Arminia-Kolumne: Kein Bielefelder erreicht gegen Großaspach Normalform
Aspach/Bielefeld. Ja, 456.377 Euro, dazu noch die geteilten Zuschauereinnahmen und eventuell noch Geld für eine TV-Übertragung: Das hätte der DSC einstreichen können, wenn unsere Profis einen seriösen Auftritt hingelegt hätten. Aber nein, nach 120 nahezu indiskutablen Minuten aller eingesetzten Spieler schafften es überdies drei Fußballprofis des DSC Arminia Bielefeld, ihre Schüsse aus elf Metern nicht ins Netz zu bringen. Was war da los?
Sie fanden von Anfang an kaum ins Spiel. Waren sie nicht gut eingestellt oder hat es ihnen im Vorfeld dieses Spiels in die Nase geregnet? Es wirkte auf mich ein wenig indisponiert bis fast schon arrogant. Gut, diese Sportgemeinschaft Sonnenhof Großaspach e. V. ist natürlich schon ein starker Gegner. Eine Woche nach unserer Finalteilnahme 2025 schlugen sie doch tatsächlich den Sportverein Oberachern auf deren „Sportplatz am Waldsee“ (hat übrigens 1.500 Plätze, ausschließlich Stehplätze übrigens) mit 5:3 und verließen somit die Oberliga Baden-Württemberg nach oben. Und wurden ein Jahr später erneut Meister und stiegen in die 3. Liga auf.
Bei unserer Arminia hingegen sehe ich für Auswärtsspiele schwarz, ohne Weiß und Blau. Andererseits muss ich zugeben, dass ich vor dem Spiel auch mit einem lockeren 4:0 oder 4:1 für uns gerechnet hatte. Einen Ehrentreffer hätte ich den Gastgebern gerne zugestanden. Und so wurde es zunächst in meinen diversen Chats erst ruhiger und ruhiger, dann kulminierte es immer mehr und Trainer wie diverse Spieler wurden sonst wohin gewünscht.
Arminias Kader braucht Verstärkungen
Und Michael Mutzel muss bitte sofort einen Mittelstürmer, einen Zehner und mindestens zwei weitere beidfüßige Allrounder verpflichten. Außerdem darf Momuluh natürlich nicht gehen. Bei seiner Leistung in der „Wir-machen-Druck-Arena“ hat er sich auch nicht wirklich für höhere Aufgaben empfohlen. Aber das hatte er an diesem frühen Abend in Süddeutschland nicht exklusiv. Ich tue mich schwer, irgendeinem Spieler ansatzweise Normalform zu attestieren.
Spötter, die sich für besonders lustig halten, werden jetzt sagen, dass das a) ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit war und b) wir uns jetzt auf die Liga konzentrieren können. Für mich hingegen kam dieser „Schuss“ zur Unzeit, und ich hätte uns sehr gerne auf einer weiteren Pokalreise gesehen. Alleine schon aufgrund der Finanzen. Scheinbar benötigt dieser Klub mindestens drei Pokalfinalteilnahmen und einmal die Qualifikation zur Europa League, ehe da mal 23,50 Euro auf der Habenseite stehen.
Ich wäre auf der Rückfahrt gerne im Bus dabei gewesen, als Oliver Kirch mit großer Sicherheit den zu seinem Geburtstag angedachten Stopp in der besten Burgerbraterei des Rems-Murr-Kreises verweigert hat. In diesem Kreis gibt es übrigens ungefähr genauso viele Einwohner, wie Arminia durch den Einzug in die zweite Pokalrunde an Euro hätte einnehmen können.
Arminia reist jetzt zum Spitzenspiel beim Club
Okay, jetzt habe ich genug gemeckert. Es gibt auf jeden Fall viel zu tun. Nächstes Wochenende haben wir das Topspiel (Hört, hört!) beim Club in Nürnberg. Leider auswärts, ich habe da wieder meine Bedenken. Aber vielleicht überrascht mich (und uns alle) unsere Mannschaft ja mit einer hoch konzentrierten und engagierten Leistung und bringt als Trostpflaster fürs Aus im Pokal einen oder gar drei Punkte mit.
Und spätestens am Dienstagabend danach wissen wir gegen 20 Uhr endgültig, mit welcher Mannschaft wir diese Zweitligasaison bestreiten werden. Eins ist aber recht klar, da sollte, da muss noch was passieren. Auch wenn Mael Corboz jetzt nicht der hochbegabteste Fußballer ist, er war ein Kapitän, der (von außen sichtbar) die Mannschaft geführt hat. Der Mitspieler auch mal angegiftet hat, wenn es nicht so lief. Das sehe ich derzeit bei Maximilian Bauer noch nicht. Und ja, alle elf Profis auf dem Platz sind in der Pflicht!
Ach: In Bremen werden sie aufgeatmet haben ...