Aufruf in sozialen Netzwerken zu Ansturm auf spanische Exklave: Wiederholt sich das Migrationsdrama von Ceuta?
Beim Migrantenansturm auf Ceuta waren Ende Juli Zehntausende in die Exklave gelangt. Spanische und marokkanische Behörden warnen nun vor einer Wiederholung am morgigen Samstag. In sozialen Netzwerken rufen reichweitenstarke Plattformen zu einem neuerlichen Ansturm auf die spanische Exklave von Marokko aus auf. Das marokkanische Innenministerium spricht von entsprechenden anonymen Beiträgen in sozialen Netzwerken, berichtet unter anderem die spanische Tageszeitung „El Pais“. Das Ministerium in Rabat fordert die Bevölkerung dazu auf, „verdächtigen und irreführenden Aufrufen“ nicht zu folgen. Die Anstiftungen seien nach marokkanischem Recht strafbar. Um dies zu untermauern, teilte das marokkanische Innenministerium zugleich mit, dass eine Gruppe von Menschen festgenommen worden sei, die im Verdacht stehe, zu neuen Versuchen der illegalen Einreise in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angestiftet zu haben. Ihnen wird unter anderem die Verbreitung von Falschmeldungen vorgeworfen. Für Samstag sollen die Behörden besser gewappnet sein als bei dem Ereignis vor zwei Wochen. „Es wurden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um jeden Versuch einer illegalen Grenzüberquerung zu verhindern und jede Person abzufangen, die daran teilzunehmen versucht“, zitiert „El Pais“ Rachid el Jalfi, einen Sprecher des marokkanischen Innenministeriums. Er forderte die Menschen dazu auf, den Aufrufen in sozialen Netzwerken nicht zu folgen. Diese stellten „ernsthafte Risiken für die Sicherheit der Menschen“ dar, sagte er am Mittwoch weiter. Die marokkanische Regierung hat den Grenzübergang zur Exklave bereits mit Hunderten von Sicherheitskräften verstärkt. Außerdem haben die marokkanischen Grenzbeamten den Übergang mit Stacheldrahtzäunen abgesichert. Auch Spanien erhöht Präsenz von Sicherheitskräften Auch Spanien hat die Zahl von Sicherheitskräften in Ceuta um 42 Prozent erhöht. Laut „El Pais“ wurde die Zahl der örtlichen Polizeibeamten von 1100 auf 1600 aufgestockt, zudem wurden 2000 Soldaten zur Unterstützung in die spanische Exklave entsandt. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte die Menschen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag ebenfalls, dem Aufruf in den sozialen Netzwerken zu folgen: „Ich sage Ihnen das, damit Sie nicht auf die Mafiagruppen hören, die mit Ihrem Leben spielen. Keiner von Ihnen wird [in Ceuta] bleiben, keiner von Ihnen wird auf das Festland gelangen, keiner von Ihnen wird einen legalen Aufenthaltsstatus erhalten.“ Marokko fordert Spanien zum Handeln auf Das marokkanische Innenministerium betonte zudem, dass die Bekämpfung der irregulären Migration und von Menschenhandelsnetzwerken eine engere Zusammenarbeit zwischen Spanien und Marokko erfordere. Nach dem Migrationsdrama hatte es Kritik an der marokkanischen Regierung gegeben, diese habe den illegalen Grenzübertritt Ende Juli nicht mit ausreichendem Engagement zu verhindern versucht. Bereits Anfang August wies ein marokkanischer Regierungsbeamter solche Vorwürfe zurück. Die Zahl der Migranten, die in die an Marokko grenzende Exklave gelangen wollten, sei derart groß gewesen, dass marokkanische Sicherheitskräfte den Menschen nicht mehr hätten entgegentreten können. Beim Migrantenansturm auf Ceuta waren Ende Juli nach Angaben der spanischen Regierung rund 80.000 Menschen in die Exklave gelangt. Marokko selbst hatte die Zahl der Ankünfte mit rund 40.000 angegeben. 83 Menschen kamen ums Leben. Der Ansturm löste eine Debatte über den Schutz der Außengrenzen der EU und die Verantwortung Spaniens aus. (Tsp) Hinweis: Der Artikel aus „El Pais“ wurde mit Hilfe von KI übersetzt.