Audi-Chef Döllner bei Trump: VW-Chef Blume wusste vorab nichts vom Auftritt
Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, bei einer Wahlkampfveranstaltung mit US-Präsident Donald Trump. Foto: Mike Stewart/AP/dpa
Volkswagen: VW-Chef Blume wusste nichts über den Audi-Auftritt bei Trump
Der umstrittene Auftritt im US-Wahlkampf könnte ein Alleingang von Audi-Chef Döllner gewesen sein: Konzernchef Blume und Chef-Lobbyist Steg waren laut Informationen der WirtschaftsWoche vorab nicht eingeweiht.
VolkswagenVolkswagen-Chef Oliver Blume wurde von Audi nicht vorab über den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump informiert. Das berichten Insider des VW-Konzerns der WirtschaftsWoche. Auch der Chef-Lobbyist des VW-Konzerns, Thomas Steg, sei von dem Auftritt überrascht worden, berichten Insider.
Steg hätte als Verantwortlicher für die politische Kommunikation des Konzerns in einen derart bedeutenden Termin eingebunden werden müssen. Die gesamte Kommunikationsstrategie rund um das Treffen von Trump und Döllner hat somit offenbar allein in den Händen von Audi gelegen.
Die Konzernführung stehe hinter der Entscheidung für das neue Werk in den USA, heißt es bei Insidern, gehe aber zunehmend auf Distanz zu dem umstrittenen Auftritt Döllners.
Audi-Chef tritt bei Trump-Veranstaltung auf
Am vergangenen Wochenende war der Audi-Chef in die Staaten gereist, um bei einer Wahlkampfveranstaltung des US-Präsidenten teilzunehmen. Auf der Bühne verkündete Döllner den Bau eines Audi-Werks in den USA. Bereits im kommenden Jahr soll der Spatenstich für die erste US-Fabrik des deutschen Autobauers im Bundesstaat Georgia erfolgen.
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Audi investiert vier Milliarden Dollar in den Produktionsstandort. Rund 200.000 Fahrzeuge sollen dort ab Anfang der 2030er-Jahre vom Band laufen. „Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren“, verkündete Audi-Chef Gernot Döllner bei der Veranstaltung. „Dies ist eine langfristige Investition, weil wir an den amerikanischen Markt glauben.“ Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen in dem Werk die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 gebaut werden.
Derzeit spielt Audi auf dem US-Markt kaum eine Rolle. Mit der Investition dort soll sich das ändern. Zudem spielen die Strafzölle von Trump in die Entscheidung mit hinein: Die Ingolstädter importieren bisher alle Fahrzeuge für den US-Markt aus Europa oder Mexiko. Die eingeführten Zölle hatten den Autobauer im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro belastet. Der Absatz von Audi war in den USA in diesem Jahr um 16 Prozent zurückgegangen.
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Lies nennt Döllners Auftritt „politische Inszenierung“
Ob es tatsächlich zum Bau der US-Fabrik kommt, ist derzeit unklar. Denn zunächst muss der Aufsichtsrat der Investition zustimmen. Und das könnte schwierig werden: Niedersachsens Ministerpräsident und Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies sagte, es sei strategisch richtig, den US-Markt noch besser zu erschließen. Allerdings dürfe das nicht zulasten der deutschen Werke gehen. Lies kritisierte Döllners Auftritt scharf. „Eine Wahlkampfveranstaltung kann nicht der richtige Ort sein, eine solche Investition zu verkünden“, erklärte der SPD-Politiker am Montag. Döllner sei „Teil einer politischen Inszenierung“ geworden, was Befremden ausgelöst habe.
Ein Sprecher der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat erklärte, bislang habe der Aufsichtsrat noch kein grünes Licht für das Werk gegeben. Intern gebe es in den Gremien noch etliche offene Fragen.
Derzeit streiten sich das VW-Management und der Betriebsrat über den weiteren Sparkurs des gesamten VW-Konzerns. VW-Chef Oliver Blume will bis 2030 weltweit weitere 50.000 Arbeitsplätze streichen. Ab 2030 steht die Produktion in vier deutschen Werken, darunter auch in der Audi-Fabrik in Neckarsulm, zur Disposition.
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