Attentat auf Salman Rushdie: Angeklagter von Messerangriff auf Salman Rushdie verweigert Aussage
In den USA hat der Angeklagte in dem Prozess um das Messerattentat auf den Schriftsteller Salman Rushdie die Aussage verweigert. Der 28-Jährige werde auch keine Zeugen aufrufen, teilte sein Anwalt Nathaniel Barone mit. Die Verteidigung habe ihre Beweisführung vorerst abgeschlossen, sagte er weiter. Die Schlussplädoyers werden für diesen Mittwoch erwartet. Die Anklage habe nicht genügend Beweise vorgelegt, um das Verfahren fortzusetzen, teilte Barone mit und beantragte, den Terrorprozess einzustellen. Das Gericht wies dies zurück. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, auch sie habe ihre Beweisführung abgeschlossen. Rushdie war nach Morddrohung untergetaucht Der Angeklagte Hadi Matar soll Rushdie laut Staatsanwaltschaft auf einer Veranstaltung 2022 mit einem Messer attackiert haben, um eine jahrzehntealte Fatwa auszuführen. Die Fatwa, eine religiöse Anordnung, hatte zur Tötung Rushdies wegen seines Buchs Die satanischen Verse aufgerufen. Matar soll den Angaben nach aus Loyalität gegenüber dem Iran und der im Libanon ansässigen militanten Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird, gehandelt haben. Der verstorbene iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini hatte 1989 den Tod Rushdies gefordert und die Fatwa verhängt. Er bezeichnete Die satanischen Verse als eine Gotteslästerung, weil das Buch eine Traumsequenz enthält, in der der islamische Prophet Mohammed vorkommt. Rushdie tauchte jahrelang unter und trat erst wieder in der Öffentlichkeit auf, nachdem sich die iranische Regierung 1998 von Chomeinis Forderung distanziert hatte. Angeklagter bereits wegen versuchten Mordes verurteilt