Auf Wiedersehen, Schrotflinte? Die Finnen Marko und Alex haben eine neue Methode entwickelt, um Soldaten vor Drohnen zu schützen
Ein neues Gerät aus Finnland soll Soldaten vor Drohnen schützen und direkt an der Waffe angebracht werden können. Entwickelt wurde es von Marko Aalto und seinem Sohn Alex Aalto in Espoo, berichtet das finnische Technikportal „Tekniikka & Talous“ (T&T). Der Aufsatz wird an der Mündung befestigt und nutzt den Druck, der beim Schuss entsteht, um ein Abwehrmaterial freizusetzen. Nach Angaben der Entwickler soll eine gewöhnliche Waffe damit eine Wirkung erhalten, die an eine Schrotflinte erinnert, ohne selbst zu einer Schrotflinte umgebaut zu werden. So muss nicht jede Soldatengruppe eine zusätzliche Flinte mitführen. Finnen entwickeln neues „ADS“-System gegen Drohnen Marko Aalto ist 63 Jahre alt, gelernter Sanitär- und Heizungstechniker, früher Unternehmer und inzwischen im Ruhestand. Sein Sohn Alex Aalto ist ausgebildeter IT-Fachmann, arbeitet als Systemexperte und studiert Ingenieurwesen. Gemeinsam entwickelten sie „ADS“, kurz für Anti-Drohnen-System. Ihre Lösung soll rasch genutzt werden können, wenn unbemannte Fluggeräte angreifen. Die zunehmende Verbreitung von Drohnen im Krieg habe dafür einen akuten Bedarf geschaffen, sagen die Entwickler. Marko Aalto beschreibt das System als „persönlichen Schutz des Kämpfers gegen Drohnen“. Aufsatz soll normale Waffen erweitern Die Besonderheit liegt in der Bauform. Das Gerät ist kein eigenständiger Waffentyp, sondern ein Zusatzteil für bestehende Waffen. Laut „T&T“ lässt sich der Aufsatz schnell montieren. Beim Abfeuern werde dann die entstehende Druckwirkung genutzt, um das Abwehrmaterial freizusetzen. Die Entwickler sehen darin einen Vorteil für Einheiten, die auf Bedrohungen aus kurzer Distanz reagieren müssen. Statt eine separate Schrotflinte bereitzuhalten, könnte eine vorhandene Waffe mit dem Zusatz ausgerüstet werden. Das System sei zunächst für den persönlichen Einsatz gedacht. Einsatz auch an schweren Waffen denkbar Nach Angaben von Marko Aalto endet das Konzept nicht bei Handfeuerwaffen. Das ADS lasse sich auch auf größere Plattformen übertragen. Er sagt, die Lösung sei „von Kleinwaffen bis hin zu schweren Waffensystemen wie Geschützen und Kanonen skalierbar“. Für die Erfindung wurde am 7. Mai ein Gebrauchsmuster erteilt.