Aus für Schnittkäse in Leppersdorf: Betriebsrat sieht Chancen für alle Beschäftigten
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Aus für Schnittkäse in Leppersdorf: "Niemand muss Angst haben um seinen Arbeitsplatz"
Stand: 07.10.2026 15:33 Uhr
Wegen veränderter Ernährungsgewohnheiten und veralteten Anlagen gibt Sachsenmilch die Schnittkäseproduktion in Leppersdorf auf. Die Schließung betrifft 160 Mitarbeiter. Der Betriebsrat verhandelt mit dem Unternehmen über die Übernahme aller Beschäftigten in andere Bereiche der Molkerei.
von MDR SACHSEN
Die Molkerei Sachsenmilch in Leppersdorf schließt zum Jahresende 2026 einen Teil der Produktion. Laut einem Sprecher der Unternehmensgruppe Theo Müller wird die Schnittkäserei aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Auch die zugehörigen Verpackungs- und Verwaltungsbereiche würden aufgelöst. Die Sauermilchkäserei und der Bereich Mozzarella seien von der Entscheidung nicht berührt, so der Sprecher.
Nach Angaben des Unternehmens sind 160 Beschäftigte von der Schließung der Schnittkäserei betroffen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werde an sozialverträglichen Lösungen für die Mitarbeiter gearbeitet, im Mittelpunkt stünde dabei die Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens. Sachsenmilch in Leppersdorf beschäftigt insgesamt rund 3.000 Menschen.
Betriebsrat verhandelt über Übernahme der betroffenen Beschäftigten
Betriebsrat Frank Siebert sagte im Gespräch mit MDR SACHSEN, die Nachricht hätten die Beschäftigten zunächst "erschrocken bis geschockt" aufgenommen. Doch die wichtigste Botschaft aus Sicht der Arbeitnehmervertretung an die Belegschaft laute: "Niemand muss Angst haben um seinen Arbeitsplatz." Der Betriebsrat verhandle mit dem Unternehmen über eine vollständige Übernahme der betroffenen Beschäftigten in andere Bereiche des Standorts. Bis Ende Oktober sollten die Mitarbeiter konkrete Informationen zu ihrer Zukunft erhalten.
Die Schließung der Schnittkäseproduktion habe wirtschaftliche Gründe, darunter veränderte Ernährungsgewohnheiten sowie einen erheblichen Investitionsbedarf in die veraltete Käserei. Moderne und stark nachgefragte Produktionsbereiche wie Mozzarella und Sauermilchkäse würden dagegen bestehen bleiben, so Siebert.
"Denkbar günstiger Zeitpunkt"
Siebert bezeichnet den Zeitpunkt der Entscheidung dennoch als "denkbar günstig": Durch frühere Umstellungen auf kürzere Arbeitszeiten und den Wegfall von Zwölf-Stunden-Schichten bestehe am Standort zusätzlicher Personalbedarf. Deshalb könne man "jedem Beschäftigten einen Arbeitsplatz in Leppersdorf anbieten". Die aus Sicht des Betriebsrats "beste Nachricht" sei daher, dass es nach aktuellem Stand keinen Arbeitsplatzverlust geben werde. Auch für die Milchlieferanten erwartet Siebert keine gravierenden Folgen, da die betroffenen Milchmengen auf andere Abnehmer verteilt werden könnten.
Zuletzt sorgte eine mögliche Übernahme der Vogtlandmilch Plauen durch den Müllermilch-Konzern für Diskussionen. Das Unternehmen bestätigte dem MDR Gespräche über den möglichen Erwerb des Geschäfts in Plauen in einem frühen Stadium. "Eine etwaige Transaktion stünde unter dem Vorbehalt der erforderlichen kartellrechtlichen Freigaben," hieß es.
Theo Müller schließt auch Homann-Saucenwerk in Sachsen-Anhalt
Die Unternehmensgruppe Theo Müller schließt bis Ende September 2027 auch das Homann-Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Dort sind ebenfalls rund 160 Beschäftigte betroffen. Müller hatte den Standort 2008 von Homann Feinkost übernommen.
Die Nachfrage nach Saucen im Glas gehe zurück, weil Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend andere Verpackungsformate bevorzugten. Die dadurch sinkende Auslastung verschärfe die Kostenprobleme des Standorts zusätzlich. Deshalb gebe es keine nachhaltige wirtschaftliche Prespektive für das Saucenwerk.
MDR (kbe/asc/vis)/dpa