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Armpump-OP bei Bagnaia: Probleme der aktuellen Ducati als Ursache

Sport

(Motorsport-Total.com) - Zwei Fahrer der VR46-Akademie meldeten sich nach der Sommerpause beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone nach Operationen zurück. Marco Bezzecchi hatte sich bei seinem Sturz im Qualifying auf dem Sachsenring das linke Schlüsselbein gebrochen und wurde bereits am Sonntag operiert, als seine MotoGP-Kollegen in Deutschland den Grand Prix fuhren. Überraschend kam dagegen eine Operation von Francesco Bagnaia. Am 15. Juli, drei Tage nach dem Sachsenring-Rennen, teilte das Ducati-Team mit, dass er sich einer erfolgreichen endoskopischen Fasziotomie am rechten Unterarm unterzogen hatte. Der Eingriff wurde vom Ärzteteam unter der Leitung von Professor Luigi Tarallo in der von Professor Fabio Catani geleiteten orthopädischen Klinik des Policlinico di Modena durchgeführt und verlief erfolgreich und ohne Komplikationen. Der Eingriff sollte das Kompartmentsyndrom behandeln, das in der Motorradszene als "Armpump" bezeichnet wird. In seiner bisherigen Karriere hatte Bagnaia nach eigenen Angaben nie entsprechende Beschwerden. "Also, ich hatte in meiner ganzen Karriere nie ein Problem mit meinen Armen, niemals", bestätigt Bagnaia zu Beginn des Rennwochenendes in Silverstone. "Dieses Jahr, in dem wir einige Probleme mit unserem Motorrad haben, musste ich..." Schließlich geht er ins Detail: "Ich hatte das Problem erstmals in Jerez, als ich anhalten musste. Damals war es noch nicht wegen des Arms, sondern wegen eines anderen Problems." "Jedes Mal, wenn wir dieses Problem nicht lösten, wurde mein Arm immer mehr und mehr entzündet, also musste ich es machen lassen." Warum er das nie erwähnt hat, begründet Bagnaia damit, dass er solche Dinge "nicht gerne in die Kamera sagt". Die meisten MotoGP-Fahrer haben sich bereits einer Armpump-Operation unterzogen. Die Fahrer der VR46-Akademie waren die Ausnahme. Lediglich Celestino Vietti (Moto2) wurde bereits operiert, und nun kam Bagnaia hinzu. Er nennt auch den Grund, warum er in diesem Jahr plötzlich Probleme bekam: "Dieses Jahr zu fahren, ist wirklich intensiv. Es hat schon mit dem Motorrad zu tun, ja", bestätigt Bagnaia. Auf die Nachfrage, ob dies mit den Problemen an der Front zusammenhänge, nickte er. Die Operation ist, wie von Ducati bestätigt, gut verlaufen. Anschließend musste Bagnaia in der Sommerpause hart arbeiten, um für Silverstone bereit zu sein. "Es war keine einfache Sommerpause. Ich musste viel am Arm arbeiten, denn ich glaube, dass es mich weniger beeinträchtigt hat, aber es war eine ziemlich harte Operation." "Ich musste viel arbeiten. Ich hatte nur vier Tage Ruhe, und jeder Tag im Fitnessstudio war intensiv. Aber ich glaube, wir haben gut gearbeitet, und ich bin fast bereit, wieder mitzukämpfen. Mal sehen." Zur Vorbereitung zählten auch zwei Trackdays mit seiner Ducati Panigale in Misano: "Ja, ich hatte zwei Einheiten. In der ersten konnte ich nicht fahren, ich habe nur zwei Runden gemacht und habe dann aufgehört." "In der zweiten bin ich 30 Runden gefahren, und es war etwas besser, das war vor zehn Tagen. Also hoffe ich, dass es sich weiter verbessert. Eine MotoGP-Maschine zu fahren ist etwas völlig anderes als eine