DAX -0,13 % 26.168,65 Pkt 09:25:37 MDAX -0,31 % 32.459,11 Pkt 09:25:37 Euro Stoxx 50 +0,49 % 6.508,58 Pkt 09:25:30 Dow Jones +2,20 % 54.349,12 Pkt 23:22:16 S&P 500 +1,62 % 7.723,55 Pkt 22:41:45 Nasdaq +1,73 % 26.363,44 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,93 % 65.683,26 Pkt 08:45:03 Gold +1,76 % 4.320,70 USD 09:30:18 Silber +0,00 % 62,10 USD 09:30:34 Brent +0,24 % 79,64 USD 09:30:11 WTI -0,03 % 75,20 USD 09:30:31 Bitcoin +0,29 % 64.786,20 USD 09:40:35 EUR/USD +0,12 % 1,15460 USD 09:39:57 EUR/GBP +0,06 % 0,85780 GBP 09:40:37 EUR/CHF +0,04 % 0,93340 CHF 09:40:39 EUR/JPY +0,19 % 182,206 JPY 09:40:37

Augenprobleme nach COVID-19: Aktuelle Studie bietet Erklärungsansatz

Allgemein

Eine milde COVID-19-Infektion kann laut einer Studie der Universität Linköping, Schweden, schwere und lange anhaltende Augenprobleme verursachen. Die Studie erklärt auch, warum es für Betroffene schwierig war, Hilfe zu erhalten: Das abnormale Augenverhalten kann nicht mithilfe von Standardmethoden erkannt werden. Forschende der Universität Linköping haben ein neues diagnostisches Modell entwickelt, um COVID-bedingte Augenprobleme zu erkennen. „Wir haben Menschen in Schweden untersucht, glauben aber, dass viele Menschen auf der ganzen Welt diese Probleme haben“, sagt Studienleiter Neil Lagali, Professor für experimentelle Augenheilkunde. Augenprobleme nach leichter COVID-19-Erkrankung In die Studie wurden Menschen eingeschlossen, die nach einer leichten COVID-19-Infektion Augenprobleme entwickelten. Sie berichteten von Lichtempfindlichkeit und klagten in vielen Fällen über starke Augenschmerzen, Schwierigkeiten beim Lesen und Fokussieren. Nach der Untersuchung der Studienteilnehmer erkannte das Forscherteam, dass die Beschwerden nicht nur in Bezug auf die Prävalenz, sondern auch hinsichtlich der Lebensqualität erheblich waren. Unter den Betroffenen waren Menschen, die ihr Studium oder ihre Arbeit nicht mehr fortführen konnten, da sie nicht mehr in der Lage waren, einen Text zu lesen. Zudem litten sie unter Schmerzen und extremer Augenermüdung. Medizinisches Fachpersonal habe jedoch weder eine Augenerkrankung erkennen noch eine Erklärung für die beschriebenen Symptome geben können. Augenprobleme bestanden bereits bis zu drei Jahren In der aktuellen Studie untersuchten die Forscher 100 Menschen mit Augenproblemen nach COVID-19, die zuvor nicht in eine Klinik aufgenommen worden waren. Die Augenprobleme hatten drei Monate bis zu drei Jahre lang bestanden. Jeder Dritte der Studienteilnehmer hatte bereits eine Voll- oder Teilzeitkrankschreibung erhalten. Die Forscher verglichen die betroffene Gruppe mit einer Kontrollgruppe von 32 Personen, die auch leichte COVID-19-Symptome, jedoch keine Augenprobleme entwickelt hatten. „Wir fanden heraus, dass die Probleme der Betroffenen nicht durch Standardtests erkennbar waren. Wir mussten spezialisierte Untersuchungen durchführen, um Abweichungen zu erkennen. Die Puzzleteile fügten sich dann zusammen, und wir fanden Erklärungen für die Symptome“, sagt Lagali. So fanden die Forscher in ihrer Studie eine langfristig bestehende Entzündung und eine neuronal bedingte Beeinträchtigung mehrerer Augenfunktionen. Proteine in der Tränenflüssigkeit analysiert Einer der fortschrittlichen Tests umfasste die Proteomik, bei der eine Vielzahl von Proteinen in der Tränenflüssigkeit analysiert wurde. Bei den Patienten mit Augenproblemen fanden die Forscher ein abnormales Muster von Proteinen, die Nerven und Immunzellen (T-Zellen) regulieren. Die Ergebnisse stimmten mit mikroskopischen Untersuchungen überein, die der Analyse der T-Zellen und Nerven im Auge dienten. Auffallenderweise, so betonen die Autoren, sei in anderen Studien das gleiche Proteinmuster im Blut und Gewebe von COVID-Patienten mit schweren und tödlichen Verläufen gefunden worden. Schwere COVID-19-Reaktion – manifestiert in den Augen „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Menschen eine schwere Reaktion auf COVID-19 erlitten haben, die sich in den Augen manifestiert hat – mit langfristigen Entzündungen und einer Affektion von Nerven, die mehrere Augenfunktionen kontrollieren“, sagt Hauptautor Petros Moustardas, der die Proteom-Analysen durchgeführt hat. Viele der Betroffenen waren bei Studieneinschluss sehr lichtempfindlich. Die Erklärung der Forscher: Aufgrund einer gestörten Pupillenfunktion lassen die Pupillen zu viel Licht ins Auge. Diese Störung war darüber hinaus mit Kopfschmerzen, Leseschwierigkeiten und Problemen beim Fokussieren verbunden. Ein anderes Ergebnis war eine fehlerhafte motorische Koordination beider Augen. Diese Art von Strabismus, so heißt es, trete fast ausschließlich bei kleinen Kindern auf, bei Erwachsenen sei sie ungewöhnlich. Laut Lagali kann dies dadurch erklärt werden, dass jene Nerven, die die Augenmuskeln synchronisieren, betroffen sind. Zwei Diagnosemodelle für COVID-19-bedingte Augenprobleme Die verschiedenen entdeckten Anomalien weisen den Forschern zufolge auf ein spezielles Augensyndrom hin, das nach COVID-19 auftritt. Um diagnostische Kriterien zu entwickeln, die es bislang nicht gibt, haben die Forscher zwei Diagnosemodelle erarbeitet. Ein Modell verwendet nur Messungen mit Instrumenten, über die die meisten Augenabteilungen größerer Universitätskliniken verfügen. Im zweiten Modell werden Analysen von Proteinen der Tränenflüssigkeit ergänzt, um die Aussagekraft bezüglich der COVID-19-spezifischen Augenprobleme zu erhöhen. „Diese Menschen haben in ihrem Alltag wirklich zu kämpfen. Jetzt wissen wir, was mit ihren Augen nicht stimmt. Zudem haben wir mehrere Hinweise darauf, wie COVID-19 diese Symptome verursacht haben könnte. Wir hoffen, dass die Ergebnisse zu einer wirksamen Behandlung führen können und dass sich die Probleme der Betroffenen auf lange Sicht lindern werden“, kommentiert Lagali. (BIERMANN/dk)

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