DAX +2,93 % 25.489,05 Pkt 16:05:24 MDAX +1,94 % 32.289,07 Pkt 16:05:23 Euro Stoxx 50 +0,71 % 6.325,47 Pkt 16:05:15 Dow Jones +1,25 % 52.359,56 Pkt 16:20:22 S&P 500 +0,31 % 7.431,32 Pkt 16:20:23 Nasdaq -0,46 % 25.022,27 Pkt 16:20:19 Nikkei +0,50 % 64.931,19 Pkt 08:45:03 Gold +0,19 % 4.078,50 USD 16:10:14 Silber +0,02 % 58,92 USD 16:10:23 Brent -6,73 % 90,27 USD 16:10:03 WTI -6,23 % 83,75 USD 16:10:22 Bitcoin -0,33 % 65.125,14 USD 16:20:11 EUR/USD +0,01 % 1,13780 USD 16:20:20 EUR/GBP -0,04 % 0,85430 GBP 16:20:23 EUR/CHF +0,14 % 0,93060 CHF 16:20:23 EUR/JPY -0,08 % 186,232 JPY 16:20:24

Audi kappt Jahresziele: Umsatz und Marge sinken, China-Geschäft bricht ein

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis Bei einem Umsatzrückgang um gut zehn Prozent hat der Audi-Konzern im ersten Halbjahr 2026 sein operatives Ergebnis leicht gesteigert, sieht sich jedoch gezwungen, die Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten zu korrigieren. Besonders das China-Geschäft und die Folgen von US-Zöllen belasten die Bilanz. Weiterlesen nach der Anzeige Laut Halbjahresmeldung sank der Konzernumsatz von 32,573 auf 29,177 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg dennoch leicht von 1.087 auf 1.122 Millionen Euro, die operative Umsatzrendite verbesserte sich von 3,3 auf 3,8 Prozent. Audi nennt als Gründe eine strikte Kostendisziplin, geringere Rückstellungen für die CO₂-Regulierung sowie rückläufige Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen. Beim Netto-Cashflow verzeichnete Audi einen deutlichen Anstieg von 904 auf 1.885 Millionen Euro, was das Unternehmen primär auf eine positive Entwicklung des Working Capitals zurückführt. Der Vorjahreswert war durch den Erwerb von Anteilen an der Sauber Holding AG belastet gewesen. Trends beim Elektroantrieb 5 Milliarden weniger Umsatz erwartet Audi rechnet nun deutlich zurückhaltender mit einem Umsatz von 58 bis 63 Milliarden Euro statt der für 2026 ursprünglich angepeilten 63 bis 68 Milliarden. Die erwartete operative Marge wird von 6 bis 8 Prozent auf 5 bis 7 Prozent gesenkt. Lediglich beim Netto-Cashflow bleibt die Zielspanne von 3 bis 4 Milliarden Euro unverändert, was den Fokus auf Liquiditätssicherung unterstreicht. Mit 3,8 Prozent operativer Marge im ersten Halbjahr müsste Audi im zweiten Halbjahr deutlich profitabler wirtschaften, um die neue Guidance zu erfüllen. China und USA belasten Audi lieferte weltweit 727.245 Fahrzeuge aus, rund 7,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (783.531). Der Rückgang konzentriert sich auf zwei Regionen: In China inklusive Hongkong sanken die Auslieferungen um rund 19 Prozent auf 232.227 Fahrzeuge, der Finanzbeitrag aus dem China-Geschäft brach von 279 auf 73 Millionen Euro ein, ein Minus von 74 Prozent. Audi verweist auf den intensiven Wettbewerb mit lokalen Herstellern, geringere Erlöse aus dem Teilegeschäft für die lokale Produktion und geopolitische Unsicherheiten. In Nordamerika gingen die Auslieferungen um knapp 17 Prozent auf 82.187 Fahrzeuge zurück; hier belasten insbesondere US-Zölle das Geschäft. Weiterlesen nach der Anzeige Außerhalb dieser Problemregionen zeigte sich ein anderes Bild: In Deutschland stiegen die Auslieferungen um gut 4 Prozent auf rund 108.000 Fahrzeuge, in Europa ohne Deutschland um knapp 6 Prozent. Spanien verzeichnete ein Plus von 21 Prozent, Italien von 17 Prozent und Großbritannien von 10 Prozent. „Ohne China lagen die weltweiten Auslieferungen nahezu auf Vorjahresniveau“, betont Audi. E-Auto-Boom in Deutschland und neue Modelle Besonders auffällig ist die deutsche Nachfrage nach Elektrifizierten: Die Auslieferungen batterieelektrischer Modelle stiegen um 23 Prozent auf mehr als 25.000 Einheiten, bei Plug-in-Hybriden legte die Nachfrage sogar um 147 Prozent zu. In Westeuropa verzeichnete Audi insgesamt ein Auftragsplus von 7 Prozent, bei PHEV-Modellen sogar von 117 Prozent. Der neue Audi A2 e-tron wird im Herbst 2026 als batterieelektrisches Einstiegsmodell vorgestellt. Das Full-Size-SUV Audi Q9, speziell auf den US-Markt zugeschnitten, soll im vierten Quartal 2026 nach Nordamerika und Europa kommen. Restrukturierung und Druck auf deutsche Standorte Audi-CFO Jürgen Rittersberger machte deutlich, dass die geopolitischen Rahmenbedingungen den Handlungsdruck erhöhten: „Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen wir gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern unser Geschäftsmodell neu ausrichten und weitreichende strukturelle Verbesserungen realisieren.“ Der VW-Konzernvorstand hat dem Aufsichtsrat bereits ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt. Im Werk Neckarsulm wurde die Produktionskapazität laut Medienberichten bereits auf 225.000 Fahrzeuge pro Jahr reduziert, rund 75.000 weniger als in früheren Jahren. Berichte über eine mögliche Schließung nach 2030 lösten Unruhe aus. Der Audi-Betriebsrat fordert die konsequente Umsetzung der bestehenden Zukunftsvereinbarung, die eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033 vorsieht. In Neckarsulm versammelten sich knapp 3200 Beschäftigte, rund 800 Gewerkschafter und Vertrauensleute der IG Metall protestierten gegen mögliche Sparpläne. Der Betriebsrat in Ingolstadt erklärte solidarisch: „Neckarsulm ist Teil der Audi-DNA – darüber wird nicht verhandelt.“ Gleichzeitig positioniert sich Neckarsulm als künftiges Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten wurden nach der jüngsten VW-Aufsichtsratssitzung nicht bekannt. Die Süddeutsche Zeitung ordnet ein, dass Audi trotz der schwachen Gesamtlage dem Standort gewisse Signale der Hoffnung gebe, eine Schließung stehe offenbar nicht unmittelbar bevor. Ob das stärkere Platform-Sharing innerhalb des VW-Konzerns, der Ausbau margenstarker Premium-E-Segmente und neue digitale Geschäftsmodelle den Konzern widerstandsfähiger machen, wird sich in der zweiten Jahreshälfte zeigen.

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