Ausbildungsreport 2026: Zufriedenheit unter Auszubildenden sinkt auf Tiefstand
Die Zufriedenheit der Auszubildenden in Deutschland ist weiter gesunken. Dem Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zufolge sind nur rund zwei von drei Azubis – also 65,7 Prozent – zufrieden in ihrer Ausbildung. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Rückgang um sechs Prozentpunkte und zeitgleich der niedrigste Stand seit Beginn der Befragungen 2006. In diesem Jahr setzte der Ausbildungsreport seinen Fokus auf die mentale Gesundheit der insgesamt 13.227 Befragten. Diese berichteten von Leistungs-, Zeit- und Verantwortungsdruck im Job sowie Personalmangel im Ausbildungsbetrieb. Jeweils ein Fünftel von ihnen nannte einen dieser Faktoren als belastend. Hinzu kommen aber vor allem private Sorgen. So gaben 50 Prozent von ihnen an, dass ihre finanzielle Situation belastend für sie sei, 35 Prozent nannten die Wohnsituation. Mehr als zwei Drittel gaben an, von ihrem Ausbildungsgehalt nicht selbstständig leben zu können – entsprechend erhielt ein Drittel Geld von den Eltern und jeder achte Azubi hatte noch einen weiteren Nebenjob. Insgesamt gab jeder zweite an, psychisch belastet zu sein. Hotelfachleute sind besonders unzufrieden Derweil bestehen innerhalb der verschiedenen Ausbildungsberufe teils große Unterschiede. So sind Auszubildende bei Versicherungen, Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik in der Regel zufriedener in ihrem Job. Verwaltungsfachangestellte sind zu 81,8 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Job. Am niedrigsten sind die Werte hingegen bei angehenden Hotelfachleuten. Von ihnen sind nur knapp 54 Prozent zufrieden. Auch bei lernenden Friseuren, zahnmedizinischen Fachangestellten und Köchen sind die Zustimmungswerte niedrig. Insbesondere bei jenen Menschen, die ihre Ausbildung als »Notlösung« bezeichnen, ist die Zufriedenheit mit 29 Prozent besonders niedrig. DGB fordert mehr Verlässlichkeit Aus den Ergebnissen formuliert der DGB Forderungen. Die mentale Gesundheit hänge eng mit der Qualität der Ausbildung zusammen. »Gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten, ausreichend Zeit für Erholung und Aufgaben, die dem Ausbildungsziel dienen, können Belastungen reduzieren«, sagte DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger. Entsprechend forderte der DGB mehr Verlässlichkeit von Ausbildern. Wenn diese regelmäßig verfügbar sind, fühlen sich der Umfrage zufolge nur 8,5 Prozent der Auszubildenden hoch belastet. Sind sie selten oder nie erreichbar, sind es 36 Prozent. Auch für nach der Ausbildung brauche es mehr Transparenz, etwa darüber, ob jemand nach seiner Ausbildung im Betrieb übernommen werde. Azubis stehen inzwischen einem angespannten Arbeitsmarkt gegenüber. 2025 wurden mit rund 476.000 neuen Ausbildungsverträgen 2,1 Prozent weniger von diesen abgeschlossen als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Nachfrage junger Menschen um 0,7 Prozent. Jeder Fünfte sucht derzeit laut DGB erfolglos nach einer Ausbildung.