Apple-Zulieferer Corning crasht um 17 Prozent: S&P-500-Schlusslicht trotz KI-Boom
Fast jeder Smartphone-Besitzer nutzt täglich Produkte von Corning: Der US-Konzern fertigt das kratzfeste „Gorilla Glass“ für Apple oder Samsung und beliefert Nvidia mit Glasfaser-Hardware für KI-Rechenzentren. Trotz starker Q2-Zahlen bricht die Aktie vorbörslich um 17 Prozent ein und ist das Schlusslicht im S&P 500. Ursache ist der enttäuschende Ausblick. Ob Displayglas für iPhones, Spezialkomponenten für Autos oder Glasfaserleitungen in Rechenzentren: Corning beliefert die Tech-Prominenz. Der US-Konzern zählt zu den Schlüssel-Zulieferern von Apple (3,8 Prozent des Konzernumsatzes) und Samsung (4,1 Prozent). Dazu kommen die US-Mobilfunker AT&T (7,6 Prozent) und Verizon (3,6 Prozent) sowie Partnerschaften mit Nvidia, Meta und Microsoft. Vor dem US-Handelsauftakt am Dienstagnachmittag geriet das Papier gewaltig unter Druck: Die Aktie sackte vorbörslich um gut 17 Prozent ab und bildete damit das Schlusslicht im S&P 500. Starke Q2-Zahlen von KI-Sparte getrieben Operativ lief das zweite Quartal rund. Der Kerngewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich von 0,60 auf 0,78 Dollar und lag über dem Bloomberg-Konsens von 0,76 Dollar. Der Kernumsatz kletterte um 17 Prozent auf 4,74 Milliarden Dollar (Schätzung: 4,65 Milliarden Dollar). Haupttreiber war die Sparte Optical Communications. Der Umsatz im Glasfasergeschäft für Rechenzentren schoss um 32 Prozent auf 2,07 Milliarden Dollar nach oben (Erwartung: 2,01 Milliarden Dollar). Die Nachfrage nach schnellen Datenverbindungen für Künstliche Intelligenz bleibt hoch. Im Spezialglas-Segment (Glass Innovations) verbuchte Corning 1,46 Milliarden Dollar Umsatz, das Solargeschäft steuerte 438 Millionen Dollar bei. Enttäuschende Prognose trifft auf hohe Erwartungen Der Auslöser für den Kursrutsch liegt in der Prognose für das laufende dritte Quartal: Das Management rechnet mit einem Umsatz von 4,9 bis 5,0 Milliarden Dollar sowie einem Kerngewinn je Aktie von 0,85 bis 0,89 Dollar. Analysten hatten beim Umsatz im Schnitt jedoch das obere Ende der Spanne erwartet. Das Management peilt bis 2030 weiterhin ein jährliches Umsatzwachstum von 19 Prozent an. Nach dem steilen Kursanstieg der letzten Monate reicht der Wall Street das minimale Verfehlen der Quartalsprognose aber für massive Gewinnmitnahmen.