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Apple Watch Series 12 im Test: Bei meinem Spezial-Training zeigt sich ein riesiger Unterschied

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Apple Watch Series 12 im Test: Bei meinem Spezial-Training zeigt sich ein riesiger Unterschied

04. Oktober 2026 um 09:00 Uhr

Die neue Apple Watch Series 12 kommt mit besseren Sensoren, robusterem Gehäuse und vielen KI-Funktionen. Wie gut das Zusammenspiel klappt, klären wir im Test.

Design und Verarbeitung

Kratzfestes und helles Display

Neuer Sensor auf der Rückseite

Was bringt der neue Sensor im Alltag?

Neue Tagesform-Anzeige

Einfluss auf die Akkulaufzeit

Einige KI-Funktionen bleiben in Deutschland offline

Fazit & Alternativen

Neben dem iPhone 18 Pro (Testbericht) hat Apple im Rahmen des September-Events auch neue Apple Watch-Modelle präsentiert. Neben der Apple Watch Ultra 4 gibt es ab sofort auch die Apple Watch Series 12. Beide Modelle kommen mit einem neuen Sensor auf der Rückseite.

Dieser Sensor ist für Nutzer in Deutschland die größte und wichtigste Neuerung. Der neue S11-Chip ermöglicht zwar zahlreiche KI-Funktionen, die hierzulande jedoch allesamt noch nicht verfügbar sind. Dazu später mehr.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick halten sich die optischen Unterschiede der Apple Watch 12 im Vergleich zur Series 11 (Testbericht) in Grenzen. Nach wie vor ist die Computeruhr in den zwei Gehäusegrößen 42 oder 46 Millimeter erhältlich. Die Displayränder schrumpfen erneut. Icons auf der 1,8 Zoll großen Anzeige unseres Testgerätes rücken somit ganz nah an den Rand.

Neues gibt es beim Gehäusematerial: In der günstigsten Variante ab 449 Euro kommt die Smartwatch nach wie vor mit Aluminiumgehäuse. Wer mindestens 799 Euro an Apple überweist, darf die Uhr mit robustem und leichtem Titangehäuse in Empfang nehmen.

Und für die Apple Watch Series 12 bietet Apple auch zum ersten Mal seit 2019 wieder eine Version mit Keramikgehäuse an. Dafür sind mindestens 1.049 Euro fällig. Während ihr bei der uns vorliegenden Basis-Version zwischen einer reinen GPS-Variante und einer GPS + Mobilfunk-Version wählen könnt, kommt die Apple Watch mit Titan- oder Keramikgehäuse stets mit eingebautem Mobilfunk-Modul.

Egal für welche Version ihr euch entscheidet - alle sind vor eindringendem Wasser bis zu einer Tiefe von 50 Metern geschützt. Das reicht problemlos für Bahnenschwimmen und Wassersport im flachen Wasser. Für ambitioniertere Tauchgänge empfiehlt Apple ausschließlich die Apple Watch Ultra 4.

Kratzfestes und helles Display

Die Titan- und Keramik-Varianten bestückt Apple stets mit Saphirglas, während bei den günstigeren Aluminium-Varianten Ceramic Shield 2 das Frontglas vor Kratzern und Rissen bewahren soll. Das klappt gut. Während wir bei vorherigen Ion-X-Glas-Varianten oft schon nach wenigen Tagen verärgert auf ein zerkratztes Display starrten, zeigt sich das aktuelle Testgerät viel robuster.

Nach zehn Tagen im Einsatz ist das Display noch frei von Kratzern, obwohl wir mehrfach unbeabsichtigt an Treppengeländern und Wänden entlang schrappten. Versuchen wir, Kratzer mithilfe eines Schlüsselbundes zu provozieren, bleibt auch das erfolglos.

Mit einer Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits strahlt die Apple Watch 12 hell genug, um auch bei direktem Sonnenlichteinfall ablesbar zu bleiben. Die Anzeige spiegelt zwar, doch das erwies sich im Testzeitraum als weniger dramatisch als gedacht. Ebenfalls angenehm ist die Minimalhelligkeit: In dunklen Situationen, etwa im Kino oder nachts unter der Bettdecke, glimmt das Display mit nur 1 Nit augenschonend ganz schwach.

Neuer Sensor auf der Rückseite

Den deutlichsten Unterschied der Apple Watch 12 im Vergleich zur Series 11 findet man auf der Rückseite. Hier verbaut der iPhone-Erfinder nun einen neuen Sensor zur Messung der Herzfrequenz. Gut sichtbar ist die ringförmige Neuanordnung der LEDs und der Elektroden. Apple verspricht eine Vergrößerung der Sensorfläche zur Haut, was zu weniger Lücken bei Messungen sorgen soll.

Zudem kommen nun effizientere grüne LEDs zum Einsatz, die die Herzfrequenz alle fünf Sekunden den ganzen Tag über messen. Im Vergleich zur Vorgängergeneration sammelt die Apple Watch Series 12 laut Apple nun das 60-fache an Herzfrequenzdaten ein.

