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ARD-Star Marleen Lohse räumt mit Gerüchten auf - "ein Missverständnis"

Unterhaltung

"Ein Missverständnis, das es über mich gibt"

ARD-Star Marleen Lohse räumt mit Gerüchten auf

14.10.2026 - 17:50 UhrLesedauer: 5 Min.

Marleen Lohse dreht, macht Musik und ist Mutter. Mit t-online spricht sie über ihren Alltag, ihre Sommer in Schweden, falsche Gerüchte und die Chancen für Frauen im Film.

Die 42-jährige Marleen Lohse spielt seit 2014 Jule Christiansen in der ARD-Krimireihe "Nord bei Nordwest". 2021 heiratete sie Max Montgomery. Das Paar hat einen Sohn und lebt in Berlin. Mit privaten Details ist sie zurückhaltend. "Es kommt immer noch vor, dass ich auf meinen angeblich schwedischen Mann angesprochen werde. Ich weiß gar nicht, wie das entstanden ist", sagt Marleen Lohse im Gespräch mit t-online.

Den Hintergrund des Gerüchts hatte Lohse bereits in der Radiosendung "Stars am Sonntag" von NDR 1 Niedersachsen erklärt. Ihr Mann und seine Familie sprechen fließend Schwedisch, sie selbst habe mit der Sprache Mühe, räumte die Schauspielerin damals ein. "Mein Sohn lernt Schwedisch, und ich versuche, es mit ihm zu lernen", erzählt sie nun t-online.

Hinzu kommt ein Sommerhaus in Schweden, in dem Lohse regelmäßig zu Gast ist. "Aus dem Sommer in Schweden nehmen wir erst einmal ganz praktisch mehrere Kilo Blaubeeren und Pfifferlinge mit", berichtet sie. "Daneben auf jeden Fall Entschleunigung – das funktioniert dort sehr gut." Ihr Bild dafür: "Ich habe das Gefühl, aus Schweden komme ich immer zurück wie frisches Moos, das sich mit Tau vollgesogen hat. Man ist frisch und hat Lust, Dinge wieder anzugehen."

Auch im Alltag sucht Lohse Ruhe. "Ich liebe es, Dinge sehr, sehr langsam zu tun, besonders im Garten: sich einfach Zeit zu nehmen und alles wirklich genau zu betrachten", sagt sie. Seit sie Mutter geworden ist, hat sich das allerdings ein wenig verändert. "Denn Dinge in Zeitlupe zu tun, rächt sich nach hinten raus. Dann geht der Zeitplan nicht mehr auf (lacht)."

ARD zeigt "Frau ohne Namen"

Genaues Beobachten steht auch im Zentrum ihres neuen Films. Das Erste zeigt den NDR-Thriller "Frau ohne Namen" heute Abend um 20.15 Uhr. Lohse spielt darin Dr. Marlene Nielsen, Psychologin und Expertin für Mikroexpressionen – flüchtige Gesichtsregungen, die oft nur Sekundenbruchteile dauern und unterdrückte Emotionen verraten sollen.

Die Hamburger Polizei bittet Nielsen um Hilfe bei einem Fall, der auf den ersten Blick nach Notwehr aussieht: Eine Frau hat nachts einen Mann tödlich verletzt, der sie angegriffen hatte. Die Messerattacke auf sie ist auf Video zu sehen. Seitdem verweigert sie jede Aussage, ihre Identität ist ungeklärt. Doch die Psychologin entdeckt in der Mimik der Frau Hinweise darauf, dass mehr hinter der Tat stecken könnte. Weil ihr niemand glaubt, ermittelt sie auf eigene Faust weiter.

Die Geschichte hat Lohse mitentwickelt. "Mich interessiert es, Ideen lebendig werden zu lassen. Ich habe zwei gute Freundinnen, die begnadete Drehbuchautorinnen sind: Anne-M. Keßel und Lynda Bartnik. Anne-M. Keßel kam mit dieser Idee um die Ecke. Dann haben wir angefangen, uns hinzusetzen und das Ganze auszuformulieren", erzählt sie. "Es ist exakt zehn Jahre her, dass wir uns zum ersten Mal in der Küche meiner Freundin Lynda getroffen und gedacht haben: Es wäre doch spannend, eine Hauptfigur zu haben, die nicht spricht, und uns wirklich aufs Visuelle zu konzentrieren." Das Drehbuch schrieb schließlich Keßel, Regie führte Lynn Oona Baur.

