DAX +0,82 % 26.340,98 Pkt 16:01:52 MDAX +0,18 % 32.484,19 Pkt 16:01:52 Euro Stoxx 50 +0,45 % 6.531,74 Pkt 16:01:45 Dow Jones -0,71 % 53.962,04 Pkt 16:16:51 S&P 500 +0,10 % 7.731,55 Pkt 16:16:45 Nasdaq +0,65 % 26.535,60 Pkt 16:16:43 Nikkei -0,12 % 65.606,71 Pkt 08:45:02 Gold +3,58 % 4.394,00 USD 16:06:52 Silber +3,92 % 63,85 USD 16:06:51 Brent +0,25 % 82,70 USD 16:06:53 WTI +0,56 % 77,72 USD 16:06:51 Bitcoin +0,90 % 64.841,78 USD 16:16:47 EUR/USD +0,03 % 1,15610 USD 16:15:54 EUR/GBP -0,19 % 0,85640 GBP 16:16:53 EUR/CHF +0,15 % 0,93370 CHF 16:16:52 EUR/JPY +0,06 % 182,253 JPY 16:06:44

Auch Puma wurde attackiert: Greift Russland gezielt deutsche Unternehmen in Kiew an?

Welt

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Kiew – Das russische Militär zerstörte in der Nacht zu Mittwoch mit einem Raketenangriff das Zentrallager des deutschen Schmierstoffherstellers Liqui Moly in der Region Kiew. Tonnenweise Motoröle, Schmierstoffe und Additive gingen in Flammen auf. Nach Unternehmensangaben wurde niemand verletzt. Doch die Attacke wirft eine Frage auf: Warum wurde ausgerechnet ein deutscher Hersteller zum Ziel russischer Raketen? Liqui Moly hatte sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine klar positioniert. Das Unternehmen beendete 2022 sein Geschäft in Russland und Belarus, obwohl Russland zuvor der wichtigste Auslandsmarkt des Unternehmens war. Gleichzeitig beteiligte sich der Schmierstoffhersteller an Hilfs- und Spendenaktionen für die Ukraine . Außerdem produziert Liqui Moly Motoröle, Schmierstoffe, Fette und Additive, die nicht nur für Autos und Lastwagen benötigt werden. Nach Einschätzung des Militärexperten Oberst Markus Reisner (48) haben solche Produkte auch für Streitkräfte eine große Bedeutung. „Jedes mechanisch betriebene Militärgerät benötigt genormte Betriebsmittel und Schmierstoffe, um zu funktionieren“, sagt Reisner zu BILD. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass ein ziviles Lager ein militärisches Ziel darstellt. Nach Einschätzung des Militärexperten war der russische Angriff in erster Linie aber ein Versuch, die ukrainische Logistik und Wirtschaft unter Druck zu setzen. Russland sei „auf Basis seiner geheimdienstlichen Aufklärung davon überzeugt, dass große Lagerhallen und Verteilerzentren vor allem wichtige Standorte der dezentralen ukrainischen Drohnenfertigung darstellen“, so Reisner zu BILD. Zudem verweist er darauf, dass Angriffe auf Logistik-, Lager- und Verteilerzentren regelmäßig zahlreiche Unternehmen treffen. Dort lagerten nicht nur die eigenen Waren, sondern häufig auch Produkte von Zulieferern. Dazu passen auch die Einträge bei Google Maps und anderen Kartendiensten. Diese zeigen: Neben Liqui Moly wurde die Halle auch noch von weiteren Unternehmen aus Transport- und Kosmetikbranche genutzt. Auch Puma und Bosch betroffen Liqui Moly war jedoch nicht das einzige deutsche Unternehmen, das von der russischen Angriffswelle getroffen wurde: Auch ein Logistikzentrum des Sportartikelherstellers Puma sowie ein Lager eines Logistikpartners von Bosch wurden bei den Angriffen beschädigt. Nach Angaben der Unternehmen wurde niemand verletzt. Puma erklärte, man arbeite mit Hochdruck daran, die Versorgung des ukrainischen Marktes wiederherzustellen. Bosch dankte Rettungskräften und Behörden für deren schnelle Reaktion. Die Fälle zeigen: Die russischen Angriffe treffen nicht nur ukrainische Unternehmen, sondern immer wieder auch die Infrastruktur internationaler und deutscher Firmen, die in der Ukraine aktiv sind.

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