Ätna bricht aus: Flughafensperrung bis Freitag verlängert
Für Urlauber auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien bleibt der Flugverkehr am Flughafen von Catania eingeschränkt. Wegen der Vulkanasche des Ätna sind dort keine Starts und Landungen möglich. Der Airport bleibt nach jüngsten Angaben des Betreibers mindestens bis Freitag um 2.00 Uhr dicht. Ob der Flugbetrieb danach wieder aufgenommen werden kann, ist offen. Urlauber hoffen jedenfalls auf Rückkehr zum regulären Flugbetrieb. Seit mehreren Tagen beeinträchtigt der jüngste Ausbruch von Europas aktivstem Vulkan den Flugverkehr auf Sizilien. Hunderte Verbindungen wurden gestrichen, verspätet oder umgeleitet. Die Sperre in Catania wurde in den vergangenen Tagen mehrfach verlängert. Erst am Mittwochnachmittag hatte der Flughafenbetreiber mitgeteilt, dass der Airport bis Donnerstag um 16.00 Uhr geschlossen bleiben soll. Dann die abermalige Verlängerung. Wie lange die aktuelle Sperre dauert, hängt von der weiteren Entwicklung der Aschewolke ab. Reisende müssen deshalb auch am Donnerstag mit kurzfristigen Änderungen rechnen. Der Flughafenbetreiber rät den Passagieren, den Status ihres Fluges bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen. Europas aktivster Vulkan stößt bereits seit Freitag große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus. Aus zwei Schloten in 2.360 Metern und 2.750 Metern Höhe drangen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) dicke Lavaströme nach draußen. Zuletzt bildeten sich zwei weitere neue Lavaströme, die aus dem großen Vulkan herausflossen. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig. Komplett gesperrt ist der Luftraum seit wenigen Tagen. Mitten in der Hauptreisezeit, wenn auch viele Urlauber aus dem Ausland auf Sizilien sind, sorgt der jüngste Ausbruch für große Probleme. In Catania können aus Sicherheitsgründen keine Maschinen mehr landen oder starten. Für viele Urlauber bedeutet das Umbuchungen, lange Wartezeiten und zusätzliche Fahrten quer durch Sizilien oder mit dem Zug ans italienische Festland inklusive Fährfahrt. Aus Catania aber überhaupt wegzukommen, gestaltete sich in den vergangenen Tagen für viele Urlauber kompliziert. Die Betreibergesellschaft des Flughafens rief Passagiere auf, den Status ihres Fluges bei der jeweiligen Airline zu prüfen. Die Fluggesellschaft Ryanair etwa informierte ihre Fluggäste über erhebliche Verspätungen, Flugausfälle und Umleitungen. Betroffen sind damit auch Verbindungen zwischen Catania und deutschen Flughäfen. Auch Easyjet bietet solche Verbindungen an. Die Auswirkungen reichen inzwischen über Sizilien hinaus. Auch am Flughafen des kleinsten EU-Landes Malta wurden einem Bericht der „Times of Malta“ zufolge wegen der Aschewolke am Dienstag 19 Flüge gestrichen, weitere Ausfälle gab es auch am Mittwoch. Mehrere Flugzeuge mussten demnach ihre Flugrouten ändern. Der kleine Inselstaat Malta liegt südlich von Sizilien. Unklar ist nach wie vor, wann der Flugbetrieb in Catania wieder halbwegs normal laufen wird. Auf dem Rollfeld stehen inzwischen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke werden penibel geschützt. Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden hier mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt. Der Ascheregen belastet aber auch den Alltag von Inselbewohnern und Touristen, die nicht reisen müssen. In der Sommerhitze bildet der Schweiß auf der Haut für die feinen Partikel einen wunderbaren Kleber: Die Haut ist dann schwarz gesprenkelt. Auf den Straßen reicht schon ein vorbeifahrender Bus, um den grauen Staub aufzuwirbeln. Zudem ist der Blick auf den Ätna - einen sehr imposanten Berg - bei eigentlich perfekt blauem Himmel durch die Rauchwolken getrübt. Trotz aller Probleme zieht der Vulkan aber weiterhin die Touristen an. Bei Einbruch der Dunkelheit pilgern Schaulustige nun abends zu den Aussichtspunkten, um die rotglühenden Lavaströme vor dem Nachthimmel zu fotografieren. Auf dem Nachhauseweg verlor ein junges italienisches Paar die Orientierung. Die beiden mussten einen Notruf absetzen und konnten dann gerettet werden.