ARD blockt Klimaspot - jetzt droht Klage vor Gericht
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ARD blockt Klimaspot – jetzt droht Klage vor Gericht
Von: Joachim Wille
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Die ARD will das Klima nicht prominent im TV - die Kolumne Öko-logisch.
Die Zeiten, da die Tagesschau die Funktion des abendlichen Lagerfeuers aller Deutschen hatte, sind lang vorbei. Trotzdem ist die Sendung immer noch die Benchmark der Nachrichtenwelt im TV, und auch die Zuschauerzahlen der „Vor acht“-Schiene, wo Wetter, Aktien, Natur und Alltag verhandelt werden, sind gut.
Ein attraktiver Platz also, um auch das Megathema Klima verständlich zu erklären. Seit über fünf Jahren versucht die Initiative „Klima vor acht“, die ARD davon zu überzeugen. Gespräche wurden geführt, Beispielfolgen produziert. Doch ein tägliches Klimaformat vor der Tagesschau lehnen die ARD-Gewaltigen weiter ab.
Wo stehen wir im Kampf gegen den Klimawandel? Eine zentrale Frage für die Frankfurter Rundschau.
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Zuletzt versuchte es der Verein über den Werbeblock. Mit finanzieller Unterstützung etwa der GLS Bank und des Ökoenergie-Pioniers EWS entstand ein 35-Sekunden-Werbespot: Die Klimakrise wird darin als weithin ignoriert dargestellt, am Ende heißt es „Wir schauen hin“, danach die Firmenlogos. Geplant war die Ausstrahlung für den 22. Oktober. Doch der Vermarkter ARD Media lehnte laut der Initiative ab; es handele sich nicht um eine zulässige Produkt- oder Imagewerbung. Nun bereiten die Klimaaktivisten eine Klage vor, um die Ausstrahlung durchzusetzen. Die jahrelangen Gespräche waren zu frustrierend.
Wie nötig mehr Aufmerksamkeit wäre, zeigt eine Auswertung: Bis Mitte 2026 hatten nur 0,95 Prozent der ARD-Sendeminuten einen klaren Klimabezug. Auch der Befund zur Juni-Hitzewelle ist bezeichnend: Erst sechs Tage nach ihrem Beginn stellte die 20-Uhr-Tagesschau ausdrücklich den Zusammenhang zur Klimakrise her, anders als etwa in Frankreich, Spanien und Großbritannien, die das gleich betonten.
Tatsache ist doch: Das bedrohte Klima verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die Börsen. Gerade öffentlich-rechtliche Sender sollten Ursachen, Folgen und Lösungen regelmäßig erklären. Und ein Klimaformat müsste keineswegs täglich neue Katastrophen auflisten. Fortschritte bei der Energiewende, wiederhergestellte Moore, Städte, die sich gegen Hitze wappnen: Es gibt genug ermutigende Geschichten. Angst vor Langeweile muss keiner haben.
Ausgerechnet das private RTL zeigt seit Juli 2021 sein „Klima Update“. Dort hatte „Klima vor acht“ Erfolg. Bei der beitragsfinanzierten ARD beißen die Initiatoren weiter auf Granit. Das verstehe, wer will.