Wir können den eifrigen Sensoren bei der Arbeit zusehen: Jedes Mal, wenn wir das Gehäuse ein wenig anheben, sehen wir blinkende grüne LEDs. Apple Watch-Alternativen, etwa von Garmin, messen die Herzfrequenz ebenfalls rund um die Uhr. Apple setzte bislang - womöglich mit Blick auf die knappe Akkulaufzeit - auf ein Fünf-Minuten-Intervall.

Was bringt der neue Sensor im Alltag?

Apple bewirbt den neuen Sensor unter anderem mit einer akkurateren Berechnung der verbrauchten Tageskalorien. Vor allem Tätigkeiten, die nicht explizit per Training angestoßen werden, sollen nun in die Berechnung einfließen. Da die Apple Watch euren Puls nun kontinuierlich misst, kann der Kalorienverbrauch etwa beim Aufräumen, Schneeschippen, Staubsaugen oder dem Sprint zur U-Bahn besser überwacht werden. Wir konnten aber auch deutliche Verbesserungen beim - zugegeben - besonderen Training beobachten.

Der Autor jongliert gerne. Um nach einem Bürotag noch möglichst schnell "die Ringe zu schließen", hat er sich ein Spezialtraining überlegt: Mit drei bis vier Bällen jonglierend geht er dazu kontinuierlich eine Treppe auf und ab. Da die Apple Watch beziehungsweise watchOS kein passendes Trainingsprogramm für "Treppensteigen mit Jonglieren" anbietet, kommt das Programm "Sonstiges" zum Einsatz. Die Uhr kann auch automatisch Trainingsroutinen erkennen, doch das klappt bei diesem komplizierten Bewegungsmuster nicht.

Sowohl Apple Watch Ultra 3 als auch Apple Watch Series 11 waren mit dieser Form des Trainings bislang überfordert. Beide Smartwatch-Modelle zeigten wie die Series 10 kurz nach Trainingsstart den Puls an, doch die schnellen Armbewegungen beim Jonglieren führten stets dazu, dass die Uhr den Pulswert nicht berechnen konnte. Auf dem Display war der Wert dann ausgegraut. Ärgerlich! Wir behalfen uns damit, am Ende jedes erklommenen Stockwerkes kurz innezuhalten und der Uhr eine Verschnaufpause zu gönnen, bis sie den Puls wieder ermitteln konnte. Das dauerte bis zu zwanzig Sekunden und unterbrach die Routine.

Diese Zwangspausen sind mit der Apple Watch Series 12 nicht mehr nötig. Die Uhr misst jetzt kontinuierlich den Puls, es gibt während des Jonglierens keine Aussetzer mehr. Damit liefert die aktuelle Apple Watch-Generation deutlich genauere Angaben zu den verbrauchten Kalorien.

Messungen zur Herzratenvariabilität (HRV) gab es bereits bei den Vorgängermodellen, doch diese Messungen erfolgten bislang sporadisch, in längeren Ruhephasen oder beim Schlaf-Tracking. Apple selbst gibt an, die HRV nun alle fünf Minuten zu erfassen. Die HRV ist ein guter Markerpunkt zum Messen von Stress und Erholung. Ihr könnt Tendenzen und Werte in einem neuen Reiter der Health-App ablesen.

Im Test fällt zudem die sehr genaue Schrittmessung auf. Mit der Apple Watch Series 12 am Arm gehen wir im Büro (ohne GPS-Empfang) den Flur auf und ab und zählen mit einem mechanischen Schrittzähler bis 1.000. Das Ergebnis auf der Apple-Uhr weicht im Schnitt nur 5 Schritte vom tatsächlichen Ergebnis ab. Dabei zeigt die Uhr eher zu viele als zu wenige Schritte an. Bei dieser geringen Abweichung ist das unerheblich.

Neue Tagesform-Anzeige

Daten aus den HRV-Messungen fließen in eine weitere Neuheit der Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 ein: Tagesform. Hier versucht die Apple Watch über eine Skala von 0 bis 10 einzuschätzen, wie leistungsbereit ihr für sportliche Aktivitäten seid. Neben der HRV werden dabei auch eure Schlafqualität, die Temperatur am Handgelenk in der Nacht und eure vergangenen Aktivitäten mit einbezogen. Der Wert ändert sich im Laufe des Tages und lässt sich auf Wunsch als Komplikation auf dem Zifferblatt einrichten.

Bis der Wert ermittelt werden kann, ist Geduld gefragt: Ihr müsst die Uhr über mehrere Tage und Nächte tragen. Komplexe Daten des Körpers in eine einzige Zahl zu pressen, ist zudem nicht ohne Risiko.

Zwar kann die Apple Watch Series 12 prinzipiell frühzeitig vor Infekten oder Übertraining warnen. Das ist besonders interessant für Menschen, die zum ersten Mal intensiver trainieren oder nach längerer Pause wieder einsteigen. Dann kann die Tagesform-Anzeige etwa zu Ruhetagen raten.

