Ätna legt Sizilien lahm
Startseite Panorama Ätna-Ausbruch legt Sizilien lahm: Sperre für Flughafen Catania verlängert – Tausende Flüge betroffen Von: Leonie Ebel Uns auf Google folgen Seit sieben Tagen legt der Ätna den Flughafen Catania lahm: 700 Flüge ausgefallen, 30.000 Betroffene – kein Ende in Sicht. Update vom 12. August, 23:10 Uhr: Der Flughafen von Catania auf Sizilien bleibt wegen der anhaltenden Aktivität des Ätna länger geschlossen als zunächst angekündigt. Die Sperrung des Airports auf der italienischen Mittelmeerinsel wurde am späten Abend abermals verlängert. Starts und Landungen sind nun bis Freitag um 2 Uhr nicht möglich. Weitere Verlängerungen dürften nicht ausgeschlossen sein. Sperre für Flughafen abermals verlängert Erstmeldung vom 12. August, 17:19 Uhr: Es ist der siebte Tag, an dem die Blicke auf den Himmel und die Anzeigetafeln gerichtet sind, die über Abflüge und Ankünfte informieren. Sieben Tage mit annullierten Flügen, Verspätungen, Umleitungen auf Flughäfen in halb Sizilien und Wartezeiten, die den Flughafen Fontanarossa in das sommerliche Fegefeuer tausender Reisender verwandelt haben. Der Ätna bricht weiterhin aus und die Unannehmlichkeiten für Reisende verschärfen sich: Am frühen Nachmittag wurde mitgeteilt, dass der Flughafen von Catania bis morgen um 16 Uhr geschlossen bleibt. Seit Beginn des Notstands sind in Fontanarossa bereits 700 Flüge ausgefallen, ein Ende der Störungen ist nicht absehbar. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Corriere della Sera. Die Betreibergesellschaft SAC, die die Flughäfen von Catania und Comiso verwaltet, teilt in einer Erklärung mit, sie sei „bereit zur Wiederaufnahme aller Flughafenaktivitäten, sobald die zuständigen Behörden die Wiedereröffnung des Luftraums genehmigen. Sämtliche Flughafeninfrastrukturen werden in einem Zustand voller betrieblicher Effizienz gehalten, damit der Flughafen die Aktivitäten schrittweise wieder aufnehmen kann, sobald“ es möglich sein wird, „unter Sicherheitsbedingungen zu operieren“, wobei, so die Mitteilung weiter, „die Entwicklung der Aschewolke Anpassungen der Flugplanung erforderlich macht, teilweise mehrfach im Verlauf desselben Tages“. Wegen Ätna-Ausbruch auf Sizilien: 30.000 Reisende können Flughafen Catania nicht nutzen SAC erinnert daran, dass „es ausschließlich den einzelnen Fluggesellschaften obliegt, das Flugmanagement mit möglichen Annullierungen, Verspätungen, Umleitungen oder Umplanungen festzulegen – und die Aufgaben der Betreuung und Umbuchung gegenüber den Passagieren wahrzunehmen. Wir halten eine aktive Koordinierung mit den Betreibern der Flughäfen von Palermo und Trapani sowie mit den übrigen Verkehrsnetzen und -infrastrukturen des Gebiets aufrecht, um die Organisation alternativer Verbindungen zu erleichtern.“ Nach ersten Schätzungen wurden allein in Palermo seit Wiederaufnahme der Aktivität der „Muntagna“, wie die Einwohner von Catania den Vulkan mit einer Mischung aus Furcht und Respekt nennen, 190 Flüge umgeleitet. Betroffen gewesen sein dürften 30.000 Passagiere. In den sozialen Netzwerken posten wütende Urlauber Fotos von endlosen Schlangen an den Schaltern der Airlines und berichten, sie seien gezwungen gewesen, mit minimaler Vorlaufzeit selbst zu organisieren, wie sie die neuen Flughäfen erreichen. Palermo, Trapani und (bis vor kurzem) Comiso sind die „Fluchtwege“. Die Asche hatte nämlich auch zur Schließung dieses weiteren Flughafens geführt, der dann am späten Vormittag wieder geöffnet wurde. Doch von Catania aus sind Palermo und Trapani alles andere als leicht zu erreichen: überfüllte Busse, nicht auffindbare Mietwagen, wenige Shuttlebusse und extrem teure Taxis. Der Notstand legt einen wunden Punkt offen: das Flughafensystem der Insel. Gerät der wichtigste Flughafen (der fünftgrößte des Landes) in Schwierigkeiten, sind die Folgen verheerend. Das gilt für alle, die unterwegs sind, aber nicht nur für sie. Hotels, Reisebüros und Reiseveranstalter befürchten Stornierungen, Rücktritte und einen erheblichen Imageschaden. Der Verband Fiavet Sicilia fordert einen ständigen runden Tisch für Flughafennotfälle, während Regionalpräsident Renato Schifani die Bereitstellung neuer Mittel ankündigt. Kritik an der Flughafenverwaltung und Touristenandrang am Vulkan Die „Muntagna“ lässt sich nicht beherrschen, die Verkehrsverbindungen hingegen schon, sagen die sizilianischen Regionalpolitiker von MpA, Forza Italia und Lega und richten ihre Kritik an SAC, die den Flughafen betreibt. Unterdessen locken nur wenige Kilometer vom Chaos in Fontanarossa entfernt die Lavaströme, die die Flugzeuge am Boden halten, auf dem Vulkan Hunderte Neugierige an: Für sie ist es das Spektakel des Sommers. Nach Angaben des VAAC (Volcanic Ash Advisory Center) in Toulouse hat die Aschewolke eine Höhe von rund 5.500 Metern erreicht und zieht nach Süden und Südwesten; in begrenzter Menge wurde sie auch über Malta und Libyen registriert.