DAX +2,97 % 25.497,70 Pkt 15:09:06 MDAX +2,00 % 32.306,32 Pkt 15:09:07 Euro Stoxx 50 +1,02 % 6.345,25 Pkt 15:09:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,50 % 64.931,19 Pkt 08:45:03 Gold +0,40 % 4.087,00 USD 15:13:55 Silber +0,49 % 59,20 USD 15:13:54 Brent -6,10 % 90,88 USD 15:13:58 WTI -5,70 % 84,22 USD 15:14:01 Bitcoin -0,64 % 64.924,41 USD 15:23:56 EUR/USD +0,06 % 1,13840 USD 15:23:24 EUR/GBP +0,02 % 0,85480 GBP 15:24:06 EUR/CHF +0,16 % 0,93080 CHF 15:24:05 EUR/JPY -0,05 % 186,291 JPY 15:24:06

Apples Smart Glasses könnten ein Meta-Problem haben

Technologie

Für Apple läuft es gerade nur »geht so«. Mit dem MacBook Neo (hier unser Testbericht) hatte das Unternehmen Anfang des Jahres einen Preisbrecher vorgestellt, der die PC-Branche ins Schwitzen bringt. Doch weil die Nachfrage nach Speicher durch neue KI-Rechenzentren die Preise für Arbeitsspeicher verdirbt, mussten die anfangs günstigen Preise nach wenigen Monaten um 100 Euro angehoben werden. Dann wurde im Juni die erste Vorabversion von iOS 27 mit der neuen Siri an Entwickler verteilt. Experten, die das zukünftige iPhone-Betriebssystem getestet haben, sind voll des Lobes. Doch wegen eines Streits mit der EU-Kommission kommt ausgerechnet Siri vorerst nicht in die EU. Jetzt kommt offenbar noch eine Verzögerung für ein bisher nicht angekündigtes Produkt hinzu, das Apple wieder Rückenwind verschaffen könnte, Apples angebliche Smart Glasses. Man benötigte damals keine Insiderinformationen, um das zu vermuten. Es lag auf der Hand, dass der iPhone-Konzern auch auf diesem Gebiet aktiv werden würde. Die jahrelange Förderung von Projekten im Bereich Augmented Reality und die Entwicklung der Vision-Pro-Brille (hier unser Erfahrungsbericht ) hatten längst die Grundsteine dafür gelegt. Gurman legte jedoch eins drauf und berichtete über Apples angeblichen Zeitplan für das Projekt. Demnach war die Präsentation für Ende 2026, die Markteinführung für 2027 geplant. Doch das sei nun passé, schreibt Gurman jetzt. Der ihmzufolge neue Plan: Auf der Entwicklerkonferenz WWDC, vermutlich im Juni 2027, werden Apples Smart Glasses vorgestellt und Ende 2027 eingeführt. Das würde zur üblichen Strategie des Konzerns passen, denn so hätten Entwickler Zeit, bis zum Marktstart Brillen-Apps zu entwickeln. Sie wird etwa genutzt, um heimlich Filmaufnahmen von Frauen zu machen und im Netz zu veröffentlichen . Manche Creator haben sich gar darauf spezialisiert, mit der Brille zu filmen, wie sie Frauen anmachen. Eigentlich soll eine leuchtende LED an der Brille darauf hinweisen, wenn eine Aufnahme läuft. Doch im Netz kursieren Anleitungen, wie man sie entfernen oder deaktivieren kann. Erst vor Kurzem hat Meta zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, die derartige Hacks verhindern sollen. Apple will seinen Ruf nicht ruinieren Ähnliche Erfahrungen hatte Google bereits vor mehr als zehn Jahren gemacht. Die Träger der Google Glasses wurden alsbald als »Glassholes« geschmäht. Trotz langer Entwicklungsdauer stellte der Konzern das Projekt 2023 schließlich ein. Apple kann es sich nicht leisten, dass seine Smart Glasses – sollte es sie wirklich geben – in die gleiche Schublade gesteckt werden. Seit vielen Jahren hat sich der US-Konzern die Themen Datenschutz und Schutz der Privatsphäre