Auf Wahlkampftour: Trump kündigt erstes Audi-Werk in den USA an
Produktionsstart für Anfang der 2030er Jahre geplant
Der Konzern bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Der Baubeginn soll demnach bereits für das kommende Jahr geplant sein. Die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre aufgenommen werden. Durch den neuen Standort werden nach Angaben von Audi etwa 4.500 Arbeitsplätze geschaffen.
"Die geplante Investition unterstreicht ein langfristiges Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten", heißt es in der Audi-Mitteilung weiter. Sie ziele darauf ab, "Nordamerika neben Europa und China als dritte tragende Säule des globalen Produktionsnetzwerks von Audi zu etablieren". In dem Werk sollen Premium-SUVs montiert werden, die gezielt auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden - darunter die Modelle Q7, Q8 und Q9.
Zölle der US-Regierung dürften Entscheidung beeinflusst haben
Trump erklärte, dass in der Fabrik in Georgia jährlich 200.000 Autos vom Band rollen sollen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters plant Audi zudem, jährlich 25.000 Fahrzeuge im benachbarten South Carolina zu bauen. Der US-Präsident fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, Produktion in die USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die auf den Import in die USA anfallen, in Aussicht. Trump will so die heimische Wirtschaft ankurbeln und Industriejobs schaffen.
Die US-Zölle belasten Audi schwer. 2025 schlugen sie mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche. Der Absatz von Audi war in den USA in diesem Jahr um 16 Prozent zurückgegangen. Anders als etwa VW oder BMW hat die Marke in den USA bislang kein eigenes Werk.
IG Metall vorsichtig optimistisch, warnt aber auch
Bisher hatte Audi die Autos für den US-Markt in Europa oder Mexiko produziert. Schön länger ist deshalb über die Expansion in die Vereinigten Staaten spekuliert worden. Gleichzeitig muss der Audi-Mutterkonzern Volkswagen sparen. Bis 2030 will Europas größter Autohersteller weltweit rund 100.000 Stellen streichen, die meisten davon sollen in Deutschland wegfallen. Das Werk in Neckarsulm könnte komplett geschlossen werden.
Die Gewerkschaft IG Metall äußerte sich zu den neuen Plänen grundsätzlich positiv. "Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu erschließen ist richtig und notwendig", sagte die Erste Vorsitzende Christiane Benner in einer Mitteilung. Sie mahnte jedoch auch, dass es "verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten" geben müsse. Dabei sei der Vorstand in einer Bringschuld.
VW-Spitze verteidigt Schritt
Der verwies darauf, dass vom Erfolg in Nordamerika der gesamte Volkswagen-Konzern profitieren würde. VW-Chef Oliver Blume betonte in einer Mitteilung: "Wir sehen die Region als wichtigen Markt, um profitabel zu wachsen." Ein mögliches Werk für Audi in den USA würde dafür weitere Voraussetzungen schaffen, so der Vorstandsvorsitzende.
IG Metall-Chefin Benner zufolge steht die abschließende Entscheidung über einen möglichen Fabrikneubau in den USA aber unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung. "Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen." Dort ist Benner stellvertretende Vorsitzende.