Arbeitsmarkt: Abiturienten streben verstärkt ins Handwerk - nicht nur wegen KI
Berlin. Paul von Hagemeister weiß, wie man anpackt. Der 22-jährige Meisterschüler installiert Klimaanlagen, wartet Gasheizungen und baut Wärmepumpen ein. Das Gymnasium in München hat von Hagemeister 2022 mit dem Abitur abgeschlossen – und sich danach bewusst für einen praktischen Beruf entschieden. Denn sein Handwerk sei etwas, das ihm die Künstliche Intelligenz (KI) nicht wegnehmen kann, sagt er: „Als ich mit der Ausbildung begonnen habe, war ChatGPT noch ganz neu. Trotzdem war Jobsicherheit in Zeiten von KI schon ein entscheidender Faktor bei meiner Berufswahl.“
Mit dieser Einschätzung ist von Hagemeister nicht allein. Seit drei Jahren steigt die Zahl der neuen Auszubildenden im Handwerksbereich wieder jährlich an, nach einer deutlichen Flaute während der Coronapandemie. Das zeigen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Jüngste Zahlen lassen einen weiteren Aufwärtstrend für die diesjährige Bilanz erwarten, denn rund 67.800 junge Menschen haben im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Ausbildungsvertrag im Handwerk geschlossen. Das sind 4,9 Prozent mehr als 2025 im selben Zeitraum. Insgesamt waren 346.000 Jugendliche im Jahr 2025 in einer qualifizierten Handwerksausbildung.