Aus der Zauber: Letzter Vorhang in Hamburg für "Harry Potter"
Stand: 27.07.2026 16:49 Uhr Das Theaterstück "Harry Potter und das verwunschene Kind" hat seine letzte Vorstellung im Theater am Großmarkt gefeiert. Eines der größten Theaterprojekte, die Hamburg je gesehen hat, ist vorbei. Ab November wird dort dann das Musical "Moulin Rouge" laufen. von Danny Marques Marçalo Es sind zwar "nur" rund 1.700 Menschen im ausverkauften Theatersaal, sie machen aber am Ende Lärm für 17.000. Nach viereinhalb Jahren ist Schluss für "Harry Potter und das verwunschene Kind". "Es war mir eine Ehre, es nochmal gesehen zu haben", sagt ein Fan nach der Vorstellung und ein anderer ergänzt: "Also die Effekte, das ist schon krass, was es hier gibt." Und dann gibt es noch die Fans, die über die Jahre sehr oft hier waren. Michael Rietze aus Paderborn zum Beispiel ist an diesem Abend zum 60. Mal in der Vorstellung: "Ich freu mich immer hier nach Hamburg zu kommen. Das ist für mich wie ein zweites Nachhause kommen." Laura Sutton ist zwar "erst" zum 53.Mal in der Vorstellung, aber sie kommt nicht aus Paderborn, sondern aus Texas - das Texas in den USA. "Der Cast und die Crew machen es magisch. Insgesamt habe ich das Stück 182 mal gesehen. Für mich ist es ein sehr trauriger Tag." Die meisten Vorstellungen habe sie in New York gesehen. Viele Tränen hinter den Kulissen Während der Vorstellung wird das Ensemble auf der Bühne immer wieder von viel Applaus unterbrochen. Michaela Schmid hat fast 500 Vorstellungen in verschiedenen Rollen gespielt, an diesem letzten Abend spielt sie Ginny Weasley. "Man fühlt 500 Emotionen gleichzeitig", gesteht die Österreicherin. "Traurigkeit, Fröhlichkeit und Stolz. Viele, viele Tränen gab es hinter den Kulissen." Josef Elfers hat zuletzt Harry Potter gespielt. "Es ist eine große Dankbarkeit, die da herrscht. So ein wunderbares Stück, was so vielen Menschen so viel bedeutet hat zu einem Ende bringen zu dürfen." 1,8 Millionen Menschen haben das Stück über die Jahre im Theater am Großmarkt gesehen. Aufwendig wurde die ehemalige Konzerthalle umgebaut. 45 Millionen Euro wurden investiert. Hamburg war der erste nicht-englischsprachige Standort für das Stück. Harry Potter geht - Moulin Rouge kommt Man sei zufrieden mit den wirtschaftlichen Ergebnissen, sagt Theaterleiter Marcel Neitzel. Auch wenn zuletzt die Nachfrage etwas gesunken sei. Deswegen habe sich die Produktionsfirma ATG Entertainment entschieden, Hogwarts abzubauen und Paris wieder aufzubauen, um für das Musical "Moulin Rouge" Platz zu machen. "Der Umbau beginnt tatsächlich morgen früh um acht Uhr. Dann wird alles entfernt, was nach Harry Potter aussieht. In den nächsten sechs Wochen wird dann die komplette Show ausgebaut und die Bühnensituation bis zur Unterbühne abgebaut." Am Ende der letzten Vorstellung kommt nicht nur das gesamte Ensemble nochmal auf die Bühne, sondern auch ein beträchtlicher Teil der technischen und administrativen Crew. Es gibt einige Tränen. Auf der Bühne und im Publikum. "Harry Potter und das verwunschene Kind" wird bis auf weiteres nirgends mehr auf Deutsch zu sehen sein. Ein Alleinstellungsmerkmal der Hamburger Kultur ist nicht verwunschen. Es ist verschwunden.