine solche Reparatur zu gefährlich.
Die rund 5.000 Soldaten sind nun in der Touristenhochburg Pattaya. Hinter ihnen liegt ein Kriegseinsatz im Nahen Osten, über den es wegen angeblicher Versorgungsengpässe und Beschwerden von Matrosen und Angehörigen Schlagzeilen gab. Das bis zu 74 Meter hohe Schiff lief am Donnerstag im Hafen Laem Chabang in der Provinz Chon Buri ein, rund 20 Kilometer von der Partystadt Pattaya entfernt. Hier soll es mehrere Tage bleiben.
Ob während des Aufenthalts erste Reparaturen vorgenommen werden, ist nicht bekannt. Schuster meinte, erste Arbeiten an der Vorderseite könnten durchgeführt werden. Ignorieren dürfe man Rost nicht, er fresse sich schnell durch das ganze Schiff. "Es ist besser gleich etwas zu machen, als später ein größeres Problem zu haben", so der ehemalige Kapitän.
Problem mit der Moral und der Versorgung
Während ihres Einsatzes im Iran-Krieg und den Reisen soll es Probleme mit der Moral der Truppe gegeben haben. Ein Mann ging über Bord. Außerdem gab es mehrere Medienberichte von Versorgungsengpässen gesprochen. Donald Trump hingegen sagte, die Besatzung sei "nicht annähernd lange genug auf See" gewesen. Bei Einsätzen von US-Flugzeugträgern sind zwar auch mehrmonatige Fahrten üblich, doch eine so lange Zeit ohne regulären Hafenaufenthalt ist ungewöhnlich.
Das Erscheinungsbild der "USS Abraham Lincoln" stört Trump offenbar nicht, auf die Bilder aus Thailand gab es bislang keine Reaktion. Im vergangenen Jahr noch hatte er den damaligen Marineminister, John Phelan, mehrmals sogar nachts angerufen und sich über Rostprobleme geäußert. "Hol die Schiffe aus den Decks. Mach den Rost weg", sagte er laut Phelans Angaben.
Sollten die US-Soldaten während ihres Erholungsaufenthalts zum Rostabkratzen abkommandiert werden, dürfte das die Moral nicht erhöhen. "Rost bekämpfen ist eine der beiden unbeliebtesten Tätigkeiten in der Marine. Die andere ist die Reparatur von Toiletten und Abwasserrohren. Ich habe beides als junger Offizier auf einem Schiff gehasst", sagte Kapitän Schuster.
Verwendete Quellen
cnn.com: "Rusty state of USS Abraham Lincoln after marathon deployment shocks observers" (Englisch)
independent.co.uk: "USS Lincoln docks with rusted metal and chipped paint after record-setting stint at sea" (Englisch)
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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