Arbeiter in norddeutschen Seehäfen streiken wieder
Stand: 03.09.2026 05:18 Uhr
Der Tarifkonflikt bei den Häfen spitzt sich weiter zu. Die Gewerkschaft ver.di hat für heute und morgen zu einem neuen Warnstreik aufgerufen. Beschäftigte in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Brake zum sollen die Arbeit niederlegen.
Hintergrund ist der Tarifkonflikt bei den deutschen Seehäfen. Zuletzt hatte die Arbeitgeberseite eine Lohnerhöhung von unter anderem 5,1 Prozent geboten. Die Beschäftigten lehnten das Angebot mit großer Mehrheit ab. Ver.di fordert unter anderem ein Plus von 8,2 Prozent.
Bereits am 18. August hatten Hafenbeschäftigte für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Dadurch war der Warenumschlag verlangsamt und teils sogar gestoppt worden. Laut ver.di geht es um rund 11.000 Beschäftigte in den Häfen.
Mehrere Bereiche im Hamburger Hafen betroffen
Auch diesmal werden voraussichtlich kaum noch größere Schiffe im Hamburger Hafen abgefertigt. Die Arbeit niederlegen sollten laut ver.di-Aufruf Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter von mehr als einem Dutzend Betrieben, darunter die Beschäftigten der HHLA Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort sowie die Beschäftigten des Containerterminals Eurogate und der Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft.
Auch in Niedersachsen wird gestreikt
Gestreikt wird auch unter anderem bei J.Müller in Brake und Bremen sowie bei der EVAG in Emden, die vor allem den Autoumschlag übernimmt. Auch in Bremerhaven und Wilhelmshaven legten Beschäftigte ihre Arbeit nieder.
Arbeitgeber können Warnstreik nicht nachvollziehen
Die Hafenunternehmen im Arbeitgeberverband Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) reagieren auf den Streikaufruf mit großem Unverständnis. Torben Seebold, Vorstand beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA und Verhandlungsführer der Arbeitgeber, hatte schon vor dem Streikaufruf gesagt, man sei an die Grenzen der wirtschaftlichen Möglichkeiten gegangen. Ein Tarifabschluss jenseits davon würde Betriebe nachhaltig gefährden - und damit auch Arbeitsplätze in den deutschen Seehäfen.