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Apple AirPods 5 im Test: Die heimlichen Stars des Jahres?

Technologie

Der Herbst 2026 hat uns neben neuen iPhones auch wieder frisches Audio-Futter aus Cupertino beschert. Die Apple AirPods 5 sind gelandet und ich hatte ausgiebig die Gelegenheit, die neuen weißen In-Ears in den Alltag zu integrieren (Arbeit und Sport). Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich kaum etwas getan hat, das altbekannte Design grüßt uns auch in der fünften Generation. Doch unter der Haube hat Apple weiterentwickelt und das Line-up sinnvoll neu aufgestellt.

Der wichtigste Punkt vorweg: Wer bei der vierten Generation noch einen Aufpreis zahlen musste, um in den Genuss der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) zu kommen, darf sich jetzt freuen. Apple hat ANC zum absoluten Standard für die 5er-Serie gemacht. Aber dröseln wir das Ganze der Reihe nach auf, denn beim Kauf müsst ihr euch zwischen zwei Varianten entscheiden.

Zwei Modelle: Die 20-Euro-Entscheidung

Apple bietet die AirPods 5 in zwei unterschiedlichen Versionen an. Die Basisvariante startet bei 149 Euro. Für 169 Euro erhaltet ihr das Premium-Modell. Der klangliche Unterbau, der H2-Chip und auch das besagte Active Noise Cancelling sind bei beiden Modellen exakt identisch. Das ist ein großer und sehr kundenfreundlicher Schritt - vermutlich aber auch dem drückenden Wettbewerb geschuldet.

Warum sollte man also 20 Euro mehr auf den Tisch legen? Das teurere Modell bringt drei Upgrades mit, die im Alltag einen Unterschied machen (können).

Erstens: Das Ladecase lässt sich kabellos (via MagSafe oder Qi) aufladen. Zweitens: Im Case ist ein kleiner Lautsprecher verbaut, der bei der Suche über das „Wo ist?“-Netzwerk akustische Signale abgibt. Drittens, und das ist für mich das absolute Killer-Feature: Nur das 169-Euro-Modell verfügt über eine Touch-Steuerung am Stäbchen. Ein einfaches Wischen nach oben oder unten reguliert die Lautstärke.

Wer dieses Feature von den Pro-Modellen kennt, weiß, wie unfassbar nervig es ist, jedes Mal das Smartphone zücken zu müssen, um die Musik leiser zu machen (oder beim Joggen Siri anzuschnaufen und zu hoffen, dass alles klappt). Allein für diese Wischgeste lohnt sich der Aufpreis aus meiner Sicht zu 100 %.

Design und Tragekomfort: Freiheit für den Gehörgang

Beim Tragekomfort scheiden sich bei In-Ear-Kopfhörern traditionell die Geister. Die AirPods 5 setzen weiterhin konsequent auf das offene Design ohne Silikonaufsätze. Wer den ständigen Druck im Gehörgang, den abdichtende Kopfhörer unter Umständen mit sich bringen, nicht ausstehen kann, ist hier genau an der richtigen Adresse.

Die Hörer sitzen angenehm locker, aber dennoch so sicher, dass sie auch bei einem Sprint auf der Laufbahn (naja, was ich so Sprint nenne...) oder bei schnellen Kopfbewegungen verlässlich im Ohr bleiben. Ich mag die 5er und die Modelle davor - muss aber sagen, dass die 2 Pro bisher mein Favorit sind, nicht aber die 3 Pro, die bei mir nicht so gut sitzen.

Ein sinnvolles Upgrade gibt es in Sachen Haltbarkeit. Die AirPods 5 sind nun nach IP57-Standard zertifiziert. Das bedeutet, dass sie nicht nur gegen Schweiß und (den gelegentlichen norddeutschen) Nieselregen geschützt sind, sondern auch staubdicht ausfallen. Selbst ein versehentliches kurzes Untertauchen in Wasser sollen sie unbeschadet überstehen, fürs Schwimmen sind sie aber natürlich weiterhin nicht gedacht. Also: Vorher Spritzwasser, nun Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Habe ich aber nicht getestet.

Das weiße Ladecase ist erfreulich geschrumpft, extrem handlich und stört in keiner Hosentasche. Aufgeladen wird es standardmäßig über USB-C oder eben drahtlos. Gut zu wissen: Apple hat den Rotstift angesetzt und legt kein USB-C-Kabel bei. In den meisten Haushalten dürfte das heutzutage aber ohnehin kein Problem mehr darstellen.

Klangqualität und ein Software-Geheimtipp

Im Inneren der Kopfhörer verrichtet der bewährte H2-Chip seinen Dienst, der bereits in anderen Apple-Kopfhörern für eine Verbindung und Rechenpower sorgt. Klanglich liefern die AirPods 5 eine sehr runde Vorstellung ab. Die Mitten sind wunderbar klar, Stimmen bei Podcasts oder Telefonaten kommen präsent rüber, und für eine offene Bauweise baut der Bass erstaunlich viel Druck auf. Dreht man die Lautstärke ans Limit, greift der digitale Signalprozessor intelligent ein und verhindert ein Übersteuern der Tiefen.

