Apples „E-Mail-Adresse verbergen“: Sammelklage läuft trotz Bugfix weiter
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Eigentlich soll die kostenpflichtige iCloud+-Funktion „E-Mail-Adresse verbergen“ alias „Hide My Email“ dafür sorgen, dass Empfänger die tatsächliche Adresse eines Absenders nicht auslesen können. Doch seit mehr als einem Jahr behob Apple gemeldete Fehler nicht, die dazu führten, dass die Originaladressen des beliebten Weiterleitungsdienstes geleakt werden konnten. Erst in dieser Woche kam es dann endlich zu einem abschließenden Fix – und einer Erläuterung, was überhaupt hinter der Datenschutzlücke steckte. Doch die Fehlerbehebung wird Apple nicht bei einer in den USA eingereichten Sammelklage helfen: Die Kläger wollen weiterhin Geld sehen, weil sie sich in ihrer Privatsphäre bedroht fühlen. Der Rechtsstreit begann interessanterweise bereits, als noch gar nicht klar war, was an „E-Mail-Adresse verbergen“ überhaupt kaputt war. Weiterlesen nach der Anzeige Apple-Server machten den Leaker Entdeckt hatten die Lücke Ben und Tyler Murphy vom Datenschutzdienst Easy Opt Outs. Sie benachrichtigten Apple bereits vor über einem Jahr. Doch Apple führte zunächst einen unvollständigen Fix durch und behob das Problem dann nicht abschließend. Die Murphys wandten sich an das US-Medium 404 Media, das den Fall öffentlich machte, was nun offenbar dazu geführt hat, dass Apple endlich handelte. Der Hintergrund: Apples Server spuckte die tatsächliche E-Mail-Adresse eines „Hide My Email“-Nutzers aus, wenn es zu einem sogenannten Bounce kam. Bounces sind E-Mail-Antworten, die beispielsweise erscheinen, wenn eine E-Mail aufgrund einer Spam-Bewertung nicht zugestellt wird. Es kann aber auch andere Gründe haben – etwa ein übergelaufenes Postfach. Apples Bounces enthielten jedoch nicht nur die versteckte E-Mail-Adresse, sondern auch den tatsächlichen Empfänger. Somit konnte man mittels Erzeugung von Bounces Personen demaskieren, die den E-Mail-Schutzdienst nutzten. Apple brauchte dann wie erwähnt über ein Jahr, um seine Server korrekt zu konfigurieren. Das Problem: Alle zuvor demaskierten Adressen liegen nach wie vor offen. Nur bei neuen „E-Mail-Adresse verbergen“-Adressen ist sichergestellt, dass die Originalempfänger nicht geleakt wurden. Die große Sammelkage Eine Mitte Juli eingereichte Sammelklage, die der Apple-Nutzer Anthony Alvarez angestrengt hat und dem United States District Court for the Northern District of California vorliegt (Case 3:26-cv-07274), will weiterhin erreichen, dass Apple Schadenersatz an betroffene Nutzer zahlt. Die Klage umfasst unter anderem Wettbewerbsverstöße, Verletzungen von Konsumentenrechten, Vertrags- und Garantiebruch sowie unrechtmäßige Bereicherung. Auch soll Apple falsche Reklame betrieben haben, da der Dienst als sicher vermarktet wurde. Die Klage war bereits eingereicht worden, bevor überhaupt bekannt war, was konkret das Problem bei „Hide My Email“ war – Alvarez reichte, dass seine E-Mail-Adresse geleakt worden sein könnte. Für Apple kommt erschwerend hinzu, dass der Service stets kostenpflichtig offeriert worden war. Um „Meine E-Mail-Adresse verbergen“ zu nutzen, war ein kostenpflichtiges iCloud+-Abo notwendig, das mindestens 99 Cent im Monat kostet. Wann und ob die Klage vor Gericht geht, ist noch unklar. Ein Richter muss ihr zudem Sammelklagenstatus zuordnen. Das könnte für Apple dann gegebenenfalls teuer werden. Weiterlesen nach der Anzeige Empfohlener redaktioneller Inhalt Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.