Atommüll: Neues Endlager in Schleswig-Holstein geplant
In ehemaligem Atomkraftwerk
Hier entsteht ein neues Zwischenlager für Atommüll
Von afp, tos
02.10.2026 - 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Um die Lagerung von nuklearem Abfall gibt es immer wieder Diskussionen. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat nun eine Lösung gefunden.
Am stillgelegten Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) kann ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebaut werden. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) übergab die dafür notwendige Genehmigung. In dem Zwischenlager sollen radioaktive Abfälle aus dem Rückbau des Kraftwerks, die keine Wärme entwickeln, untergebracht werden, teilte das Umweltministerium mit. Später sollen die Stoffe in das Endlager Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter gebracht werden.
Mit der Genehmigung für das Zwischenlager seien in Krümmel alle erforderlichen atomrechtlichen Genehmigungen erteilt, erklärte Goldschmidt. "Wir sind absolut im Zeitplan. Der Atomausstieg in Schleswig-Holstein geht heute einen weiteren großen Schritt voran."
Sicherheit oberste Priorität
Vorherige Generationen hätten von den Vorteilen der Atomenergie profitiert. Die Hinterlassenschaften dieser Technologie seien eine schwere Hypothek für die heutige Generation. "Deshalb ist höchstmögliche Sicherheit meine absolute Priorität beim Rückbau der Anlagen", so der Minister. "Auf den Kraftwerksstandorten leisten alle, die am Rückbau mitwirken, einen wichtigen Dienst an den Menschen in unserem Land."
Das Zwischenlager wird von Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betrieben. Dort sollen etwa 8.000 Tonnen radioaktive Abfälle aus dem Kernkraftwerk Krümmel eingelagert werden. Da die Abfälle bereits in der Anlage auf dem Gelände seien, ändere sich an der Strahlenbelastung außerhalb nichts. Die Aufsichtsbehörde werde prüfen, dass die im Strahlenschutzgesetz festgelegten Grenzwerte nicht überschritten werden.