Aus für Rolly Toys in Franken: Firma aus Neustadt bei Coburg macht für immer dicht
Erst vor wenigen Wochen machte die Meldung Schlagzeilen, dass ein bekannter Spielzeughersteller aus Franken Insolvenz angemeldet hatte. Nun scheinen die Lichter jedoch komplett auszugehen – und das für immer. Wie der Fränkische Tag exklusiv erfahren haben will, stellt die Spielzeugmarke Rolly Toys ihren Betrieb vollständig ein. Demnach sollen zum 31. Dezember 2026 die Türen dann final zugehen, berichtet das Medium dazu weiter. Zuvor wurde bereits vor wenigen Wochen erst bekannt (auch wir berichteten), dass das Unternehmen eine Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte. Ebenfalls gegenüber dem Fränkischen Tag sagte damals Inhaber Frank Schneider: „Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren.“ Mehr als 100 Angestellte verlieren den Job Jetzt wird das ganze Ausmaß deutlich: Mehr als 110 Angestellte sind angeblich damit ihren Job los. Weil viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein fortgeschrittenes Alter erreicht hätten, sei es nun auch extrem schwer, beruflich wieder neuen Fuß fassen zu können, schreibt dazu t-online.de. Auch bild.de berichtet mittlerweile von dem endgültigen Aus. Laut eigenen Angaben arbeite die Geschäftsführung derzeit an einer zusätzlichen Prämie für Angestellte, die bis zum allerletzten Tag im Betrieb ihrer Arbeit nachgehen. Zahlreiche Faktoren für das Aus Für eben genau jene Angestellte nur wenig Trost: Während das Unternehmen schließt, bleibt die Marke wohl erhalten. Es gebe zwei Unternehmen, die die Produktion an einem anderen Standort weiterführen wollen. Als Gründe für das wirtschaftliche Scheitern geben die Verantwortlichen auch hier gestiegene Energiepreise nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine an. Auch Material- und Einkaufskosten seien deutlich gestiegen. Ebenfalls schwer zu verkraften: Konkurrenz aus China sowie harte US-Zölle. Vergangenes Jahr sei dann auch noch der zweitgrößte Kunde abgesprungen, erklärte man gegenüber bild.de. Das war offenbar der letzte Tropfen auf dem seit Jahren heißgewordenen Stein. Traditionsreiche Geschichte Bis zum heutigen Tage blickt das Unternehmen auf eine durchaus traditionsreiche Firmengeschichte zurück. Im Jahre 1938 im oberfränkischen Neustadt bei Coburg gegründet, produzierte man ab 1966 auch Trettraktoren. Jährlich habe man laut eigenen Angaben jeweils rund eine Viertel Million Kinderfahrzeuge produziert. Nun scheint diese Geschichte am 31. Dezember 2026 für immer zuende zu gehen.