auf die Fahne geschrieben. Es gibt kaum eine Apple-Präsentation, in der nicht darauf hingewiesen wird, wie wichtig diese Themen betrachtet werden und wie sehr sich das Unternehmen aus seiner Sicht dafür einsetzt. Dazu passt dann auch, dass Apples Entwickler und Marketingabteilung laut Gurman mit Hochdruck daran arbeiten, jegliche Zweifel daran auszuräumen, dass Apples Smart Glasses die Privatsphäre anderer Menschen schützen. Wie sie das schaffen sollen, weiß allerdings auch der sonst so gut informierte Gurman nicht. Was könnte die Lösung sein? Eine pragmatische Option wäre es, einfach keine Kameras einzubauen. Solche KI-Brillen gibt es schon, etwa die Even Realities G2. Doch damit würde man zwei der wichtigsten Verkaufsargumente für eine solche Datenbrille eliminieren: Die Möglichkeit, jederzeit spontan, ohne Handy und freihändig ein Foto oder Video aufnehmen zu können, sowie die Option, die KI nach dem zu befragen, was man gerade sieht. Eine halbgare Lösung wäre es, eine Kamera einzubauen, die nur die KI speist, aber keine Aufnahmen speichert. Ein israelisches Start-up will gar eine Kamera entwickeln, die gar keine für Menschen sichtbaren Aufnahmen mehr macht, sondern lediglich von einer KI auswertbare Umgebungsdaten liefert . Beides wäre für Brillennutzer eher enttäuschend. Zu welchem Ergebnis Apple kommen wird, bleibt spannend. Ein unübersehbares und nicht manipulierbares Lichtsignal? Ein lauter Warnton? Es ist eine knifflige Aufgabe, hier Nutzerinteressen, Marketinginteressen und die Interessen der Öffentlichkeit unter einen Hut zu bringen. Die Zutaten liegen bereit Eigentlich hat Apple nun alles beisammen, um in den Markt für smarte Brillen einzusteigen. Die neue Siri ist bald fertig und nach ersten Tests mit Betaversionen von iOS 27 viel verständiger als früher. Passende Lautsprecher für eine Apple-Brille, die für den Nutzer gut klingen, aber Umstehende nicht jedes Wort mithören lassen, können die Entwickler der gefloppten Vision Pro liefern. Und da Zeiss schon Korrekturgläser für die Vision Pro liefert, könnte das deutsche Optik-Unternehmen das auch für eine weniger klobige KI-Alltagsbrille tun. Was bleibt, ist die Frage, inwieweit die angebliche Verzögerung eines Produkts, von dem Apple noch nie gesprochen hat, die Pläne des Unternehmens für das kommende Jahr durcheinanderbringt. Das Timing muss passen Denn 2027 wird für Apple besonders wichtig. Das iPhone wird dann 20 Jahre alt, was Grund für ein Jubiläumsmodell sein könnte – in Foren wird dazu schon eifrig spekuliert. Es wäre an der Zeit, zu diesem Anlass auch das Design grundlegend zu ändern, schließlich basieren die aktuellen Modelle weitgehend auf dem Design des iPhone X (hier unser Testbericht), mit dem Apple zehn Jahre iPhone zelebrierte. Dabei kommt es dann auch auf das Timing an. Zwar hatte Steve Jobs das iPhone damals im Januar präsentiert, in den USA kam es aber erst im Juni in den Handel. Doch würde Apple das Jubiläums-iPhone im Juni präsentieren, könnte es der Brille, so es sie denn gibt, den Schwung nehmen. Die Vielzahl neuer Produkte, die noch in diesem und im kommenden Jahr anstehen, gekonnt zu orchestrieren, dürfte für Apples Marketingabteilung die Herausforderung des Jahrzehnts sein.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren