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Auch mehrere Minister: Zehn Abgeordnete der BSW-Fraktion treten aus Wagenknecht-Partei aus

Allgemein

Die Abgeordneten der BSW-Fraktion verlassen in Thüringen fast geschlossen die Partei. Zehn weitere Mitglieder kehren der von Sahra Wagenknecht gegründeten Vereinigung den Rücken. Darunter auch eine prominente Spitzenfigur.

Zehn weitere BSW-Abgeordnete in Thüringen wollen die von Sahra Wagenknecht gegründete Partei verlassen. Darunter auch Vize-Ministerpräsidentin und Finanzministerin Katja Wolf, Digitalminister Steffen Schütz und Umweltminister Tilo Kummer. Die Fraktion im Landtag wollen sie allerdings vorerst nicht verlassen.

Die Bundespartei habe sich vom Gründungskonsens des BSW entfernt, sagte Finanzministerin Wolf. Man wolle den Fokus auf Thüringen richten und nicht auf innerparteiliche Debatten. Man sei nicht gewählt für "Flirts mit Rechtsradikalen", sagte die BSW-Landeschefin. Ihren Angaben nach fühlen sich die Abgeordneten weiterhin dem Koalitionsvertrag verpflichtet.

Die ausgetretenen Abgeordneten wollen in der kommenden Woche über den weiteren Weg beraten, kündigte die Fraktionschefin Sigrid Hupach an. Digitalminister Schütz sprach vom Austritt als "klarem Zeichen" gegenüber einem zunehmend oligarchisch agierenden Team um die Parteigründerin. Dieses bezeichnete er auch als "Wächterrat".

Bereits mehrere Austritte

In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Fraktionsmitglieder Austritte aus Partei oder Fraktion angekündigt. Matthias Herzog erklärte als parteiloser Abgeordneter in der Fraktion bleiben zu wollen. Stefan Wogawa, Matthias Herzog und Dirk Hoffmeister traten dagegen am Mittwoch sowohl aus Partei als auch Fraktion aus.

Die drei Politiker wollen im Landtag eine parlamentarische Gruppe gründen. Hinzu kommt eine eigens gegründete Partei mit dem Namen "Deine Stimme zählt". Die Fraktion hat derzeit noch zwölf Mitglieder.

Die Austritte sind auch die Folge der seit 2024 immer wieder aufflammenden Konflikte zwischen dem BSW im Bund und dem Thüringer BSW-Landesverband mit seiner Vorsitzenden Katja Wolf. Der nächste Höhepunkt sollte eigentlich ein parallel zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfindender BSW-Sonderparteitag werden. Doch dieser ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge abgesagt worden. Dort wollte das BSW ursprünglich die eigene Rolle in der Brombeer-Koalition diskutieren.

Ministerpräsident Mario Voigt regiert bisher im Freistaat mit einem Bündnis aus CDU, BSW und SPD, das im Landtag von Anfang an keine eigene Mehrheit hatte. Es bestand Stimmengleichheit, also ein Patt, zur Opposition aus Linken und AfD. Mehrheiten bildete die Koalition bislang mit der Hilfe der Linken. Die größte Landtagsfraktion stellt die AfD.

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