Apple hat über Android gelacht und jetzt das gleiche Problem
Ausgerechnet bei der Präsentation des iPhone Duo leistet sich der Konzern einen peinlichen Fehler.
Apple hat bei der Vorstellung seines ersten faltbaren Smartphones, dem iPhone Duo, die Konkurrenz scharf kritisiert. Der neue CEO John Ternus bemängelte auf der Bühne, dass sich andere Foldables wie „zwei seltsam aneinandergeklebte Telefone“ anfühlen würden. Seiner Aussage nach seien deren quadratische Bildschirme schlecht für das Ansehen von Filmen oder das Scrollen durch vertikale Inhalte geeignet, da oft störende schwarze Balken entstünden.
Apple kann es nicht besser machen
Die überraschende Wendung folgte jedoch kurz darauf, wie 9to5Google anmerkt. Wie aus Apples eigenen Dokumentationen für Entwickler hervorgeht, wird das iPhone Duo exakt dieselbe Methode anwenden, um nicht optimierte Apps darzustellen. Anwendungen, die noch nicht für das neue Betriebssystem iOS 27.1 angepasst wurden, werden ebenfalls mit schwarzen Balken an den Seiten in einem Hochkant-Format angezeigt – genau das, was der Konzern zuvor an Android-Geräten bemängelt hatte.
Dieses sogenannte „Letterboxing“ ist eine bekannte Herausforderung bei der Einführung neuer Bildschirmformate, nicht nur bei Foldables. In den Anfangsjahren der faltbaren Android-Smartphones war es ein weit verbreitetes Problem, das die Nutzererfahrung trübte. Inzwischen hat sich die Lage jedoch stark verbessert, da Google die Software-Anpassung vorangetrieben und die App-Entwickler auf die wachsende Zahl der Geräte reagiert haben (Quelle: 9to5Google).
Apple trotzdem im Vorteil
Trotz des anfänglichen Spotts könnte Apple hier langfristig einen Vorteil haben. Die iOS-Entwicklergemeinde gilt als sehr engagiert und passt ihre Apps erfahrungsgemäß schnell an neue Hardware-Gegebenheiten wie größere Bildschirme oder neue Funktionen an. Es ist daher wahrscheinlich, dass die wichtigsten Anwendungen in kurzer Zeit für die volle Bildschirmfläche des iPhone Duo optimiert werden und das Problem für die meisten Nutzer schnell in den Hintergrund rückt.
Dennoch wirft der Vorfall ein bezeichnendes Licht darauf, wie Apple versucht, sich in einem bereits etablierten Markt zu positionieren. Mit dem Einstieg in die Welt der Foldables, die bisher von Herstellern wie Samsung dominiert wird, muss sich auch der iPhone-Konzern den gleichen technischen Hürden stellen. Die Kritik an der Konkurrenz erweist sich damit als ein Manöver, das bei genauerem Hinsehen die eigenen, noch ungelösten Aufgaben offenbart.