Aufräumarbeiten nach Murenabgängen im Ötztal
Von: importer Nach den Murenabgängen infolge kurzer, schwerer Unwetter im Tiroler Tourismusort Sölden im hinteren Ötztal Mittwochabend sind die Aufräumarbeiten am Donnerstag in vollem Gange gewesen. Besonders betroffen war der Ortsteil Vent. Bei den Rofenhöfen war eine große Mure abgegangen, rund 30 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. Indes rückte ein Klärwerk nördlich der Gemeinde in den Fokus: Schlamm, Geröll und Steine rutschten auf dieses ab. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehren standen jedenfalls seit Mittwochabend im Dauereinsatz. Der Bürgermeister von Sölden, Ernst Schöpf, sprach hinsichtlich des Klärwerks von einem “Desaster”. Es sei dort unglaublich viel Geschiebe vom Berg gekommen, zudem sei eine Brücke, die zu der Anlage führt, weggebrochen. Man kämpfe sich nun bis zum Werk vor, zwei Bagger und Helfer standen bereits im Einsatz. Dann sollte man auch die Schäden im Inneren des Klärwerks beurteilen können. Die im Ortsteil Vent gegen 20.45 Uhr abgegangene Mure verlegte bzw. unterspülte auch einen Parkplatz sowie die Straße nach Vent. Sie ging nur knapp an Wohnhäusern vorbei bzw. streifte sie teilweise. Größere Schäden an Gebäuden wurden dort aber bis dato nicht gemeldet. Der Strom fiel kurzzeitig aus. Mehrere Autos dürften laut Schöpf beschädigt worden sein. Die 30 in Sicherheit gebrachten Personen waren vorerst in einem Hotel untergekommen. Abseits der Rofenhöfe seien in der Gemeinde auch zwei Personalhäuser kurzzeitig evakuiert worden. Die betroffenen Personen konnten aber rasch in ihre Unterkünfte zurückkehren. Nach kurzer Zeit schon wieder “sternenklare Nacht”, zuvor Alarme ausgelöst Auch im Bereich “Gehörde” etwas talauswärts vom Zentrum richteten die großen Regenmengen Schäden an. Rund acht Häuser waren betroffen, das Wasser stand dort teilweise 60 Zentimeter hoch, berichtete die Online-Ausgabe der “Tiroler Tageszeitung”. Auch in anderen Ortsteilen seien Tiefgaragen und Keller überflutet worden. Zu flächendeckenden Überschwemmungen kam es jedoch nicht, das Ortszentrum von Sölden dürfte zudem fast gänzlich verschont geblieben sein. Auch die Ötztaler Ache sei durch die Murenabgänge nicht verlegt worden, betonte Ortschef Schöpf. “Sie ist einfach nur ziemlich voll”, hatte der Bürgermeister die Lage um Mitternacht gegenüber der APA zusammengefasst. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gewitter bereits weitergezogen. Der Bürgermeister sprach von einer “sternenklaren Nacht”, die zu dem Zeitpunkt wieder vorherrschte. Rund zwei Stunden zuvor waren in der Gemeinde noch der sogenannte behördliche AT-Alert sowie Zivilschutzalarm ausgelöst worden, wie das Land mitteilte. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräften zu folgen. Keller, Tiefgaragen oder Unterführungen sollten demzufolge gemieden werden. Man solle zu Hause bleiben und sich in obere Stockwerke begeben. Ebenso sollten sich die Menschen von Gewässern und Uferbereichen fernhalten und sich nicht auf Brücken aufhalten. Nach 23.00 Uhr wurde die behördliche Warnung aber dann wieder aufgehoben. Muren verlegten Pitztalstraße Auch anderswo kam es Mittwochabend in Tirol zu einem heftigen Unwetter mit Folgen. Zwei Muren gingen im Ortsteil Plangeroß der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal auf die Pitztalstraße (L16) nieder. Die Muren hatten die Straße vor und hinter dem Ortsteil – außerhalb des Wohngebiets – auf einer Länge von jeweils rund einhundert Metern verlegt, berichtete das Land. Die Aufräumarbeiten starteten unmittelbar darauf, die ganze Nacht wurde durchgearbeitet. “Insgesamt haben wir zwei Bagger und zwei Radlader im Einsatz”, informierte Hartmut Neurauter von der zuständigen Straßenmeisterei Zams. Gegen Mittag hieß es dann seitens des Landes, dass die Straße ab 13.00 Uhr wieder in beide Fahrtrichtungen für den Verkehr freigegeben werden könne.