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ARD regelt Nachfolge im Köln-„Tatort“: Eine gute, aber nicht die beste Lösung

Unterhaltung

Nachdem Klaus J. Behrendt angekündigt hat, den Kölner „Tatort“ zu verlassen, haben bereits die Dreharbeiten mit seiner Nachfolgerin begonnen. Die Verantwortlichen der ARD haben dabei eine gute Wahl getroffen, eine womöglich elegantere Option aber zeitgleich nicht genutzt.

Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors wider und nicht zwangsweise die der kino.de-Redaktion.

Er hatte es schon einmal in einem Interview angekündigt, nun macht Klaus J. Behrendt Nägel mit Köpfen und zieht sich nach seinem 100. Einsatz als „Tatort“-Kommissar Max Ballauf zurück.

Vier Folgen mit dem seit 1997 aktiven Duo Ballauf und Schenk erwarten uns noch, gedreht wird aber bereits Episode 101 und damit die erste ohne Klaus J. Behrendt. Als seine Nachfolgerin ist Ricarda Seifried als Kommissarin Merle Rautenberg bereits an Bord.

Verstehen wir uns nicht falsch: Mit der 1990 geborenen Schauspielerin, die 2026 für ihre Rolle im Film „Erzähl mir dein Morgen“ beim Filmfest München ausgezeichnet wurde, haben die Verantwortlichen der ARD eine gute Wahl getroffen.

Ein frisches, junges und vor allem weibliches Gesicht an der Seite des auf dem Revier verbliebenen Dietmar Bär ist dankenswerterweise das Gegenteil von einer Art Eins-zu-Eins-Ersatz von Klaus J. Behrendt, die den unausweichlichen Vergleichen nie gewachsen wäre.

Und trotzdem hätte es auch eine andere, interne Lösung geben können, die vielleicht noch besser funktionieren würde, zumal es immer schwierig ist, wenn ein Teil eines eingespielten Teams in Amt und Würden bleibt, während der lang etablierte Gegenpol wegfällt.

Tinka Fürst wäre auch eine spannende Wahl gewesen

Eine punktuelle Neubesetzung statt eines kompletten Neuanfangs ist an sich eine riskante Angelegenheit. Weder die großartige Lina Beckmann noch Kinostar Corinna Harfouch konnten Charly Hübner im Rostocker „Polizeiruf 110“ beziehungsweise Meret Becker im Berliner „Tatort“ wirklich adäquat ersetzen, so gelungen viele ihrer Krimis auch waren.

Am Ende ist selbst bei der gegensätzlichsten Neubesetzung die Gefahr groß, dass der Rückblick in die Vergangenheit eine zu große Bürde darstellt. Dieses Phänomen hätte der Kölner „Tatort“ aber leicht umschiffen können. Eine Beförderung von Tinka Fürst alias Kriminaltechnikerin Natalie Förster wäre zumindest eine Überlegung wert gewesen.

Dass sie das Zeug für die erste Reihe hat, bewies Fürst 2024 im starken Kölner „Tatort: Spur des Blutes“, wo ihre Figur deutlich mehr Raum bekam als gewöhnlich. An diesem Punkt hätte der Kölner „Tatort“ anknüpfen können, ohne dass die durch Klaus J. Behrendts Ausstieg zwangsläufige Zäsur größer als nötig ausgefallen wäre.

Im Giftschrank befindet sich bislang kein Kölner „Tatort“, auch wenn die Episode „Franziska“ wegen ihrer Härte erst um 22 Uhr ausgestrahlt werden darf. Welche Krimis über Jahre unter Verschluss blieben, erfahrt ihr im Video.

„Entfesselt“ kommt 2027 ins TV

In den nächsten Monaten erwarten uns vergleichsweise viele Krimis aus Köln, denn bereits 2027 soll mit „Entfesselt“ der Einstand von Kommissarin Merle Rautenberg im TV zu sehen sein.

Ihr erster Fall wird das neue Duo in den Kölner Zoo führen, wo ein Tierarzt ermordet wurde. Zuvor aber werden wir noch in vier „Tatorten“ die Gelegenheit bekommen, uns von Max Ballauf zu verabschieden.

Gut möglich also, dass „Entfesselt“ am Jahresende 2027 gesendet wird. Dann wird sich zeigen, ob meine Bedenken berechtigt waren oder ob mir gerade nur die Fantasie dazu fehlt, einen genialen Besetzungs-Coup angemessen zu würdigen. Ich hoffe, dem ist so, schließlich darf ich nicht nur über Deutschlands beliebteste Krimi-Reihe schreiben, sondern bin auch wirklich ein Fan.

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