Für die Rolle habe Lohse viele Bücher über Mikroexpressionen gelesen und viel darüber diskutiert, berichtet sie. "Ich glaube, dass wir eigentlich intuitive Wesen sind und auch Lügen entlarven können. Etwa wenn jemand fragt: 'Wie geht es dir heute?', und man antwortet: 'Mir geht es gut', obwohl das nicht stimmt", erklärt sie. "Um diese Lüge zu erkennen, muss man sich aber Zeit nehmen."

"Der Film ruft auch ein bisschen dazu auf, genau hinzuschauen. In Zeiten von KI ist das ein sehr spannendes Thema. Was uns erzählt und als Wahrheit verkauft wird, muss nicht immer die ganze Wahrheit sein", betont Lohse. "Ich glaube, diese Aufgabe wird komplexer, weil die Bilder, die uns auf Social Media begegnen, immer realistischer aussehen."

Marleen Lohse stand schon als Kind vor der Kamera

Vor der Kamera stand Lohse schon als Jugendliche: Von 1998 bis 2004 spielte sie in der NDR-Kinderserie "Die Kinder vom Alstertal" die rothaarige Julia Clement. "Als Kind habe ich sehr mit meinen Haaren gehadert. Alles, was ein bisschen anders war und dafür gesorgt hat, dass man sich nicht zugehörig fühlte, war damals ein großes Thema für mich. Mir wurden Spitznamen gegeben, und ich war sehr sensibel", erinnert sie sich.

Nicht nur über ihren Mann kursieren falsche Angaben. In Porträts heißt es mehrfach, Lohse stamme aus einer Friseurfamilie. "Das ist auch ein Missverständnis, das es über mich gibt: Meine Eltern sind keine Friseure. Sie hatten nur einen Friseursalon. Sie haben nie selbst Haare geschnitten", stellt sie klar.

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Heute ist Lohse Mutter eines vierjährigen Sohnes. "Nach der Geburt meines Kindes hatte ich kurz Bedenken, wie es beruflich für mich weitergeht. Aber ich habe noch nie so viel gearbeitet wie danach. Das waren sehr glückliche Umstände", gibt sie zu. "Wenn ich nicht drehe, arbeite ich im Studio an meiner Musik und bin außerdem als Sprecherin tätig", erzählt sie. 2025 erschien ihr erstes Soloalbum "Wide Awake".

"Es gibt immer wieder Durststrecken. Das gehört zum Job", sagt Lohse. "Für mich ist es der schönste Job der Welt, wenn ich ihn machen darf. Wenn man ihn nicht machen darf, ist es fies." Mit Blick auf "Nord bei Nordwest" ergänzt sie: "Für mich ist mein Leben sehr gut planbar, auch wenn ich projektbezogen arbeite. Ich arbeite für eine Reihe, bei der ich jetzt schon weiß, wie mein nächstes Jahr aussehen wird."

"Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben"

Allerdings zeigt sich in ihrem Beruf ein anderes Problem: Mit zunehmendem Alter sind Schauspielerinnen seltener in zentralen Rollen zu sehen. Zu diesem Ergebnis kam eine 2022 vorgestellte Studie der Universität Rostock. Sie wertete 390 mehrheitlich deutsche Spielfilme aus, die zwischen 2017 und 2020 uraufgeführt wurden. In den untersuchten Filmen begann dieser Rückgang für Frauen bereits mit Mitte 30, für Männer erst mit 50.

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"Ich hoffe, dass sich die Sehgewohnheiten ändern und man es ein bisschen satthat, diesem Jugendwahn hinterherzurennen", meint Lohse. "Man möchte sich ja in Figuren wiedererkennen, und die sind eben nicht alle Anfang oder Mitte 20 – und das ist auch gut so", fügt sie hinzu. "Ich habe das Gefühl, dass da schon etwas passiert, und ich hoffe, dass sich das noch weiterentwickelt. Denn da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben."

Eine Wunschrolle hat Lohse auch – mit Bezug zu Schweden und zum Ufa-Kino der 1930er- und 1940er-Jahre: "Ich würde gern einmal eine Sängerin in einem großen historischen Drama spielen, so etwas Episches, vielleicht Zarah Leander?"

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