Auf offener Straße in Kelkheim: Ehemann tötet Frau mit Stichwaffe - Zeugen überwältigen ihn
Entsetzen in Hessen: Auf offener Straße hat ein Mann mit einer Stichwaffe in Kelkheim seine Ehefrau getötet. Der Täter wurde festgenommen, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ein Haftrichter prüft nun, ob Untersuchungshaft angeordnet wird. Das Motiv und die Hintergründe seien noch unklar. Die Tat ereignete sich den Angaben zufolge in der Kelkheimer Innenstadt im Bereich der Frankfurter Straße. Der Mann habe seine Frau am Abend angegriffen und ihr eine Schnittverletzung zugefügt. Die Frau sei dann vor Ort gestorben. Zeugen hätten den Angreifer überwältigt und bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte festgehalten, erklärte ein Polizeisprecher in der Nacht. Polizeikräfte hätten ihn dann festnehmen können. Wie das Polizeipräsidium Westhessen und die Staatsanwaltschaft Frankfurt gemeinsam mitteilten, wurde der Ehemann bei seiner Festnahme verletzt. Weitere Einzelheiten konnten die Ermittler zunächst nicht nennen. Seelsorger seien vor Ort gewesen. Ein Augenzeuge berichtete, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: „Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.“ Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann – das habe er nicht mehr gesehen – anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon „vorbei“ gewesen, ergänzte der junge Mann. Die 28.000-Einwohner-Stadt Kelkheim im Main-Taunus-Kreis liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Frankfurter Stadtteils Unterliederbach. Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um einen Femizid gehandelt haben könnte. Dieser Begriff wird generell verwendet, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts gezielt getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt hier die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Auch für viele Menschen, die in der Innenstadt unterwegs waren, war der Abend ein Schock. „Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr“, sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. „Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste“, ergänzte er. (dpa)