Arzttermine: Kassenärzte warnen vor längeren Wartezeiten durch Gesundheitsreform
Dieser Ausdruck wurde am 20.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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Warnung der Kassenärzte Patienten werden noch länger auf Termine warten müssen
Gesetzlich Krankenversicherte müssen vom kommenden Jahr an noch länger warten, bis sie einen Termin bekommen, warnt Kassenärzte-Chef Gassen. Als Grund nennt er die Reform der Bundesregierung.
20.10.2026, 12.21 Uhr
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Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss schon jetzt oft lange auf einen Arzttermin warten . Künftig drohen noch längere Wartezeiten, warnen die Kassenärzte: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte der »Bild«-Zeitung, durch die Kürzung der Mittel für die ambulante Versorgung habe die Bundesregierung gerade mehr als 50 Millionen Termine in der ambulanten Versorgung gestrichen.
»Dass Arztpraxen künftig eine fixe Zahl an freien Terminen melden müssen, wird nicht dazu führen, dass Patienten schneller an Termine kommen. Im Gegenteil: Wird ein festes Kontingent zu meldender Termine festgelegt und diese damit in den Praxen blockiert, stehen diese nicht mehr für die Patienten in diesen Praxen zur Verfügung«, sagte KBV-Chef Gassen. »Die Terminnot wird sich also weiter verschärfen.«
Gassen betonte, die KBV habe genau darauf immer wieder hingewiesen. »Nur wenn mehr Geld für die ambulante Versorgung zur Verfügung steht, wird es mehr Termine geben können. Das sind vergleichsweise einfach zu verstehende wirtschaftliche Abhängigkeiten.«
Die KBV hatte eine erweiterte »Terminmeldepflicht« im Zuge der kürzlich beschlossenen Reform der Notfallversorgung kritisiert. Bisher waren Vertragsärzte verpflichtet, der Terminservicestelle freie Termine zu melden. Sie konnten den Umfang demnach selbst bestimmen. Künftig soll es feste Kontingente für Termine geben, die sie melden müssen.
Nach der jüngst vom Bundestag beschlossenen Reform sind die Vertragsärzte verpflichtet, der Terminservicestelle »Termine in dem von den Kassenärztlichen Vereinigung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Kranken- und Ersatzkassen festzulegenden Umfang zu melden«. Erst streiche die Politik die extrabudgetäre Vergütung für zusätzliche Termine, dann verschärfe sie die Meldepflicht, hatte KBV-Chef Gassen zuletzt kritisiert.
Fast nirgendwo geht es so ungerecht zu wie in deutschen Arztpraxen: Kassenpatienten warten ewig, Privatkunden werden bevorzugt. Wie das Zwei-Klassen-System das Grundvertrauen der Deutschen in einen fairen Staat beschädigt, erfahren Sie in dieser SPIEGEL-Titelstory.
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mic/dpa-AFX