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Audi lässt den A2 als effizientes Elektroauto wiederaufleben

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis

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Audi hat den A2 e-tron als sein bislang effizientestes Elektroauto vorgestellt. Das Kompaktmodell auf der technischen Basis des VW ID.3 Neo soll im Herbst 2026 in Ingolstadt vom Band laufen und mit einem WLTP-Verbrauch ab 12,8 kWh pro 100 Kilometer einen neuen Maßstab im Segment setzen. Audi beschreibt den A2 e-tron als „effizientesten Audi aller Zeiten“.

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Herzstück der Effizienz-Variante ist eine permanenterregte Synchronmaschine mit 140 kW im Heck. Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) fasst 58 Kilowattstunden netto und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 500 Kilometern. In einem ersten Fahrbericht bestätigten sich die niedrigen Verbrauchswerte weitgehend: Auf einer günstigen Etappe zeigte der Bordcomputer 12,3 kWh/100 km, unter realistischeren Bedingungen rund 14,5 kWh/100 km, entsprechend einer Praxisreichweite von etwa 400 Kilometern.

Aerodynamik und SiC-Halbleiter als Effizienz-Hebel

Mit einem cw-Wert von 0,24 im optionalen Effizienzpaket liegt der A2 e-tron an der Spitze der kompakten Audi-Modelle. Die Karosserie folgt wie beim Vorbild dem Prinzip eines Stromlinienkörpers mit abgerundeter Front, fließender Dachlinie und scharf definiertem Heck. Air Curtains, ein aktiver Kühllufteinlass sowie ein verkleinerter Luftspalt an den Radhäusern sollen den Verbrauch um bis zu 0,9 kWh/100 km senken. Ab etwa 100 km/h entfallen laut Audi mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs auf den Luftwiderstand. Jede Verringerung des cW-Werts wirkt sich also direkt auf die Reichweite aus.

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Audi A2 e-tron Exterieur (7 Bilder)

Im Antrieb setzt Audi auf Siliziumkarbid-Halbleiter (SiC) statt klassischer Silizium-Leistungselektronik. Das reduziert Schaltverluste vor allem im Teillastbereich. Alternative Modulationsverfahren verringern diese laut Audi um bis zu 33 Prozent. Dünnere Lamellen im Elektromotor (0,2 statt 0,3 Millimeter) senken den inneren Widerstand (die sogenannten „Eisenverluste“), eine Dreieckschaltung im Stator verschiebt den Betrieb in effizientere Drehzahlbereiche.

Zusammen mit einer langen Getriebeübersetzung von 10,2:1 und Leichtlauföl beziffert Audi den Effizienzgewinn des gesamten Antriebsstrangs auf bis zu 10 Prozent gegenüber bisherigen Lösungen.

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Robuste LFP-Batterie

Die LFP-Batterie in Cell-to-Pack-Bauweise gilt als besonders alterungsstabil. Audi betont, dass sich die Batterie im Alltag auch häufig auf 100 Prozent laden lasse, ohne dadurch eine nennenswerte Degradation befürchten zu müssen. Der charakteristisch flache Spannungsverlauf der LFP-Zellen soll zudem eine gleichmäßigere Leistungsaufnahme über einen längeren Ladezeitraum ermöglichen. Am Schnelllader erreicht die LFP-Batterie maximal rund 105 Kilowatt DC-Ladeleistung; von 10 auf 80 Prozent soll der Ladevorgang etwa 26 Minuten dauern. Beim AC-Laden an der Wallbox gibt Audi eine Ladeeffizienz von 89,6 Prozent durch ein angepasstes Thermomanagement an.

Vom Aluminium-Spaceframe zur MEB+-Plattform

Der historische Audi A2, gebaut von 1999 bis 2005, war ein technischer Vorreiter: Sein Aluminium-Spaceframe wog nur rund 153 Kilogramm, die sparsamste Version mit 1,2-Liter-Dreizylinder-Diesel kam auf 2,99 Liter pro 100 Kilometer. Doch der Leichtbau-Pionier blieb mit 176.377 gebauten Exemplaren ein Ladenhüter: zu teuer, zu polarisierend im Design. Der neue A2 e-tron basiert nun auf Volkswagens MEB+-Plattform statt auf exotischen Aluminiumleichtbau. Als E-Auto mit 277 cm Radstand wiegt der A2 nun rund 1915 Kilogramm in seiner 140-kW-Variante, soll aber von geringeren Fertigungskosten und Technologien wie Vehicle-to-Load (V2L) profitieren. Kurz: Vergleichbar sind die gleichnamigen Autos in keinem Punkt mehr.

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Audi A2 e-tron Interieur (7 Bilder)

Bei Software und Infotainment basiert der A2 e-tron auf der Elektronikarchitektur E³ mit Android Automotive OS. Der sprachbasierte Audi assistant lässt sich per „Hey Audi“ oder Lenkradtaste aktivieren und greift auch auf ChatGPT über Microsoft Azure OpenAI zu. Der e-tron-Routenplaner plant Ladestopps unter Berücksichtigung von Verkehrslage, Belegung der Säulen und bevorzugtem Ladeanbieter. Over-the-Air-Softwareupdates sollen den A2 e-tron als Software-definiertes Fahrzeug im Sinne einer updatefähigen Plattform über seinen Lebenszyklus hinweg aktuell halten.

Edlere Alternative unter den Kompakten

Gegenüber dem VW ID.3 Neo auf gleicher Basis, der ab 33.995 Euro erhältlich ist und bestenfalls 14,0 kWh/100 km WLTP verbraucht, positioniert sich der A2 e-tron als Premium-Alternative: rund 9 Prozent effizienter, aber auch spürbar teurer. Gegenüber Renault Mégane E-Tech und MG4 Electric (Test) dürfte der Audi vor allem bei Aerodynamik, Verbrauch und Softwareplattform punkten. Die maximale DC-Ladeleistung von 105 Kilowatt ist zwar kein Spitzenwert im Vergleich mit Wettbewerbern, die teilweise 120 bis 150 Kilowatt und mehr bieten, allerdings bietet der A2 eine über längere Zeit hohe Leistung und macht den vermeintlichen Nachteil damit wieder wett.

Der Einstiegspreis von 38.200 Euro gilt für die Version mit 125 kW, 350 Nm, 52-kWh-LFP-Batterie und rund 420 Kilometer Normreichweite. Für 41.900 Euro bietet Audi den mit 140 kW und 350 Nm, aber 61 kWh großem Akku bestückten A2 e-tron an, der mit 515 Kilometern Reichweite angegeben ist. Darüber hinaus wird der Audi A2 etron mit einer 84 kWh fassenden Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie (“NMC“) für bis zu 646 Kilometer und 170 kW zu haben sein, diese Ausführung kostet 48.900 Euro. Alle drei sind bei 160 km/h abgeregelt. Schneller ist mit 200 km/h nur das Spitzenmodell mit dem großen NMC-Akku und 240 kW für 51.200 Euro, ein Allradantrieb ist nicht angekündigt. Geplanter Bestellstart für den Audi A2 e-tron ist der 10. September, die Markteinführung im Dezember.

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