Audi-Finanzchef erhöht den Druck beim Sparprogramm
Der Gewinn im zweiten Quartal sank um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro nach Steuern. Die Zahlen betreffen Audi als Teilkonzern von Volkswagen – schließen also Lamborghini, Bentley und Ducati ein. Konkret erwartet Audi jetzt nur noch Umsätze zwischen 58 und 63 Milliarden Euro. Nach dem ersten Quartal hatte die erwartete Spanne mit 63 bis 68 Milliarden noch um fünf Milliarden Euro höher gelegen. Zudem senkte Audi auch die Erwartung für die Rendite. Zusammen würde das voraussichtlich auch einen niedrigeren Gewinn bedeuten. Treiber der Krise ist unter anderem die Situation in China. Dort und in den USA verlor Audi zuletzt deutlich an Absatz. Zudem herrscht ein starker Preiswettbewerb. Das Chinageschäft, das bei Audi wegen der dortigen Joint Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im ganzen ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro bei. Im Vorjahreszeitraum war es noch fast viermal so viel. Damit verschärft sich die Situation für den bereits von einem Sparprogramm betroffenen Autobauer. Das gilt umso mehr als die ebenfalls kriselnde Mutter VW über die Streichung von konzernweit weiteren Zehntausenden Stellen nachdenkt und vier Werke auf dem Prüfstand stehen. Das Audi-Werk in Neckarsulm soll eines davon sein. Allerdings betonte VW-Chef Oliver Blume zuletzt, dass er Werksschließungen vermeiden wolle. »Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option.« Nachtschicht in Werk Neckarsulm gestrichen Finanzchef Rittersberger betonte, die aktuellen Zahlen zeigten, dass die bisherigen Sparbemühungen nicht reichten. Man müsse den eingeschlagenen Weg weitergehen und wettbewerbsfähiger und effizienter werden. Das werde eine Kraftanstrengung für beide deutschen Werke in Neckarsulm und Ingolstadt. Dabei werde es aber »kein Gegeneinander der beiden deutschen Standorte« geben. Wenn alle mithelfen, könne man eine Zukunft für Neckarsulm organisieren. Zugleich bestätigte Rittersberger Berichte über die Streichung der dortigen Nachtschicht. Bis Ende des Jahres will VW-Chef Blume sein Sparpaket festzurren. Spätestens dann sollten auch die Audi-Mitarbeiter wissen, woran sie sind. Aktuell läuft bereits ein Stellenabbauprogramm bei der VW-Tochter. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen den Abbau von bis zu 7500 Jobs bis 2029 verkündet. Damals war allerdings auch die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, bis Ende 2033 verlängert worden. Beim Abbau komme man gut voran, sagte Rittersberger nun.