Out-of-the-box könnten die Höhen für meinen Geschmack noch einen Hauch mehr Brillanz vertragen. Hier kommt ein Software-Tipp ins Spiel: Nutzt unbedingt die in iOS 27 integrierten Audio-Bedienungshilfen. Wenn ihr dort einen kurzen Hörtest absolviert und das Audioprofil personalisiert, öffnet sich die klangliche Bühne enorm. Plötzlich sind die feinen Nuancen da und die Musik klingt spürbar luftiger. Auch das dynamische 3D-Audio (Spatial Audio) mit Head-Tracking ist mit an Bord und sorgt bei unterstützten Titeln für einen tollen, immersiven Raumklang. Alternativ auch mal einen Blick auf den Equalizer werfen (siehe mein Screenshot).

ANC und Transparenzmodus ohne Silikon: Wie geht das?

Active Noise Cancelling bei Kopfhörern, die das Ohr nicht physisch abdichten, ist technisch eine echte Herausforderung. Außengeräusche dringen quasi oft ungehindert am Kopfhörer vorbei an das Trommelfell. Dass die AirPods 5 hier dennoch so gut abliefern, ist nett. Der H2-Chip analysiert die Umgebung permanent und steuert mit Gegenschall dagegen.

Im direkten Vergleich mit geschlossenen Pro-Modellen werden schrille, plötzliche Töne oder sehr laute Gespräche natürlich nicht ganz so stark weggefiltert. Pro ist einfach Pro - der Name ist Programm. Aber tiefe Frequenzen, das monotone Brummen von Motoren oder das Rauschen im Haushalt oder draußen bügeln die AirPods 5 bemerkenswert gut weg. Für den Alltag im Büro oder beim Spaziergang an einer viel befahrenen Straße ist das eine Entlastung. Ja, es gibt Menschen, die die Dinger sogar tonlos, nur wegen des ANC tragen.

Das eigentliche Highlight ist jedoch der Transparenzmodus. Weil die Ohren ohnehin nicht abgedichtet sind, fühlt sich das Durchleiten der Außengeräusche durch die Mikrofone so unfassbar natürlich an, dass man die AirPods im Ohr nach wenigen Minuten schlichtweg vergisst. Die eigene Stimme hallt beim Sprechen nicht im Kopf, und Unterhaltungen an der Supermarktkasse sind problemlos möglich, ohne die Hörer herausnehmen zu müssen. Und nein, ich bin nicht die Sorte Mensch, die die AirPods drinlässt. Ist für mich irgendwie wie "Sonnenbrille grundlos drinnen aufsetzen"-Typen.

Smarte Features: Kopfnicken für Siri

Apple baut die Verzahnung in sein Ökosystem immer weiter aus. Die Mikrofone leisten bei Anrufen hervorragende Arbeit; Algorithmen filtern störende Hintergrundgeräusche oder Wind recht zuverlässig heraus, sodass man am anderen Ende der Leitung klar und deutlich verstanden wird. Reicht für mich dicke, wer beruflich "echt" viel telefoniert, greift aber vermutlich zu anderen Lösungen.

Weiterhin clever sind die euch vielleicht bekannten Interaktionsmöglichkeiten mit Siri. Wenn ihr gerade keine Hände frei habt und ein Anruf hereinkommt, reicht ein einfaches Nicken, um das Gespräch anzunehmen, oder ein Kopfschütteln, um es abzuweisen. Auch Benachrichtigungen lassen sich so stumm bestätigen.

Akkulaufzeit und Fazit

Bei der Ausdauer gibt es leichte Unterschiede zwischen den Modellen. Das Premium-Modell bringt es mit aktiviertem ANC auf rund 5 Stunden ununterbrochene Musikwiedergabe, während die Basisvariante bei etwa 4 Stunden die Segel streicht. Rechnet man die Ladungen im kleinen Case dazu, kommt man auf bis zu 30 Stunden Gesamtlaufzeit. Das ist kein neuer Branchenrekord, aber für den Alltag vermutlich mehr als ausreichend. Fünf Stunden am Stück hat man In-Ears in der Regel ohnehin selten in den Ohren. Aufgepasst: Wer wirklich meint, die volle Zeit volle Lautsärke zu hören, der muss mit etwas weniger Hörzeit auskommen, logisch.

Mein Fazit: Apple hat die AirPods 5 konsequent weiterentwickelt und die wichtigste Funktion, das Active Noise Cancelling, in beiden Varianten gangbar gemacht. Dass nun auch Käufer des Standardmodells ein funktionierende Geräuschunterdrückung erhalten, ist ein riesiger Pluspunkt. Die offene Bauweise bleibt ein Segen für alle, die In-Ears mit Silikonaufsätzen nicht mögen, ohne dass man auf Komfort-Features verzichten muss.

Meine klare Empfehlung lautet: Spart nicht an der falschen Stelle. Greift zum 169-Euro-Modell! Die integrierte Lautstärkeregelung per Wischgeste und das kabellose Ladecase nebst Akku-Plus werten den Komfort auf, dass sich der Aufpreis von 20 Euro bei jedem einzelnen Tragen bezahlt macht. Wer im Apple-Kosmos zu Hause ist, bekommt hier ein extrem rundes, alltagstaugliches Gesamtpaket geliefert.

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