Auf der anderen Seite können niedrige Werte vorschnell abschrecken: Wer morgens gut erholt auf seine Uhr blickt, aber einen niedrigen Tagesform-Wert angezeigt bekommt, entscheidet sich mitunter gegen Aktivitäten, obwohl aus medizinischer Sicht nichts dagegen spräche. Die Uhr aber hat die Schlafqualität abgewertet, weil ihr nachts zwei Mal kurz wachgeworden seid, weil der Nachbar etwas später als gewohnt mit dem Auto nach Hause gekommen ist.

Einfluss auf die Akkulaufzeit

Trotz Rund-um-die-Uhr-Messungen zeigt die Apple Watch Series 12 keine großen Veränderungen gegenüber der Vorgängergeneration bei der Akkulaufzeit. Der verbaute S11-Chip und die effizienteren LEDs sind maßgeblich dafür verantwortlich.

Apple verspricht für die Smartwatch eine Laufzeit von bis zu 24 Stunden, wenn die Uhr beim Schlafen getragen wird, gelegentlich Nachrichten empfangen werden und das Always-On-Display aktiviert ist. Im Stromsparmodus, bei dem unter anderem die Messungen im Hintergrund sowie das Always-On-Display deaktiviert werden, sollen bis zu 38 Stunden möglich sein.

Im Test zeigt sich: Apple verspricht nicht zu viel und rechnet sogar sehr konservativ. Selbst an sportintensiven Tagen mit drei bis vier Trainingseinheiten inklusive längeren Spaziergängen zeigte uns die Apple Watch Series 12 vor dem Zubettgehen meist noch eine Akkukapazität von 30 Prozent an. Ihr könnt daher locker mit einer Akkulaufzeit von bis zu 30 Stunden rechnen.

Während der Nacht verliert ihr im Schnitt 8 Prozent Akkulaufzeit. Ein 45-minütiges Outdoor-Workout mit aktiviertem GPS kostet euch im Schnitt 5 Prozentpunkte. Erfreulich schnell geht das Aufladen der Uhr vonstatten: Laut Apple reichen 30 Minuten am mitgelieferten Ladepuck aus, um den Akku von 0 auf 80 Prozent zu laden. Das deckt sich mit unseren Messungen. Klemmt eine leere Apple Watch 12 für fünf Minuten ans Ladegerät und ihr habt genügend Strom für eine ganze Nacht Schlaf-Tracking.

Vor allem die kurzen Ladezeiten sind erfreulich. Dennoch lässt sich nicht darüber hinwegsehen, dass die kurze Akkulaufzeit eine Schwäche der Apple Watch bleibt. Die meisten Smartwatch-Modelle der Konkurrenz halten länger durch.

Einige KI-Funktionen bleiben in Deutschland offline

Wer das Apple-Event "Staunen und strahlen" verfolgt hat, wird von weiteren, nicht unumstrittenen Funktionen der Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 gehört haben. Der verbaute S11-Chip soll Siri AI-Features wie Live Rewind und Siri Recap ermöglichen. Für beide Funktionen nutzt die Uhr das eingebaute Mikrofon und hört faktisch permanent mit.

Live Rewind ermöglicht dabei eine Art akustisches "Zurückspulen": Auf Knopfdruck erhaltet ihr eine Transkription der letzten fünfzehn Sekunden eines Gespräches. In einem Apple-Beispiel rattert eine Bedienung im Restaurant die zur Auswahl stehenden Speisen herunter - auf dem Display der Apple Watch erscheinen kurze Zeit später die Auswahlmöglichkeiten in Schriftform.

Noch einen Schritt weiter geht Siri Recap. Ihr könnt euch das wie eine Art automatische Notizfunktion, eine persönliche Gedächtnisstütze vorstellen, die permanent im Hintergrund läuft. Dazu fängt das Mikrofon zwangsweise Stimmen von Personen auf, die darüber nicht Bescheid wissen.

Wichtig zu wissen: Laut Apple wird das Gesprochene ausschließlich lokal im gesicherten Hardware-Speicher, der sogenannten Secure Exclave, verarbeitet und nicht an Apple-Server übertragen. Die Textnotizen werden zudem nach sieben Tagen automatisch gelöscht, wenn sie nicht ausdrücklich gespeichert werden.

Sowohl Siri Recap als auch Live Rewind sind als Teil von Siri AI nicht in der EU und damit vorerst nicht in Deutschland verfügbar. Man kann die Funktionen auch nicht aktivieren, wenn man die Betriebssystemsprache auf Englisch stellt. Die Entscheidung Apples beruht auf einem Streit mit der EU-Kommission, und es ist bislang nicht bekannt, wann und ob Siri AI in Deutschland verfügbar sein wird.

Praktisch und auch für deutsche Nutzer erlebbar ist die automatische Erkennung markanter Audiosignale wie Türklingel, Sirenen oder Babygeschrei über die Apple Watch. Das iPhone kann Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen bereits auf derartige Signale hinweisen. Jetzt klappt das auch mit den Mikrofonen der Apple Watch.

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