Araújo über Auszeit und Liverpool-Transfer: „Die beste Entscheidung“
Ronald Araújo scheint endgültig beim FC Liverpool angekommen zu sein. Unter der Woche erzielte der Leihspieler des FC Barcelona einen wichtigen Treffer beim 4:3 gegen Villarreal in der Champions League und ist aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Im Interview mit der „Times“ hat der 27 Jahre alte Verteidiger über die „sehr schwierige Zeit“ in der vergangenen Saison gesprochen, als er aufgrund mentaler Probleme mit dem Fußball pausierte.
Ende November 2025 entschloss sich Araújo dazu, eine Fußballpause einzulegen. „Es war eine sehr schwierige Zeit. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen Schritt zurücktreten musste. Ich hatte mich schon lange nicht mehr wohlgefühlt und hatte keine Freude mehr an dem, was ich am meisten liebe, nämlich am Fußball“, erklärte er. Der Innenverteidiger hatte auch mit schwankenden Leistungen zu kämpfen, aber vor allem mit mentalen Problemen.
„Mir wurde klar, dass ich mich melden, um Hilfe bitten und nicht nur mit den Menschen sprechen musste, die mir am nächsten stehen, sondern auch mit Fachleuten. Manchmal lässt man Dinge in sich hineinfressen und versucht, den starken Mann zu spielen, aber im Leben muss man über Dinge reden und offen darüber sprechen, was man gerade durchmacht“, mahnte Araújo, der zu den Leistungsträgern beim FC Barcelona gehörte. Nachdem er im Juni 2024 mit 70 Millionen Euro zu den wertvollsten Verteidigern der Welt gehört, fiel sein Marktwert zwei Jahre später bis auf 20 Millionen Euro.
Araújo musste viel Kritik einstecken und erhielt Morddrohungen in den sozialen Medien. Aus Angst wurde eine Depression, sodass er sich für diesen Schritt entschieden hat. „Es lag nicht an einem bestimmten Vorfall. Es hatten sich viele Dinge angestaut, vor allem in meinem Privatleben, und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“ Er wies daraufhin, dass viele Leute denken würden, dass Fußballer nicht mit diesen Problemen zu kämpfen hätten. „Wir machen dieselben Dinge durch wie jeder andere auch. Das Leben besteht aus mehr als nur Fußball.“
Der 29-fache Nationalspieler Uruguays erklärte, dass sich viele Profis aus diversen Ligen bei ihm gemeldet hätten, nachdem er seine Probleme öffentlich machte. „Es gibt viele Spieler, die schwierige Zeiten durchmachen, aber sie haben Angst, öffentlich darüber zu sprechen. Es ist wichtig, sich zu öffnen, denn erst dann fängt man an, sich besser zu fühlen“, lautete sein Ratschlag. Er blickt positiv auf seine Pause zurück. „Diese Auszeit zu nehmen, war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Heute fühle ich mich gut, bin glücklich und habe wieder Spaß am Fußball, und das zeigt sich auch auf dem Platz. Jetzt kann ich wieder zeigen, wozu ich wirklich fähig bin.“ Ende Januar feierte er sein Comeback und wurde mit Barcelona spanischer Meister.
Barcelona-Leihgabe Araújo blüht beim FC Liverpool auf
Im Sommer zog es Araújo nach acht Jahren beim FC Barcelona auf Leihbasis zum FC Liverpool. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie es läuft und wie wir in die Saison gestartet sind. Genau dafür bin ich hierhergekommen: um der Mannschaft zu helfen und meinen Beitrag zu leisten“, resümierte er seine Anfangszeit, in der er sich als Stammkraft auf der rechten Abwehrseite etabliert hat. Im Oktober erhielt er sein erstes Marktwert-Plus seit zwei Jahren – von 20 Mio. ging es auf 25 Mio. Euro.
In der Champions League traf er zuletzt sowohl beim 6:3 gegen den LASK als auch beim 4:3 gegen Villarreal. Liverpool kann ihn für eine Kaufoption von 56 Mio. Euro im Anschluss an die Leihe fest verpflichten. In der Abwehr zahlte der LFC nur für Virgil van Dijk und Jérémy Jacquet mehr Geld. Eine Tendenz gäbe es laut Araújo noch nicht. „Es ist viel zu früh, darüber zu sprechen.“
Eine Vorbeugung gegen Depressionen ist schwer möglich. Auch die Selbstdiagnose, ob es sich um eine vorübergehende „depressive Stimmung“ handelt oder um eine Depression, die einer Behandlung bedarf, ist schwer durchzuführen.
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