Astronomie: Mit Abstand größte 2D-Karte des Nachthimmels fertig
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Eine internationale Forschungsgruppe hat die größte Aufnahme des Sternenhimmels veröffentlicht und über ein Onlineportal leicht zugänglich gemacht. Die „größte zweidimensionale Karte des Universums“ basiert auf mehr als 263.000 Aufnahmen von insgesamt drei Observatorien in den USA und Chile. Abgebildet sind fast vier Milliarden Himmelskörper, erklärt die US-Forschungseinrichtung NOIRLab. Demnach deckt die Darstellung etwa 75 Prozent des kompletten Nachthimmels im sichtbaren und nah-infraroten Spektrum ab. Weiterlesen nach der Anzeige Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sie für Jahre die umfassende 2D-Karte des Kosmos bleiben wird. Die Daten können auch separat heruntergeladen werden. Nicht nur für die Profis Bei den Daten handelt es sich um die jüngste Veröffentlichung der sogenannten DESI Legacy Imaging Surveys, einer Grundlage für die Arbeit des Dark Energy Spectroscopic Instruments (DESI). Das erstellt seit Jahren die größte dreidimensionale Karte des Universums, um die Geheimnisse der rätselhaften Dunklen Energie zu lüften. Die 2D-Karte enthält Informationen zur Position von Galaxien und zu deren Helligkeit, auf deren Basis beim DESI die Beobachtungsobjekte ausgewählt werden. Die immense Himmelskarte soll aber auch anderen Observatorien als Grundlage dienen, schreiben die Verantwortlichen. Dabei handelt es sich vor allem um das bereits aktive Vera C. Rubin Observatory und das Weltraumteleskop Nancy Grace Roman der NASA, das Ende August gestartet werden soll. Die jetzt freigegebene riesige Himmelskarte kann nun von Astronominnen und Astronomen aber auch allen anderen Interessierten in Verbindung mit ihren Beobachtungen benutzt werden, „um das Universum besser zu verstehen“, schreibt das NOIRLab. Gesucht werden könne damit unter anderem nach seltenen Phänomenen wie Gravitationslinsen, nur temporär sichtbaren wie Supernovae. Schon auf Basis der vorherigen Veröffentlichungen seien mehr als 1800 wissenschaftliche Arbeiten verfasst worden, die Zahl dürfte jetzt noch einmal deutlich steigen. Abgebildet ist das extragalaktische Universum, das nicht durch Staub oder Sterne der Milchstraße verdeckt wird. Erst vor wenigen Monaten hat das DESI seine primäre Aufgabe abgeschlossen und alle Daten für die größte, präziseste dreidimensionale Karte des Universums gesammelt. Die Verantwortlichen machen aber weiter und wollen ihre 3D-Karte bis 2028 noch einmal um 20 Prozent vergrößern. Für Aufregung hat bereits ein Zwischenergebnis vor anderthalb Jahren gesorgt, das andeutet, dass sich die Dunkle Energie im Laufe der Zeit verändert. Der vollständige Datensatz soll nun zeigen, ob sich diese revolutionäre Annahme erhärten lässt, oder ob sie doch wieder aufgegeben werden muss. Wichtige Resultate wurden für das kommende Jahr angekündigt.