Anteile bei Server-CPUs: Im KI-Zeitalter wird Arm zum Schwergewicht
Jüngste Prognosen von Marktforschern erwarten den baldigen Durchbruch von Arm-Prozessoren im Servermarkt dank des weltweiten KI-Booms. Bis 2030 sollen Arm-CPUs bei der Stückzahl AMD überholt und Intel fast eingeholt haben. Beim Umsatz sollen Arm-CPUs ihre x86-Pendants schon in Kürze überflügeln. Dieses Szenario beschreibt eine Studie von BofA Global Research (via WCCFtech), die sich auf Zahlen von IDC und Mercury Research beruft und auszugsweise auf X veröffentlicht wurde. Demzufolge sollen Arm-CPUs im laufenden Jahr gut 19 Prozent Anteil bei den abgesetzten Server-CPUs erreichen, diesen Anteil aber bis zum Jahr 2030 kontinuierlich auf insgesamt fast 34 Prozent oder gut ein Drittel des Marktes ausbauen. Bei den Zahlen werden noch handelsübliche Arm-CPUs (Merchant) und speziell für Kunden angepasste Designs (Custom) unterschieden. Im Gegenzug soll vor allem Intel an Marktanteilen einbüßen: Von für dieses Jahr erwarteten 53 Prozent soll es für Intel im Jahr 2030 auf knapp 36 Prozent hinunter gehen. Relativ konstant wird wiederum die Entwicklung der Marktanteile von AMD erwartet, die in diesem Jahr bei 27 Prozent liegen sollen und für 2030 auf rund 30 Prozent geschätzt werden. Parallel wurde eine Grafik zum erwarteten Verlauf der Marktanteile nach Umsatz mit Server-Prozessoren publiziert. In dieser Studie sehen AMD und Intel noch deutlich blasser aus, denn mit Arm-CPUs soll bereits im laufenden Jahr mehr Geld eingenommen werden. Für 2026 wird ein Anteil von 27,7 Prozent für AMD, 33,9 Prozent für Intel und kombiniert 38,4 Prozent für Arm-CPUs erwartet. In den Folgejahren soll sich mit Arm-Prozessoren noch deutlich mehr einnehmen lassen, sodass diese im Jahr 2030 mit 49,3 Prozent für fast die Hälfte des globalen Umsatzes zuständig seien. Bei Intel wird analog zu den Stückzahlen ein stetiger Rückgang beim Umsatz erwartet, der 2030 nur noch 22 Prozent des Marktes ausmachen, während für AMD auch hier ein ziemlich konstantes Bild gezeichnet wird. KI-Server verhelfen Arm zum Höhenflug Dass Arm in den nächsten vier Jahren solch hohe Marktanteile bei den Server-CPUs erzielen soll, hat einen einfachen und allgegenwärtigen Grund: Künstliche Intelligenz. Denn wie eine weitere Grafik aufzeigt, hat sich der weltweite Servermarkt inzwischen in das klassische Geschäft und die neuen KI-Server aufgespalten. Letztere haben sogar bereits 2025 die Führung bei der Bewertung des Absatzpotenzials (Total Addressable Market, kurz TAM) übernommen. Bis 2030 soll der Gesamtmarkt mit Server-CPUs auf 210 Milliarden US-Dollar anwachsen, davon sollen allein 180 Milliarden US-Dollar auf KI-Server-CPUs entfallen. Damit wird deutlich, dass Arm-Prozessoren vor allem vom globalen Aufrüsten bei KI-Rechenzentren profitieren, wo sie eben häufiger eingesetzt werden als bei den klassischen Server-Anwendungen, die noch in der Hand der x86-Prozessoren von AMD und Intel liegen. Im Zusammenspiel mit den obigen Diagrammen wird aber auch deutlich, dass AMD voraussichtlich in diesem Trend noch deutlich besser mithalten kann, während Intels Jahrzehnte währende Dominanz ein jähes Ende finden dürfte. Weitere Studien zum aktuellen Stand Bernstein-Analysten zeichnen auf Basis von Zahlen von Mercury Research zumindest den Beginn eines Siegeszuges der Arm-CPUs im Servermarkt nach. Während Intel demnach in den letzten Quartalen deutlich an Boden verlor und unter 60 Prozent Marktanteil nach Stückzahlen rutschte, liegt Arm mittlerweile bei fast 20 Prozent. In der Umsatzstatistik fehlt an dieser Stelle Arm allerdings. Dort soll Intel zuletzt wieder etwas mehr eingenommen haben, was auf gestiegene Verkaufspreise schließen lässt.