Panigale zu fahren." "Aber ich muss sagen, dass die Panigale beim Bremsen schwieriger ist, weil man mehr Kraft aufwenden muss", so Bagnaia. "Also mal sehen, vielleicht werde ich zunächst Schmerzmittel nehmen." Bezzecchi trainierte mit Aprilia RSV4 in Misano Bezzecchi musste nach der Operation des linken Schlüsselbeins ein weiteres Mal in der Sommerpause ins Krankenhaus. Am 18. Juli wurde eine Wunde beim linken Knie gereinigt, die er sich ebenfalls beim Sachsenring-Sturz zugezogen hat. So wie Bagnaia konnte auch Bezzecchi anschließend mit einem Superbike in Misano trainieren. Am 29. Juli absolvierte er vier Runs mit einer Aprilia RSV4. Die genaue Rundenanzahl gab Aprilia nicht bekannt. "Mir geht es nicht allzu schlecht", sagt Bezzecchi zu Beginn des Silverstone-Wochenendes. "Natürlich war es eine harte Sommerpause, nicht die, die ich mir gewünscht hätte." "Ich bin natürlich immer noch nicht bei hundert Prozent. Die Schulter fühlt sich nicht allzu schlecht an, aber auch mein linkes Knie war verletzt, also werden wir sehen. Ich bin sehr froh, hier zu sein." Der Italiener erhielt am Donnerstag die Starterlaubnis der MotoGP-Ärzte. Vor einem Jahr feierte Bezzecchi in Silverstone seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Aprilia. Es war Aprilias zweiter MotoGP-Sieg auf dieser Strecke. Wie stehen die Chancen, dass er diesen Erfolg wiederholen kann? "Im Moment leider nicht sehr gut. Diese Strecke ist mir natürlich super wichtig, ich mag den Streckenverlauf." "Im vergangenen Jahr hatte ich ein sehr gutes Rennen, ein sehr gutes Wochenende, aber dieses Jahr kommen wir mit einer anderen Einstellung hierher, natürlich wegen der Situation, also denke ich noch nicht wirklich viel über die Performance nach." Bezzecchi: Keine WM-Ratschläge von Valentino Rossi Nach drei schwierigen Rennwochenenden, an denen Bezzecchi nur sechs WM-Punkte gesammelt hat, ist er in der WM-Wertung auf den vierten Platz zurückgefallen. Auf seinen Teamkollegen Jorge Martin fehlen ihm 22 WM-Punkte. "Ja, nun, es stimmt, dass es nicht einfach sein wird, besonders jetzt gerade, aber ja, ich werde sicherlich mein Bestes versuchen, um zumindest bis zum Ende mitkämpfen zu können." "Dann werden wir sehen, ob ich bei den letzten Runden der Meisterschaft noch im WM-Kampf bin", sagt Bezzecchi. "Wir sind bei Saisonhalbzeit, aber die Hälfte bedeutet, dass es noch sehr lang ist." "Also will ich versuchen, hier in Silverstone ein anständiges Comeback hinzulegen, und dann werden wir ein bisschen mehr Zeit haben, um die letzten Details an meinem Körper zu richten. Dann wird es ab Aragon sicherlich ein Krieg sein." Denn Aragon Ende August leitet die entscheidende Phase der Weltmeisterschaft ein. Holte sich Bezzecchi in der Sommerpause auch Rat bei seinem Mentor Valentino Rossi? "Ich habe ihn natürlich gesehen, ich habe mit ihm gesprochen, aber ganz ehrlich gesagt haben wir im Moment nicht wirklich viel über die Meisterschaft gesprochen. Meine körperliche Verfassung war das Hauptthema." "Also ich habe natürlich mit ihm gesprochen, ich war bei ihm, und es tut immer gut, etwas Zeit mit ihm zu verbringen, aber wir werden hoffentlich über die Meisterschaft sprechen, nachdem ich gesehen habe, wie ich mich auf dem Motorrad fühle."

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