Auf Streife durchs Dorf: Gemeinde engagiert private Sicherheitsfirma
Stand: 08.10.2026 17:22 Uhr
Die Gemeinde Sögel (Landkreis Emsland) bekommt einen neuen Ordnungs- und Streifendienst. Dafür engagiert sie vier Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma. Hintergrund sind einzelne gewalttätige Vorfälle.
Den Einsatz der Sicherheitskräfte hat der Samtgemeinderat am Mittwoch beschlossen - mit großer Mehrheit, wie Sögels Samtgemeinde-Bürgermeister Frank Klaß (SPD) dem NDR Niedersachsen am Donnerstag sagte. Die Sicherheitskräfte werden als sogenannte Verwaltungsvollzugsbeamte bestellt und dem Ordnungsamt untergeordnet, damit sie mehr Befugnisse haben. Sie sollen nicht die Aufgaben eines klassischen Sicherheitsdienstes übernehmen, sondern ein Konzept umsetzen, das beispielsweise auch Elemente sozialer Arbeit einbezieht, so Bürgermeister Klaß. Es gehe um Prävention und Deeskalation. Wann die Mitarbeitenden starten, steht noch nicht fest. "Bestenfalls noch in diesem Jahr, ich würde mir wünschen, im nächsten Monat", sagte Klaß.
Kontrolle von "Brennpunkten" - auch wegen Mülls
In der Beschlussvorlage ist von "bedarfsgerechten Streifendiensten" die Rede, die vor allem an Freitagen und Samstagen erfolgen sollen. Als Einsatzgebiet der Sicherheitskräfte ist das Gebiet der Gemeinde Sögel festgelegt - der Fokus soll demnach auf "möglichen Brennpunkten" liegen. Bürgermeister Klaß nannte unter anderem den Marktplatz, wo sich beim Fußball-Public-Viewing im Sommer betrunkene Männer geprügelt hatten. Auch sollten die Kräfte Spielplätze kontrollieren, bei denen sich Anwohnerinnen und Anwohner regelmäßig über Lärm beschweren, es Sachbeschädigung oder Müll gibt, der dort liegen gelassen wird. "Wir wollen auf die Leute einwirken, dass sie ihr Verhalten ändern", sagte Klaß. Weitere Einsatzorte würden in Zusammenarbeit mit der Polizei erarbeitet.
Neuer Ordnungsdienst soll Lücke füllen
Direkt telefonisch erreichbar sollen die neuen Ordnungs- und Streifendienstmitarbeiter für Bürgerinnen und Bürger nicht sein. Der Dienst sei als Ergänzung zur Arbeit der Polizei gedacht, erklärte Klaß. Einen klassischen Ordnungsamt im Außendienst gibt es seinen Angaben zufolge bisher in Sögel nicht. Es gebe lediglich eine Mitarbeiterin, die die Park- und Halteregeln überwacht.
Ein bis zwei Kräfte sind unterwegs
Pro Dienst sind dem Bürgermeister zufolge künftig ein bis zwei Mitarbeiter unterwegs. Insgesamt stehe aber ein Pool von vier männlichen Mitarbeitern zur Verfügung. Sie stammen von der Sicherheitsfirma Nordschutz. Für Bürger sollen die Mitarbeiter optisch erkennbar sein - an hellblauen Hemden mit dem Hoheitszeichen der Samtgemeinde Sögel, so der Bürgermeister. Erste Erfahrungen mit der Sicherheitsfirma gibt es bereits - die Nachbargemeinde Werlte arbeite seit sieben Jahren mit der Firma zusammen und habe gute Erfahrungen gemacht, so Sögels Samtgemeinde-Bürgermeister. Der Vertrag mit dem Ordnungsdienst dauert bis zum 31. Dezember 2027 - der Einsatz kostet die Gemeinde laut Beschlussvorlage im kommenden Jahr 45.000 Euro.
Mehrere Schlägereien und zwei Angriffe